34. Woche - Die H II-Region Messier 17

Bildautor:  Alexander Sielski

Wir finden diesen hellen Gasnebel bei gutem Himmel bereits mit dem bloßen Auge. M 17, der Omega-Nebel, liegt im nördlichen Schützen und zählt mit 46´ x 37´ zu den sehr beliebten und auch häufig fotografierten Objekten des Sommerhimmels. Wie jede H II-Region, so wird auch M 17 durch eine enthaltene Energiequelle zur Emission angeregt. Das ist der junge Sternhaufen NGC 6618, der nicht älter als eine Million Jahre ist. Astronomischen Untersuchungen zufolge enthält NGC 6618 mindestens 16 O-Sterne und mehr als 100 B-Sterne. Ein paar Millionen Jahre weiter, und die extrem heißen und massereichen O-Sterne werden verschwunden sein – als Supernovae explodiert. Der gesamte Bereich in und um M 17 herum ist eine Zone heftiger Sternentstehung. Man hat abgeschätzt, dass hier bis zu 1000 „Young Stellar Objects“ vorliegen, junge stellare Objekte also, meist T-Tauri-Sterne oder ähnliche Veränderliche, die noch nicht die Ausgeglichenheit zwischen eigener Energieerzeugung und gravitativer Kontraktion erreicht haben. Sie werden in ihrem Kern erst in absehbarer Zeit die gleichförmige Fusion von Wasserstoff zu Helium beginnen.

Das aktuelle AdW (Norden rechts) stammt von Alexander Sielski. Am 9. Juni 2014 (als im Westen das Unwetter-Chaos herrschte), richtete er seine Optiken auf den Omega-Nebel. Aufnahmeort war das Umland von Pfaffenhofen/Ilm. Als Teleskop wurde ein apochromatischer Refraktor Williams FLT98 mit 0,75-fachem Reduktor verwendet. So ergab sich eine effektive Brennweite von 465 mm. Kamera war eine Atik 383L+. Belichtet wurde 14 x 15 min mit Filterung in Hα+[N II], außerdem je 6 x 15 min mit Filtern für [O III] und [S II]. Die Bildbearbeitung erfolgte als „Hubble-Palette“, die hier doch als eigene Darstellung wirkt. Was sehr schön herauskommt: Der Omega-Nebel ist lediglich der hellste Teil einer ausgedehnten ionisierten Nebelzone, die von dichtem Staub und Molekülwolken durchzogen wird. Am südlichen Ende des Bildes (hier am linken Rand) ist noch der offene Sternhaufen Messier 18 zu erkennen.

Objektkoordinaten (2000.0):
RA = 18 h 20 min 26 s, DEK = -16° 10,6’

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Dateien:
adw_2014_34kw.jpg1.6 M

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