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Doppeltransits |
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Wann sind Venus und Merkur gleichzeitig vor der Sonne zu sehen? Manche Himmelsschauspiele sind sehr selten. Noch
unwahrscheinlicher ist es offensichtlich, dass zwei seltene Ereignisse
gleichzeitig auftreten. Aber mit welchen Zeitabständen muss man z.B.
für einen Doppeltransit von Venus und Merkur rechnen? |
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| © Dr. Hans Zekl | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Nicht nur unser Nachbarplanet Venus kann vor der Sonnenscheibe
vorbei laufen. Auch der innerste Planet
Merkur ist ab und zu vor ihr zu
sehen. Aber deutlich öfter, etwa 13 mal im Jahrhundert, kommt es zu einem
Merkur-Transit. Nun kann man sich fragen, ob es möglich ist, dass beide Planeten gleichzeitig vor der Sonne vorbei ziehen? Dieses Problem untersuchten der belgische Astronom Jean Meeus und sein italienischer Kollege Aldo Vitagliano von der Universita di Napoli Federico II nach. Ihre Berechnungen zeigen, dass ein Doppeltransit von Merkur und Venus tatsächlich äußerst unwahrscheinlich ist. Transitbedingungen
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| Datum |
26. Juli 69163 |
27. März 224508 |
Meeus und Vitagliano fanden nun durch umfangreiche Berechnungen
heraus, dass ein Doppeltransit von Venus und Merkur in den nächsten 300
000 Jahren erst im 70. Jahrtausend stattfinden wird, nämlich im Jahr
69163. Bis zum darauf folgenden Simultanereignis wird es sogar noch länger
dauern. Erst im Jahr 224508 sind beide Planeten wieder gleichzeitig vor der
Sonne zu sehen. Ähnliche Rechnungen wurden auch für die vergangenen
Jahrtausende durchgeführt. Danach gab es aber in den letzten 280000 Jahren
keinen gleichzeitigen Vorübergang der Planeten vor der unserem Tagesstern.
Das jeweilige Datum in der Tabelle der beiden Doppeltransits
bezieht sich auf die dynamische Zeitskala, die Astronomen für Berechnungen
verwenden. Da sich aber die Erdumdrehung im Laufe der Zeit durch die
Gezeitenreibung verlangsamt, müssen für das tatsächliche Datum
Korrekturen angebracht werden. Diese lassen sich aber für die Zukunft
nicht genau vorher sagen und sind deshalb hier nicht berücksichtigt. Doch
ändert dies nichts daran, ob ein Transit stattfindet oder nicht. Es
ändert sich nur das Kalenderdatum. Meeus und Vitagliano schätzen,
dass sich das Datum sich um etwa 133 bzw. 1450 Tage verschiebt, auf März
69163 bzw. April 224504.
| Datum |
Planet |
Typ |
|---|---|---|
| 5. Juli
6757 |
Merkur |
partiell |
| 4. August
9361 |
Merkur |
ringförmig |
| 4.
Februar 9622 |
Merkur | ringförmig |
|
11.
August 9966 |
Merkur | total |
|
20.
August 10663 |
Merkur | total |
|
25.
August 11268 |
Merkur | total |
|
28.
Februar 11575 |
Merkur | ringförmig |
|
5. April
15232 |
Venus | total |
|
20. April
15790 |
Merkur | ringförmig |
So wie ein Merkur- oder Venustransit als eine
Minisonnenfinsternis angesehen werden kann, ist auch eine normale
Sonnenfinsternis durch den Mond ein Transit. Vitagliano untersuchte deshalb
auch, wann es zu einem Planetentransit während einer Sonnenfinsternis
kommen wird. Bis zum Jahr 16000 kommt es danach zu neun Merkur- und einem
Venustransit während einer Finsternis. Der Reigen beginnt im Jahr 6757 mit
einem Merkurtransit während einer partiellen Sonnenfinsternis. Der einzige
Venustransit in dem untersuchten Zeitraum findet im Jahr 15232 während
einer totalen Verfinsterung der Sonne statt. Innerhalb des untersuchten
Zeitraums ist für die Abfolge der Ereignisse keine Regel zu erkennen. Von
1600 bis 6600 findet überhaupt kein Transit während einer Finsternis
statt, zwischen 9361 und 9966 gleich drei.
Der größte Unsicherheitsfaktor in den Berechnungen
dürfte nach Meinung der beiden Wissenschaftler die ungenaue Kenntnis der
Änderung der Erddrehung durch die Gezeitenreibung sein. Dadurch
ändert sich entsprechend die Umlaufzeit des Mondes. Abschätzungen
für die Größe des Fehlers liefern Werte für Abweichung des
Zeitpunkts der Finsternismitte von etwa 400 Sekunden in 14 000 Jahren. Da diese
Abweichungen wesentlich kleiner sind, als die Dauer eines Transits, fallen sie
nicht ins Gewicht. Wenn der Fehler allerdings vier mal so groß sein
sollte, könnte das letzte Ereignis in der obigen Tabelle gerade verpasst
werden.
Quelle: J.Br.Astron.Assoc. 114, 3, 2004
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