Tag der Astronomie 2010 - Gartenveranstaltung in Thierstein

von Jürgen Heinrich

Für den Astronomietag am 09.04.2011 habe ich mich, auch auf Grund der positiven Wettervorhersage, kurzfristig entschlossen, ein Beobachtungsangebot für meine Nachbarschaft zu erstellen und anzubieten.

Am Wochenende vor dem Astronomietag habe ich am PC einen persönlichen Flyer entworfen, auf dem das Beobachtungsprogramm und der Beobachtungsort zu entnehmen war. Nachdem der Wetterbericht am 07.04.2011 vor den Samstag hervorragendes Wetter Vorausgesagt hatte, hat meine Frau die Flyer am 08.04.2011 in die Briefkästen der Nachbarschaft verteilt. ( Habe vermieden, diese persönlich abzugeben, damit sich die Nachbarschaft nicht gezwungen fühlte zu kommen. )

Am Samstag stellte ich das Poster der VdS „Astronomietag 2011“ ( befestigt auf einer Holzspanplatte ) zur Information vor unser Haus.

Das Programm bestand ab 15.30 Uhr aus Sonnenbeobachtung im Weißlicht ( mit 8"-Newton und 80mm ED-Refraktor ) und Mondbeobachtung am Taghimmel sowie ab 20.00 Uhr Mond-, Deepsky- und als Höhepunkt gegen 22.00 Uhr ( standortbedingt ) Saturnbeobachtung mit 4,8" ED-Refraktor.

Am 09.04.2011 gegen 13.00 Uhr baute ich mein Equipment auf. Der 14-jährige Sohn aus der Nachbarschaft war begeistert von meiner Aktion, baute sein Teleskop bei uns im Garten mit auf, und wich mir den ganzen Tag nicht mehr von der Seite. In der Nähe des Aufstellungsplatzes postierte ich einen Informationstisch mit zwei Flyern der Vds, verschiedenen Astroheften ( Sterne & Weltraum, Interstellarum, Heft der Vds ), sowie einen Ordner mit einem Teil meiner bisherigen Astrofotos. Der Nachbarsjunge steuerte ein interessantes Buch über die Astronomie und unser Sonnensystem bei.

Zur Sonnenbeobachtung im Weißlicht am Nachmittag fanden sich lediglich die Kinder aus der Nachbarschaft ein. Dabei konnten sie schön die Sonnenflecken beobachten.

Einen Sicherheitshinweis zur Sonnenbeobachtung habe ich mit ausgelegt und jedes Kind nochmals auf die Gefahren hingewiesen. Nachdem den Kindern die Sonnenbeobachtung jedoch schnell langweilig wurde, schwenkten wir bereits am Nachmittag auf den Mond über. Trotz des Taghimmels waren die Krater schon bereits gut zu erkennen. Die Kinder waren sehr fasziniert und begeistert.

( Lob an die Planer des Astronomietages wegen der günstigen Konstellationen )

Nach einer 2-stündigen Pause ab 18.00 Uhr fanden sich ab 20.00 Uhr die ersten Interessierten zum eigentlichen Beobachtungsabend ein. Begonnen wurde der „Himmelsrundgang" natürlich mit dem Mond. Hier steigerte ich nach und nach die Vergrößerung bis fast zum Maximum. Und mit jeder Vergrößerungsstufe steigerte sich auch das Erstaunen der Gäste.

Die Krater waren zum Greifen nahe und die Anwesenden konnten es kaum fassen, was man mit einem Teleskop alles sehen kann.

Danach schwenkte ich zu M42, der in meinem Teleskop ebenfalls gut sichtbar war. Auch hier waren die Anwesenden erstaunt.

Nachdem immer wieder neue Interessierte kamen, wurde auch der Mond immer wieder als Beobachtungsobjekt aufgesucht, und von den Anwesenden, die ihn schon beobachtet hatten, erneut bestaunt.

Ein Schwenk auf den Kugelsternhaufen M3 machte den Anwesenden deutlich, das zwischen visueller Beobachtung und fotografischer Erfassung dieser „lichtschwachen" Objekte „Welten" liegen.

Um ca. 22.00 Uhr folgte dann der Höhepunkt. Saturn kam langsam über dem Dachgiebel des Nachbarhauses hervor. Begonnen wurde mit einer kleinen Vergrößerung und steigerten uns langsam bis zur meiner, auf Grund meiner Ausrüstung, maximal möglichen Vergrößerung. Schon bei der kleinsten Vergrößerung waren die Anwesenden baff, als Sie

den Planeten samt Ring sehen konnten. Bei jeder nächsten Vergrößerung wurden die Saturnmonde gezählt und diskutiert „hast diesen Mond rechts oben auch gesehen, hast du diesen links vom Saturn gesehen, ich habe vier Monde gesehen, wow der Ring, fantastisch....". Die Leute waren begeistert.

Untermalt habe ich die Beobachtungen mit einigen Daten der Objekte, was sich als sehr sinnvoll, hinsichtlich des Verständnisses, herausstellte.

Zum Teil tummelten sich bis zu 15 Interessierte bei uns im Garten, und ich war froh, dass der Junge aus der Nachbarschaft ebenfalls sein Teleskop aufgestellt hatte, da sich die Beobachter auf zwei Geräte verteilten.

Viele mögen die Zahl von bis zu 15 Interessierten mit einem Lächeln abtun, aber bei zwei Beobachtungsgeräten ist dies schon eine ganze Menge, da jeder etwas sehen und seine Fragen  loswerden möchte.

Meine Frau hatte den Weg in unseren Garten mit Kerzen und Teelichtern bestückt, damit jeder sicher den Beobachtungsplatz erreichen und verlassen konnte, und hat die Anwesenden zu späterer Stunde mit warmen Tee versorgt. ( Hatten am Abend nur noch ca. 7° ).

Die letzten „Gastbeobachter" verließen gegen 23.30 Uhr den Beobachtungsplatz.

Ich hatte den Eindruck, das sich viele unter Astronomie, bzw. Hobbyastronomie nicht viel vorstellen konnten, und die Leute überrascht waren, welche Möglichkeiten mit Geräten der Amateurastronomie zur Verfügung stehen.

Auf Grund der Reaktionen der Beobachtungsgäste kann ich sagen, dass mein Beitrag zum Astronomietag 2011 ein voller Erfolg war, und ich den Interessierten die Astronomie ein wenig näher bringen konnte.

Speziell bedanken möchte ich mich bei meiner Frau Manuela, die mich zu dieser Aktion ermutigt und bei der ganzen Aktion unterstützt hat und für das Wohl der Anwesenden sorgte, sowie bei unserem Nachbarsjungen Andre, der durch sein Interesse, das Aufstellen seines Equipment und Beantwortung vieler Fragen für eine Entlastung meinerseits sorgte.

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