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| Das Koordinatensystem der
Erde |
Um überhaupt astronomisch navigieren zu
können, muß man zunächst einmal wissen wie das Gradnetz der
Erde funktioniert. Mit Hilfe des Gradnetzes kann man jeder Position auf der
Erde eine Länge (Meridian) und eine Breite (Breitenparallele)
zuordnen:
Meridiane sind vom Nordpol zum Südpol verlaufende
Halbkreise. Der Mittelpunkt jedes Meridians ist der Erdmittelpunkt. Ein
Meridian wird festgelegt, indem man den Winkel zwischen
Nullmeridian/Erdmittelpunkt/Meridian auf der Äquatorebene angibt. In der
Skizze wird dieser Winkel mit Lambda gekennzeichnet. Der Nullmeridian ist dabei
der Meridian der durch die Sternwarte von Greenwich verläuft.
Zusätzlich zu dem Winkel muß noch angegeben werden, ob sich die
Position östlich oder westlich von Greenwich befindet. Der
größtmögliche Wert für einen Meridian wäre also
180°. Dabei fallen 180° Ost und 180° West zu einem Meridian
zusammen. In der Regel schreibt man jedoch nicht Ost und West sondern W
für West und E (engl. East) für Ost um einer Verwechslungsgefahr mit
einer Null vorzubeugen hinter die Koordinaten.
Breitenparallelen sind zum Äquator parallel
verlaufende Kreise. Der Mittelpunkt einer Breitenparallele befindet sich immer
auf der Erdachse, er ist jedoch nicht zwangsläufig auch der
Erdmittelpunkt. Das ist nur beim Äquator selbst der Fall. Um eine
Breitenparallele festzulegen, gibt man den Winkel zwischen
Position/Erdmittelpunkt/Äquatorebene an. Neben diesem Winkel muß
noch angegeben werden ob sich die Position auf der Nord- oder Südhalbkugel
befindet. Das geschieht meistens mit den Buchstaben N und S. Die
Breitenparallele entspricht dem Winkel Phi in der Skizze.
| Grade, Minuten und
Sekunden |
Bei der Navigation ist es - anders als in der Mathematik -
allgemein üblich, Winkel nicht in Dezimalgraden (also Winkelangaben mit
Nachkommastellen) sondern in Graden und Minuten anzugeben. Eine Minute
entspricht einem Sechzigstel Grad. Die Minuten werden mit einem Hochkomma
abgekürzt. Eine Positionsangabe könnte zum Beispiel so
aussehen:
Berlin: 52° 31,2' N 13° 24,6' E
Weniger üblich ist es dagegen geworden die Nachkommastellen der Minuten
auch noch in Sekunden umzurechnen. Eine Sekunde entspricht wiederum einer
Sechzigstel Minute. Eine Positionsangabe in Graden, Minuten und Sekunden
könnte so aussehen:
Berlin: 52° 31' 12" N 13° 24'
36" E Um Positionsangaben in Taschenrechnern verwenden zu können,
müssen diese in Dezimalgrade umgerechnet werden. Dies geschieht mit
folgender Formel:
Dezimalgrade = Grade + (Minuten/60)
Diese
Formel funktioniert nicht nur bei Positionsangaben sondern
selbstverständlich auch bei allen anderen Winkeln, wie zum Beispiel dem
Kimmabstand. Die Positionsangabe von Berlin würde dann so
aussehen:
Berlin: 52,52° N 13,41° E
Unter einer Seemeile (sm) versteht man die Länge
einer Breitengradminute. Der Nordpol wäre demnach 90*60 = 5400 sm von dem
Äquator entfernt. Eine Seemeile entspricht 1,852 Kilometer. |