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Ein Sextant ist im Prinzip nichts anderes als ein sehr
genaues Winkelmessinstrument. Er wird im wesentlichen dazu gebraucht, um den
Winkel zwischen dem Horizont (der Seemann nennt ihn Kimm) und einem Gestirn zu
messen. Bei Sonne und Mond wird dabei zwischen Ober- und Unterrand
unterschieden. Bei Planeten und Fixsternen, die uns sowieso nur als kleiner
Punkt am Himmel erscheinen ist das unnötig.

| Die Einzelteile des
Sextanten: |
1. Lichtfilter 2. Indexspiegel 3. Fernrohr 4.
Alhidade (Zeigerarm) 5. Sichtfenster mit Zeigerstrich 6.
Sperrklinke 7. Trommel 8. Limbus (Gradbogen) 9. Horizontspiegel
| Der Kippfehler des
Indexspiegels |
Bevor wir mit dem Messen von Gestirnen beginnen,
müssen wir noch ein paar Fehler an dem Sextanten beheben. Da wäre
zunächst einmal der Kippfehler des Indexspiegels. Er tritt auf, wenn der
Indexspiegel nicht genau senkrecht auf dem Sextanten montiert ist und
beeinträchtigt den Sextanten (wie Fehler das so an sich haben) in seiner
Genauigkeit. Um festzustellen ob ein solcher Fehler vorliegt, reicht es aus,
die Alhidade etwa in die Mitte zu stellen und aus der Richtung, aus der
normalerweise der Lichtstrahl vom Gestirn einfällt, in den Indexspiegel zu
gucken. In der rechten Hälfte spiegelt sich neben dem Horizontspiegel ein
Teil des Gradbogens. Wenn man jetzt rechts an dem Indexspiegel vorbeischaut,
sieht man auf den Nullpunkt der Gradskala. Wenn diese beiden
Gradbogenausschnitte nahtlos ohne eine Stufe ineinander übergehen, liegt
kein Kippfehler vor. Andernfalls muß der Indexspiegel durch Drehen der
Justierschrauben in die richtige Stellung gebracht werden.
...tritt auf, wenn der Horizontspiegel nicht richtig
geneigt ist. Um zu überprüfen ob ein Indexfehler vorliegt, stellt man
die Alhidade auf 0° 00'. Volle Grade werden dabei durch Auskuppeln der
Sperrklinke und Verschieben der Alhidade, Gradminuten durch Drehen der Trommel
eingestellt. Steht der Sextant in Nullstellung? Gut. Wenn wir jetzt durch das
Fernrohr auf ein möglichst weit entferntes Objekt (am besten die Kimm)
blicken, müßte sofern der Horizontspiegel nur auf einer Seite
verspiegelt ist, die Kimm als eine durchgehende Linie erkennbar sein. Ist das
nicht der Fall, muß der Horizontspiegel durch Drehen einer
Justierschraube in die richtige Stellung gebracht werden. Bei einem modernen
Vollsichtspiegel sieht man (sofern ein Indexfehler vorliegt) zwei Kimmlinien
direkt übereinander, die es durch Justieren des Horizontspiegels in
Deckung zu bringen gilt.
| Der Kippfehler des
Horizontspiegels |
Setzen Sie den Sextanten noch nicht ab. Wir müssen
zuerst noch einen Fehler beheben, der auftritt, wenn der Horizontspiegel nicht
genau senkrecht steht. Blicken wir dazu wieder durch den Sextanten auf den
Horizont. Die Kimm ist nach Beseitigen des Indexfehlers als durchgehende Linie
zu sehen. Kippen wir jetzt den Sextanten um etwa 45° aus der Senkrechten.
Wenn sich jetzt wieder eine Stufe in der Kimm befindet müssen Sie nochmals
die Neigung des Horizontspiegels (diesmal um die andere Achse) mit der anderen
Justierschraube korrigieren.
Hinweis: Um ein Ausleiern der Justierschrauben zu
vermeiden sollte man nicht unnötig viel an diesen herumdrehen.
Jetzt sind alle wichtigen Fehler des Sextanten korrigiert und wir können
mit dem Messen anfangen. Es gibt natürlich noch weitere Fehler wie den
Exzentrizitätsfehler, der auftritt wenn der Drehpunkt der Alhidade nicht
genau mit dem Mittelpunkt des Limbus zusammenfällt. Solche Fehler
können jedoch nur mit speziellen Meßgeräten nachgewiesen
werden, und können von uns nicht berücksichtigt werden. |