
von Dr. Norbert Gasch, Arbeitsgemeinschaft Raumfahrt und Astronomie eV. , 2.05.2005
Kürzlich hatte ich davon berichtet, daß sich in der Himmelsscheibe von Nebra in Gestalt der beiden Randbögen womöglich die Azimutangaben für die Großen und kleinen Mondwenden verbergen, die den Rückschluß auf den Beobachtungsort von etwa 53,6 Grad nördlicher Breite unkorrigiert und refraktions- und parallaxenbereinigt etwa 52,6 Grad Nord ergeben. Damit liegt, im Rahmen der Meßgenauigkeit und Herstellungstoleranzen, der Beobachtungsort nicht allzu weit vom Fundort entfernt, zumindest in geographischer Länge.
Wichtig war dabei, die Scheibe vom "Sonnensymbol" aus zu betrachten.
Wendet man dieselbe Technik auf die "Sterne" an, in dem man den Winkel zwischen einem Ausgangspunkt und dem Stern mißt so fällt folgendes auf:
Im Gegensatz zu bestimmten Veröffentlichungen, in denen von einem angeblichen "Chaos auf der Scheibe" und "wilkürlich angeordneten Sternen" die Rede ist, kann man ohne weiteres feststellen, daß die Sterne zu einem recht großen Teil symmetrisch liegen, und zwar zu der Winkelhalbierenden, die sich aus den Punkten links (wurde mit Aufwand versetzt versetzt) und rechts (indessen unter dem Bogen verschwunden) ergibt (siehe Abb. 1).
Offenbar ist das bisher übersehen worden.
Wahrscheinlich sind die Sterne keine Sterne, sondern irdische Visurmarken für Auf- und Untergangspunkte in einer Beobachtungsanlage, wobei in diesem Fall der Azimut von links über oben nach rechts läuft.
Die Anordnung auf der Scheibe ist entweder künstlerisch um die anderen Objekte ausgeführt worden, oder aber es handelt sich sogar um den Grundriß einer Beobachtungsstätte mit Visurpfosten und einem Beobachtungsstandort (eben die "Sonne").
Damit ist das ganze also keine Sternkarte im üblichen Sinn. Auch die mitunter in Reihen auftretenden Visurpunkt geben einen Hinweis auf Serien von Meßpfosten. Der eigentliche informative Sinn liegt aber in den Azimutwerten der Punkte.
Damit kann man arbeiten:
Damit kommt die Himmelsscheibe in der ersten Auflage womöglich aus Skandanavien.
Letztendlich bildet die Himmelsscheibe also durchaus Sterne ab, nur anders, als wir es heute gewohnt sind.
Zu den "Plejaden" erreichten mich übrigens auch noch andere Hinweise: mal soll es sich um das Sternbild Auriga handeln, in dem gerade an der Stelle des Nebel SH2-44 eine Supernova ausbricht, mal um das Wintersechseck, mal um Orion, mal um de Konstellation Delphin.
Ich will nicht behaupten, daß meine Interpretation zwangsläufig die richtige ist, aber sie erscheint mir doch im Sinne Ockhamseinfach: sie enthält nur Elemente, die der damalige Beobachter auch sehen konnte.
| Copyright Hinweis Diese Internet Seiten sind durch internationales Copyright geschützt. Sie dürfen nicht kopiert und/oder für kommerzielle Zwecke (komplett oder zum Teil) verwendet werden. Verstöße gegen dieses Copyright werden strafrechtlich verfolgt. Gerichtsstand ist in 66424 Homburg, Deutschland. Konzept und Design dieser Internet Seiten sowie alle enthaltenen Grafiken und Diagramme (sofern kein anderer Urheber angegeben ist) wurden entwickelt von: Personello.com GmbH - Fotogeschenke Zum Lokschuppen D 66424 Homburg / Germany Tel# +49 (0) 6841-979-142 Fax# +49 (0) 6841-979-200 E-Mail: info@astronomie.de |
Copyright Notice These internet pages are protected under an international copyright. They may not be copied and/or used for commercial purposes (completely or partially). Violations of said copyright will result in criminal prosecution. Legal venue is 66424 Homburg/Germany. Concept and design of these internet pages and all graphs and charts contained have been developed by Personello.com GmbH - Fotogeschenke Zum Lokschuppen D 66424 Homburg / Germany Tel# +49 (0) 6841-979-142 Fax# +49 (0) 6841-979-200 E-Mail: info@astronomie.de |