43. Woche - Die Lofoten, ein Ort für die Polarlichtfotografie

Bildautor:  Ulrich Teschke

Schon 2012 war eine Gruppe niederrheinischer Sternfreunde auf den Lofoten, um dort ungestört Polarlichter aufzunehmen. Und es scheint so, als sei diese Inselgruppe vor der norwegischen Atlantikküste jenseits des 68. Breitengrades für solche Exkursionen sehr gut geeignet! Denn im Frühjahr waren Ulrich Teschke und seine Astrofreunde wieder dorthin unterwegs – und wieder klappten die guten Vorsätze.

Am 26. März 2014 gelang dieses Supermotiv. Kamera war eine Pentax K5 (DSLR APS-C) mit einem Weitwinkelzoom Sigma 10-20 mm 1:3,5. Bei einer effektiven Brennweite von 16 mm und offener Blende wurde 10 s belichtet bei ISO 6400. In der Bildmitte erkennt man das Sternbild Perseus, etwas tiefer zum Horizont hin steht Algol, Beta Persei. Vom Perseus aus nach rechts oben sieht man den Doppelsternhaufen h/Chi Persei, oben am Bildrand die Cassiopeia. Wegen der hohen geografischen Breite der Lofoten steht die Cassiopeia selbst bei unterer Kulmination sehr hoch im Himmel. Links fällt die helle Capella im Fuhrmann ins Auge.

Zu dieser Szenerie schreibt der Bildautor, so als wäre es live: „In dieser Nacht tanzt der Polarlichtbogen stundenlang direkt über unseren Köpfen. Das hellste Band steht bei dieser Aufnahme in meinem Rücken und lässt die schneebedeckten Berge grün leuchten. Etwas abseits des hellen Bandes findet dieses besonders nuancierte Farbenspiel statt. Die Strahlen schießen nicht in die Höhe, sondern fließen langsam wie Öltropfen vom Himmel herab. Mit dem bloßen Auge sind die Polarlichter beinahe farblos und mitunter von Wolkenstreifen kaum zu unterscheiden, erst die Kamera lässt die Farbenvielfalt zum Leben erwachen. Das allgegenwärtige Grün des Sauerstoffs in tieferen Schichten fällt hier etwas schwächer aus und das üblicherweise über dem Grün auftretende Rot, ebenfalls vom Sauerstoff, ist in diesem Ausschnitt gar nicht vertreten. Umso kräftiger tritt das Violett des Stickstoffs hervor, welches durch tiefes Eindringen bei hohen Energien entsteht. Durch die Überlagerung dieser Farben in unterschiedlichen Anteilen entwickeln sich zahlreiche Farbschattierungen, die auch ins Blau reichen.“ Weitere Polarlicht-Bilder sind auf seiner Homepage zu finden: www.ulrich-teschke.de/polarlichter.htm

Ein überwältigendes Spektakel, wir erleben es hautnah mit! Sehr gut auch, dass dieses Motiv noch nicht durch andere Foren geschickt wurde, sondern jetzt zur Erstpublikation als AdW erscheint.

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Dateien:
adw_2014_43kw.jpg2.4 M

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