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Der gemessene Kimmabstand läßt sich wie bereits
angedeutet noch nicht ohne weiteres verwenden. Er muß zunächst
beschickt werden. Das bedeutet, daß er um einige vorhersehbare
Meßfehler korrigiert wird. Welche Faktoren das im einzelnen sind lesen
Sie hier:
| Atmosphärische
Lichtbrechung |

Wie die obige Grafik verdeutlicht wird jeder aus
dem Weltraum kommende Lichtstrahl von der Erdatmosphäre gebrochen. Das
bedeutet, daß wir ein Gestirn immer etwas höher am Himmel sehen als
es in Wirklichkeit steht. Die Lichtbrechung macht in den meisten Fällen
nicht mehr als ein paar Minuten aus. Je kleiner der Kimmabstand, also der
Winkel zwischen Gestirn und Kimm ist desto größer ist die
Lichtbrechung, da der Lichtstrahl einen längeren Weg durch die
Atmosphäre zurücklegt. Weil der Luftdruck in den einzelnen
Luftschichten sich jedoch ständig ändert, kann man die Lichtbrechung
nicht genau vorhersagen sondern nur annähern. Gemessene Winkel die kleiner
als etwa 17° sind lassen sich für die Astronavigation aus diesem Grund
nicht mehr verwenden.

Das obige Diagramm zeigt den Verlauf der
Lichtbrechung mit abnehmenden Kimmabstand. Bei einem Kimmabstand von 90°
beträgt die Lichtbrechung 0' - logisch: das Gestirn steht genau über
dem Beobachter. Bei einem Kimmabstand von nur 5° beträgt die
Lichtbrechung dagegen schon 10 Minuten. Weil das jedoch nur eine
Annäherung ist die um ein paar Minuten schwanken kann, ist sie für
die Astronavigation zu ungenau.
| Berücksichtigung der
Augenhöhe |
 Wie man auf dieser Grafik erkennen kann, mißt
der Beobachter A mit dem Winkel Alpha einen größeren Kimmabstand als
Beobachter B mit dem Winkel Beta, obwohl beide die gleiche Position auf der
Erde haben. Das bedeutet wir müssen auch noch die Augenhöhe in
unserer Winkelbeschickung berücksichtigen.
| Beschickung auf den
Sonnenmittelpunkt |
Zuletzt müssen wir noch den halben Sonnendurchmesser
zu dem Winkel hinzuaddieren weil wir für die weitere Auswertung den
Kimmabstand des Sonnenmittelpunkts benötigen. |