
NIEMALS darf eine direkte Sonnenbeobachtung ohne Filter erfolgen; Eine sofortige Augenschädigung - bis hin zur völligen Erblindung - können die Folgen sein.
Die einzige Ausnahme ist die Beobachtung mittels einem Sonnenprojektionsschirms
Sonnenfilter sind die optimale Lösung zur Energiereduzierung für die visuelle- oder fotografische Sonnenbeobachtungen im integralen (weißen) Licht. Es gibt verschieden Lösungen, die Licht- und Wärmekonzentration im Brennpunkt eines Teleskops zu reduzieren. Es muß aber deutlich zwischen der visuellen und der fotografischen Beobachtung unterschieden werden. Hier spielt unter anderem die Filterdichte eine entscheidene Rolle.
Bei der visuellen Beobachtung ist unbedingt darauf zu achten, dass das Filter auch die, für das menschliche Auge, sehr schädlichen Ultraviolett- und Infrarotanteile des Spektrums herausfiltert. Man riskiert sonst bleibende Augenschädigungen bis hin zur völligen Blindheit. Deshalb raten wir unbedingt von allen "Billiglösungen" ab, die in der Literatur immer wieder auftauchen, wie z.B.: Ausbelichtete Negativfilme, Röntgenfilme, berußte Glasplatten oder ähnlichen Methoden. Die aktuellste Methode, die auf dem "Markt" ist, ist die Beobachtung durch eine Musik- oder Daten CD-ROM hindurch. Alle diese Methoden sind gefährlich.
Okularfilter, wie sie oft bei kleineren Kaufhausteleskopen mitgeliefert werden, sind ein Notbehelf und sollten keinesfalls für Teleskopöffnungen größer als 60 mm eingesetzt werden. Okularfilter stehen immer in der Nähe des Teleskopbrennpunktes, werden an dieser Stelle extrem heiß und können ohne Vorwarnung plötzlich zerspringen.
Für die fotografische Beobachtung spielen die durchgelassenen Wellenlängenanteile des Sonnenlichtes keine Rolle. Im Gegenteil, vielleicht möchte man ja die Sonne im Ultravioletten Licht aufnehmen. Hier spielen andere Faktoren, wie z.B. die Bildschärfe, eine wesentliche Rolle. Natürlich muß auch für die Fotografie das Sonnenlicht entsprechend abgedämpft werden. Es gab auch sehr mutige Amateure, die versucht haben die Licht- und Wärmedämpfung über die Verschlußzeit zu regulieren und die sich dann gewundert haben, dass der Schlitzverschluß Ihrer Kamera während der Tausendstel Sekunde Belichtungszeit aufgeschmolzen ist!
Die Filterwirkung (Licht- und Wärmereduzierung von Sonnenfiltern) wird entweder in der optischen Dichte (D), der Transmission (T) in Prozent oder in der Absorption (astronomische Größenklassen) angegeben. Die drei Größen stehen folgendermaßen in folgendem Zusammenhang:

Tabelle mit den gebräuchlichen Filterdichten zur Sonnenbeobachtung, © 2001, W. Paech
Filter der Dichte 2 sind Prismen und ausschließlich fotografisch einsetzbar. Filter der Dichte 4 bis 5 eignen sich für die Fotografie nicht, da die resultierenden Belichtungszeiten zu lang werden. Dies gilt für moderate Öffnungsverhältnisse von ca. 1:8 bis 1:15 (Refraktoren). Die Belichtungszeiten sollten - je nach Kameragehäuse - nicht länger als 1/500 bis 1/2000 Sekunde sein, um Luftunruhe "einzufrieren"
Weiter lesen: Details zu Glas-, Folienfilter und Sonnenprismen
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