Vesta im Saturn-System

Dieser Artikel ist entnommen dem Kosmos StarObserver 2001/2002 Activity-Jahrbuch
Mit freundlicher Genehmigung des Kosmos Verlags

von Dr. Werner E. Celnik

Saturn mit sechs seiner zahlreichen Monde am 26.8.00 an einem 22-cm-Teleskop aufgenommen. Um die Monde erkennbar zu machen, musste der Mutterplanet überbelichtet werden. Mit dem Auge am Teleskop sind jedoch Saturn und Monde gut zu beobachten. Aufnahme: Werner E. Celnik

"Kleinplanet Nummer 4 - Vesta - überholt Saturn". An sich nichts Besonderes, oder doch? Schauen wir uns die Daten dieses Ereignisses einmal genauer an.

Am 19. März um 17:35 MEZ zieht der Kleinplanet Vesta im Abstand von nur 1,6' am Ringplaneten Saturn vorbei. Leider steht dann noch die Sonne am Himmel. Um 18:31 MEZ geht die Sonne unter und um 19:03 endet die bürgerliche Dämmerung, wenn die Sonne 6° unter dem Horizont steht. Dann werden die hellsten Sterne am Himmel sichtbar, ebenso der 0,1 mag helle Ringplanet Saturn. Gegen 20 Uhr, 19 Minuten nach Ende der nautischen Dämmerung (Sonne 12° unter dem Horizont) sollten der Kleinplanet Vesta und der hellste Saturnmond Titan mit einer Helligkeit von jeweils 8,3 mag auch in kleinen Teleskopen erkennbar sein. Dann beträgt der Abstand zwischen Saturn und Vesta zwar bereits 2,2' (siehe Detailgrafik), doch hat der Kleinplanet das System aus Saturn und seinen Monden noch nicht durchquert. Das wird erst weit nach Mitternacht der Fall sein. Saturn steht um 20:00 MEZ etwa 44° hoch über dem Südwest-Horizont, nur einige Grad nördlich des Sterns Aldebaran im Stier. Um 0:48 MEZ geht der Planet unter.

Schauen Sie sich die Szenerie an: Die Detailgrafik zeigt eine mögliche Ansicht durch eine Teleskop-Okular. Die Spuren lassen erkennen, wie sich Kleinplanet und Saturnmonde relativ zum Saturn bewegen. Während Vesta geradlinig durch das Gesichtsfeld zieht, kreisen die Saturnmonde in mehr oder weniger engen Bahnen um ihren Mutterplaneten. Die Zahlen an den Spuren geben die Positionen zur jeweiligen Uhrzeit an. In der Tabelle links sind die Helligkeiten der einzelnen Himmelskörper und der Mindestdurchmesser des Instrumentes angegeben, das für die Beobachtung des Objektes zu empfehlen ist. Notieren Sie in Ihrem Beobachtungsbuch oder in der Tabelle unten, was sie beobachten konnten. Vielleicht fertigen Sie eine kleine Bleistiftzeichnung davon an. Probieren Sie auf jeden Fall verschiedene Vergrößerungen an Ihrem Teleskop aus. Was sehen sie bei welcher Vergrößerung? Welche Vergrößerung ist die optimale? Hoffentlich spielt das Wetter mit. Viel Glück, denn das gehört auch dazu!

Das Beobachtungsprotokoll

Datum                                  
Standort  
Beobachtung um (in MEZ)  
Beobachtungsinstrument  
Verwendete Vergrößerung  
Erkannte Objekte  
Probleme/Eindrücke bei der Beobachtung  
Wetterbedingungen  

Objekthelligkeiten

Objekt Helligkeit Teleskop Ømindestens
Saturn 0,1 mag Auge
Vesta 8,3 mag Feldstecher
Titan 8,3 mag Feldstecher
Rhea 9,7 mag 60 mm
Tethys 10,2 mag 80 mm
Dione 10,4 mag 80 mm
Enceladus 11,7 mag 100 mm
Mimas 12,9 mag 120 mm
Hyperion 14,2 mag 200 mm

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