Astronomisches Lexikon

Dunkelnebel


Noch zu Beginn unseres Jahrhunderts nahmen die meisten Astronomen an, dass sich der Raum zwischen den Sternen als unendliche Leere darstelle, dass sich dort praktisch "Nichts" befände. 1904 entdeckte jedoch der Göttinger Astronom Johannes Franz Hartmann (1865-1936) bei der Beobachtung des Doppelsterns Delta Orionis Absorptionslinien, die sich nicht einordnen liessen. Hartmann fand einige Linien, die erstaunlicherweise nicht an der periodischen Verschiebung teilnahmen, die durch die Eigenbewegung der Sterne verursacht werden. Also mussten sie von einem anderen Objekt ausgehen, welches sich zwischen Doppelstern und Erde befinden und sich nicht im sichtbaren Licht zeigten.

Der Amerikaner Edward E. Barnard (1857-1923) untersuchte daraufhin die Milchstrasse und er fand eine riesige Anzahl an Dunkelwolken. Es handelte sich bei ihnen nicht um "Löcher im Sternengetümmel" sondern um vorgelagerte Wolken aus Staub und Gas, die das Licht der dahinterliegenden Sterne verdecken.

Von Barnard stammt der erste große Katalog der Dunkelnebel, deshalb tragen viele Barnards Namen mit einer fortlaufenden Ziffer, so z.B. heisst der "Snake-Nebel" B 72.

Dunkle Materie im Weltall besteht überwiegend aus molekularem Wasserstoff. Da ultraviolettes Licht und Röntgenstrahlung durch die dichten Dunkelwolken nicht hindurchdringen können, sind sie im Innern kalt (ca. 10 K) und können sich auf Grund ihrer Gravitation zusammenziehen und zu Keimzellen neuer Sterne werden.



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