
von Gerd Weidemann
Die erste diesjährige Nordlicht und Sterne - Reise war ein großartiger Erfolg. Polarlicht satt, um es in ganz wenigen Worten auszudrücken! Dabei hatte die Reise am 26.1.2003 zunächst mit verhangenem Himmel begonnen. Mit fortschreitender Annährung an den Polarkreis klarte des Wetter jedoch zunehmend auf und die ersten Nordlichterscheinungen waren bereits am dritten Abend unserer Reise zu sehen.Ein erster Höhepunkt ereignete sich dann bei unserem Aufenthalt in Tromsö: Unsere Reiseleiterin Ursula Hilgert hatte eine Hundeschlittenfahrt außerhalb der Stadt organisiert. Von jeweils 16 Schlittenhunden über eine meterdicke Schneedecke gezogen, wurde das Erlebnis durch ein Nordlicht "ausgeleuchtet"!
Aber es sollte noch mehrmals besser kommen! Die letzte Nacht vor Kirkenes brachte grandiose "Flammen und Wellen" über dem gesamten Himmel, wie es eine Reiseteilnehmerin ausdrückte. Die Erscheinung war derartig hell, dass ohne Probleme bereits mit einer freigehaltenen Kamera und einem 100 ASA Film bei offener Blende und einigen Sekunden Belichtungszeit tolle Eindrücke für eine spätere Betrachtung festgehalten werden konnten.
Die Anfahrt auf Kirkenes und der dortige Aufenthalt standen dann unter dem Motto "Atmosphärische Erscheinungen". Dafür sorgte allein schon die Temperatur von minus 33°! Dem Meer entstiegen zunächst noch Dampfschwaden, in welchen sich Brockengespenster abzeichneten. Näher am Hafen war es dann zugefroren und unser Schiff - die "Richard With" - arbeitete sich durch eine dünne Eisschicht voran. In Kirkenes zeigten sich zwei tolle Nebensonnen neben der auch um die Mittagszeit nur wenige Grad hoch stehenden Sonne. Darüber noch eine kurze Lichtsäule.
Auf der Rückfahrt gab es eigentlich fast jede Nacht Nordlicht. Besonders spektakulär war ein Nachmittag (es wurde ja bereits sehr früh dunkel) auf der Höhe von Hammerfest: Bereits in der Dämmerung waren farbige, extrem bewegte Polarlichter vor einer ansprechenden Kulisse aus schneebedeckten Bergen zu sehen. Im Hintergrund standen Jupiter, Saturn und der Orion. Auch hier gelangen wieder einige Aufnahmen mit der freigehaltenen Kamera. Neben den Nordlichterscheinungen war auch die Beobachtung des Sternenhimmels ein unvergessliches Erlebnis.
Natürlich zeigten sich keine, nicht auch von Mitteleuropa aus sichtbare Sternbilder, die hohen nördlichen Breiten haben aber ihren eigenen Reiz: Sirius kulminiert wenige Grad über dem Südhorizont, der Polarstern scheint schon fast im Zenit zu stehen, Wega und Deneb stehen vergleichsweise hoch im Norden.
Die Reise war "ein Traum", wie einer der Teilnehmer am Abschiedsabend treffend formulierte.
Die dem Kurzbericht beigefügten Bilder der Polarlichter wurden "freihand" vom fahrenden Schiff belichtet! Copyright 2003 by G. Weidemann.
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