
Es gibt verschiedene spektakuläre Supernovaüberreste (SNR), die für beobachtende und fotografierende Amateure interessant sind, z.B. den Cirrus-Nebel, IC 443, den Vela-SNR oder auch den Krebsnebel M 1. Spektakulär, jedoch visuell nicht beobachtbar, ist S 147 im Taurus. Er ist auch unter den Katalogbezeichnungen SNR G180.0-1.7 und Sh2-240 zu finden. Entdeckt wurde das Objekt von G.A Shajn and V.E. Hase, die im Ort Simeis auf der Krim am dortigen Astrophysikalischen Institut arbeiteten. Fälschlicherweise wird S 147 oftmals mit „Shajn 147“ übersetzt, aber das S steht für „Simeis“, also Simeis 147.
S 147 hat einen scheinbaren Durchmesser von 3°. Das aktuelle AdW (Norden links) zeigt, dass auf einem ziemlich runden Flächenbereich feine faserige Filamente dominieren, die teilweise (wie beim Cirrus-Nebel) nur wenige Bogensekunden breit sind. Die Emission spielt sich hauptsächlich bei H-Alpha, [N II], [S II] und [O III] ab. Alle Emissionen zeigen nach Esipov et al. (1972) etwa gleiche Intensität, streuen aber an verschiedenen Stellen im Nebel beträchtlich. Fotografisch kommt also das rote Licht zum Tragen. Von ernsthaften visuellen Sichtungen ist nichts bekannt.
Im Jahre 1994 wurde von Anderson et al. der Pulsar entdeckt, welcher laut Theorie nach einer Supernovaexplosion übrig bleiben sollte, sozusagen als „Sternenleiche“. Er steht ein Stückchen nordwestlich des Nebelzentrums. Anhand der Eigenbewegung des Pulsars konnte für Pulsar und damit auch für Simeis 147 ein Alter von etwa 40.000 Jahren veranschlagt werden. Die Angaben zur Entfernung schwanken in der Literatur stark zwischen 0,8 und 1,8 kpc. Man kann nach den Pulsarentdeckern jedoch eine Entfernung von etwa 1,5 kpc annehmen, und das sind 4900 Lj. Demnach läge der echte Durchmesser der SNR-Kugel bei 250 Lichtjahren - enorm!
Peter Knappert gelang diese beeindruckende Weitwinkelaufnahme am zweiten Weihnachtstag des vergangenen Jahres. Aufnahmeort war Mühlhausen im Schwarzwald-Baar-Kreis. Eine CCD-Kamera Moravian G2-8300 FW wurde mit einem Objektiv Canon EF-L 70-200 mm bestückt. Bei einer effektiven Brennweite von 135 mm und Blende 2,8 wurde verständlicherweise ohne Binning 420 min in H-Alpha (6-nm-Filter von Astronomik) und je 40 min in Rot, Grün und Blau belichtet. Das ist kräftig, aber nur so kommt genügend Deckung zustande. Gratulation!
RA = 05 h 39 min 00 s, DEK = +27° 50´
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