
Der Spruch .Deep-Sky-Beobachtung nur mit kleiner Vergrößerung. ist falsch. Er stammt aus der Zeit, als Okulare benutzt wurden, die oft nur ein Eigengesichtsfeld von weniger als 50° hatten. Moderne Okulare besitzen dagegen 65° - 85°. Damit sind auch bei längerbrennweitigen Teleskopen größere Gesichtsfelder möglich. Auch das Kontrastverhalten verbessert sich bei höherer Vergrößerung, da das Auge trotz der dadurch verminderten Flächenhelligkeit größere Objekte leichter erkennen kann.
Außerdem steigt die stellare Grenzgröße mit der Vergrößerung. Schwächste Sterne sind also nur mit der höchsten noch vertretbaren Vergrößerung wahrzunehmen. Für die Praxis bedeutet das, dass Okulare mit großem Eigengesichtsfeld vorzuziehen sind (Weitwinkelokulare) und dass jedes Objekt eine auch von Seeing und Durchsicht abhängige Optimalvergrößerung hat. Diese läßt sich nur durch Probieren ermitteln, zumal den örtlichen Beobachtungsbedingungen große Bedeutung zukommt.
Ein Satz von 3-4 Okularen sollte also mindestens vorhanden sein, um auch hohe Vergrößerungen ausprobieren zu können. Wichtig ist die Austrittspupille (AP) in mm, zu berechnen aus Öffnung/Vergrößerung, die zwischen 0,5 mm und 8 mm liegen sollte. Sie bestimmt, wieviel Licht in Auge gelangt. Das Auge selbst hat eine Eintrittpupille von maximal 8 mm bei bestmöglicher Adaption (bei Streulicht, aber auch im Alter wird die Pupille kleiner). Optimal ist eine AP von 2,5 mm bis 5 mm, das ergibt bei fester Öffnung eine optimale Vergrößerung. Es gilt die Regel: ausgedehnte, schwache Objekte erfordern eine große AP, dagegen wird eine kleine AP bei stellaren Objekten verwendet.
Filter werden dann eingesetzt, wenn der Kontrast vom Objekt zum Himmelshintergrund gesteigert werden soll. Dies geschieht bei Interferenzfiltern dadurch, dass nur Licht bestimmter Wellenlängen durch das Filter gelangt, der Rest aber abgeblockt wird. Da Objekte je nach ihrer physikalischen Natur unterschiedlichste Wellenlängen abstrahlen, benötigt man verschiedene Filter.
Breitbandfilter haben einen breiten Durchlass und sollen hauptsächlich den Himmelshintergrund dunkler erscheinen lassen. Schmalbandige Filter haben einen engeren Durchlass, etwa in Wellenlängenbereichen, die von planetarischen Nebeln, Supernovaüberresten oder den meisten Emissionsnebeln abgestrahlt werden. Sie erhöhen den Kontrast und verbessern somit die Sichtbarkeit erheblich.
Linienfilter lassen nur einen sehr schmalen Wellenlängenbereich durch das Filter und sind somit (teure) Spezialfilter für spezielle Objektklassen. Durch die starke Filterwirkung werden bei den Linienfilter die Sterne bereits um 2-3 Größenklassen abgeschwächt, das Licht der Nebel passiert sie jedoch ungehindert. Es ist daher die Frage des persönlichen Geschmacks, ein Linienfilter schon bei kleiner Öffnung als z.B. 6 Zoll einzusetzen. Allgemein gilt: gute Schmalband- und Linienfilter verbessern den Anblick bestimmter Objekte entscheidend - bei kleiner oder großer Öffnung, an lichtverschmutzten oder guten Beobachtungsplätzen.
| Filter | Beispiele | Objekte | Anwendung |
|---|---|---|---|
| Breitbandfilter | Lumicon Deep-Sky, Meade, Celestron LPR, Orion Sky Glow | Reflexionsnebel, bedingt für Galaxien | Wirken mit einer gewissen Abschwächung allgemein auf alle Objekte |
| Schmalbandfilter | Astronomik, Lumicon UHC, Orion Ultra Block | Planetarische Nebel, Emissionsnebel, Supernova Überreste | Gut geeignet als Erstfilter. Schmalbandfilter bringen für fast alle Nebel eine Verbesserung |
| Linienfilter | Lumicon [OIII], Lumicon Hß | OIII]: Planetarische Nebel, spezielle Emissionsnebel, Supernova Überreste Hß: spezielle Emissionsnebel |
Bei Öffnungen ab 8 Zoll wird von vielen der [OIII]-Filter als beste Wahl vorgeschlagen. Intensive Nebelbeobachter sollten sowohl den [OIII]-, Hß-, wie auch einen Schmalbandfilter erwerben |
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