Partielle Sonnenfinsternis am 4.01.2011 - Eine Zitterpartie

von Stanislava und Hans Zekl

4. Januar 2011, 05:30 - ein Blick vor die Tür. Es schneit ganz leicht hier in hohem Norden bei Hamburg. Kein einziger Stern am Himmel! Na ja, der Wetterbericht macht auch nicht gerade Mut. Beim Frühstück studieren wir am Laptop Wetterkarten und Satellitenbilder. Damit haben wir Erfahrung von anderen Sofis, Sternschnuppen und Kometen. An der dänischen Grenze bei Flensburg könnte sich der Himmel gelegentlich öffnen. Alles übrige ist unter einer dicken Wolkenschicht. Wir machen uns auf den Weg. Im Radio wird vor Glatteis gewarnt, bei Flensburg schneit es. Super! Es wird auch darüber berichtet, dass heute eine Sonnenfinsternis stattfinden soll.

Auf der A7 geht es gen Norden. Es ist dunkel. Am Himmel sind keine Strukturen zu erkennen. Sonnenaufgang ist erst gegen 08:35. Aber auch dann ist der Himmel und die Umgebung einheitlich grau. Wir sind aber trotzdem guter Hoffnung.

Irgendeiner im Radio kam endlich auf die Idee, zu berichten, wo Wolkenlücken gesichtet wurden. Demnach sind wir in der falschen Ecke! Bei Husum an der Nordsee reißen die Wolken auf und wir treiben uns bei Schleswig an der Ostsee herum.

Was tun? Versuchen noch rechtzeitig die Nordsee zu erreichen? Wir verwerfen den Gedanken schnell. Nach den Satellitenbildern sind die Lücken nicht von Dauer.

Wir suchen uns ein schönes, aber zugiges (gefühlte -15°C) Plätzchen neben dem Leuchtturm von Falshöft nördlich der Schleimündung. Das Meer ist grau, der Himmel ist grau, grauer Nebel zieht vom Land aus auf die Ostsee. Der Platz ist ideal für eine Beobachtung, das Wetter nicht! Aber wir harren aus.

Über uns öffnet sich zaghaft ein kleines blaues Wolkenloch. Wie ein hönisches Lachen zieht ein von der Sonne angestrahlter Kondensstreifen hindurch. Aber da, wo der Mond gerade jetzt die Sonne am weitesten bedeckt, wabert eine dichte Nebelbank. Irgendwo in dieser grauen Suppe muss aber eine Lücke sein, denn das Meer leuchtet plötzlich kupferrot auf. Das ist für sich schon ein Schauspiel. Die blaue Lücke über uns wird größer und beginnt sich langsam Richtung Sonne zu schieben. Nur die Nebelbank bewegt sich nicht.

Das Maximum ist seit 10 Minuten vorüber und es sieht nicht so aus, als ob sich die Sonne zeigen wollte. Wären wir bloß nach Husum gefahren! Wir geben auf, packen unsere Kameras ein und beschließen, es etwas weiter nördlich nochmal zu probieren.

Nach ein paar Kilometer öffnen sich plötzlich mehrer Wolkenlücken, das Grau wird heller. Kurz hinter Nieby passiert es! Aus den Wolken lugt die obere Spitze der Sonnensichel, bald folgt der Rest. Toll! Dank der Wolken brauchen wir keine Brillen und keine Filter. Das Bild der Sonnensichel ändert sih ständig, so wie die Wolkenfetzen vorbei ziehen. Raus aus dem Auto! Vor uns ist ein freise Feld. Mitten drin steht ein großer Ratansessel. Seltsam. Darüber läuft das faszinierende Schauspiel der partiellen Sonnenfinsternis.

Bisher sahen wir 6 totale, 2 ringförmige und nicht gezählte partielle Sofis. Jede von ihnen war aufregend und einmalig - und so ist es auch heute.

Stanislava und Hans Zekl

Impressionen

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

Partielle SoFi 04.01.2011

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