
An einem klaren Abend schaut jeder Sternfreund mit Begeisterung in das Sternengewimmel über sich und erfreut sich des Anblicks aus sicher unterschiedlichen Gründen, möglicherweise schon hingewandt zum auffälligen Mond, dem Stand einiger Planeten oder allein zum Erkennen der Sternbilder. Gerade bei letzteren fällt dem Betrachter auf, dass alle sichtbaren Sterne verschieden hell sind. Die helleren haben sogar eine erkennbar unterschiedliche Farbe. Man hat einige Mühe vor allem bei gutem Wetter unter so vielen Sternen die zusammengehörigen eines Sternbildes zu finden.
Erkennbar und wichtig für die Veränderlichenbeobachtung ist, dass das Auge eben diesen Eindruck der Unterschiedlichkeit deutlich vermittelt. Man kann als Test des eigenen Auges zum Beispiel auffällige Sterne eines Sternbildes nach deren Helligkeit sortieren und man wird sehen, dass etwa bei der Cassiopeia die fünf hellsten Sterne, die das "Himmels-W" ergeben, nur etwa im Rahmen einer Größenklasse unterschiedlich hell sind (2.2 bis 3.4 mag, der Stern Gamma ist veränderlich!). Ist dies erkennbar, hat man ein gutes Auge und kann sich problemlos der Veränderlichbeobachtung widmen.
Nur mit dem beobachtenden Auge fing die Entdeckungsgeschichte der Veränderlichen an. Man fand zuerst wenige Sterne, die ihre Helligkeit erkennbar änderten. Mit dem Fernrohr und später mit der Fotografie wuchs die Zahl bekann- ter Veränderlicher auf nun über 40.000. Die Genauigkeit der Beobachtung hat mit der Entwicklung von Fotometern und jetzt mit der CCD-Technik auch in Amateurkreisen erheblich zugenommen und weitere Möglichkeiten der Entdeckung und Beobachtung erschlossen. Damit werden die Fachastronomen erheblich unterstützt.
Eigentlich ist die Betrachtung eines einzelnen Sternpunktes am Himmel nicht sehr spannend. Auch bei stärkerer Vergrößerung im Fernrohr bleiben die Sterne punktförmig. Man erkennt nur bei deutlich weit auseinander stehenden Doppelsternen diese als getrennt. Bei den zu eng zusammenstehenden Doppelsternen, den Bedeckungsveränderlichen sieht man nur etwas, wenn sich diese einmal bedecken - daher deren Bezeichnung. Aus der Sichtlinie von der Erde tritt ein schwächer leuchtender Stern vor den helleren und verfinstert diesen. Insgesamt sinkt die Helligkeit ab und steigt dann nach der Bedeckung wieder an. Beobachtet werden diese markanten Lichtschwächungen und das Mini- mum bestimmt. Die Bedeckung geht im allgemeinen recht schnell vor sich, so dass schon drei Stunden reichen können, um ein Ergebnis des Gesamtverlaufs zu erzielen.
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