Ein neuer Stern im Schwan - oder: der Mirastern Chi Cyg im hellsten Licht

von Dietmar Bannuscher

Wer sich zur Zeit den Schwan anschaut, könnte meinen, daß auf der Verbindungslinie Gamma - Beta ein neuer Stern erschienen ist. Rechts neben Eta, den man ja recht leicht so ziemlich mittig zwischen Gamma und Beta Cyg sehen kann, leuchtet ein etwa gleichheller (roter) Stern.

Dies ist der Mirastern Chi Cyg, er befindet sich in seinem hellsten Licht seit etwas 25 Jahren.

Mirasterne haben ungefähr 1 Sonnenmasse und befinden sich schon im fortgeschrittenen Alter auf dem Riesenast. Der Stern ist dann unheimlich aufgebläht, die äußeren Gasschichten sind sehr dünn. Mirasterne stellen eine besondere Sorte Roter Riesen dar, sie pulsieren mit allen äußeren Schichten innerhalb von 200 - 500 Tagen, wobei die Helligkeit in der Größenordnung von 2,5 - 7 mag zu- oder abnimmt. Noch längst nicht jeder Pulsationszyklus ist gleich, die Sterne pulsieren um eine mittlere Amplitude herum, erreichen aber dann auch wieder mal Extremwerte im Maximum und Minimum.

Chi Cyg wird gewöhnlich bis zur 6. Größe hell, fällt dann aber wieder jenseits der 13. Größe ab. Selten, so wie jetzt auch, erreicht Chi die Größe 4 oder heller, vielleicht ist ja noch eine Steigerung drin.

Jeder Sternliebhaber sollte sich diesen "Pfau" unter den Sternen einmal anschauen, solange er noch sein "Gefieder" spreizt, es genügt das bloße Auge.

Viel Freude beim Anschauen wünscht die BAV: www.bav-astro.de