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| Der Orion |
Orion (Orionis, Ori)
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| Allgemeines |
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Der Orion ist das wohl auffälligste Sternbild am Himmel. Es erstreckt sich in RA von 4h 43min bis 6h 26min und in DEC von +22° 50 bis -11° 00' und wird dabei von den Sternbildern Stier (Taurus), Eridanus (Eridanus), Hase (Lepus), Einhorn (Monoceros) und Zwillinge (Gemini) umschlossen. Der Orion kulminiert Mitte Dezember gegen Mitternacht und ist dann, außer in den Polregionen, überall vollständig zu beobachten. Rigel (b Ori) bildet mit Sirius (a CMa), Procyon (a CMi), Capella (a Aur), Aldebaran (a Tau) und Castor (a Gem) das Wintersechseck. |
| Stellare Objekte |
| 58 a Ori - Beteigeuze |
oder auch Betelgeuse ist ein roter Überriese in 350 LJ Entfernung, dessen Durchmesser aufgrund seiner Instabilität zwischen 300fachem und 400fachem Sonnendurchmesser schwankt. Seine Helligkeit schwankt deshalb halbregelmäßig mit Perioden von 420 Tagen und circa 6 Jahren zwischen 0,3m und 0,9m. Der arabische Name bedeutet "Achsel des Mittleren". |
| 19 b Ori - Rigel |
ist ein bläulich-weißer Überriese von 0,1m in 800 LJ Entfernung. Er hat einen Begleiter von 6,8m, der in kleinen Teleskopen nicht leicht zu entdecken ist (Distanz: 9,5"). Der Name bedeutet "Bein des Riesen". |
| 24 g Ori - Bellatrix |
ist ein blauer Riese von 1,6m in 240 LJ Entfernung. Der Name leitet sich von der mittelalterlichen Übersetzung des arabischen Al Najid, "der Eroberer", ab und bedeutet Kämpferin. |
| 34 d Ori - Mintaka |
ist ein komplexer Vielfachstern in 1.200 LJ Entfernung. Mit bloßem Auge erscheint er als bläulich-weißer Stern von 2,2m, dessen weiter Partner von 6,8m bereits im Fernglas zu sehen ist (Distanz: 52,4"). Zudem ist die Hauptkomponente ein Bedeckungsveränderlicher, der alle 5,7 Tage seine Helligkeit um 0,1m verändert. Der Name bedeutet Gürtel. d Ori, e Ori und z Ori bilden die Gürtelsterne, auch als "Jakobsstab" bekannt. |
| 46 e Ori - Alnilam | ist ein blauer Überriese von 1,7m in 1.200 LJ Entfernung. Der Name bedeutet Perlenkette. |
| 50 z Ori - Alnitak |
ist ein Dreifachstern in 1.200 LJ Entfernung, der dem bloßen Augen als bläulich-weißer Stern von 1,9m erscheint. Teleskope ab 75 mm Öffnung zeigen einen engen Begleiter von 4,0m (Distanz: 2,4") und in größerer Distanz einen dritten Partner 10. Größe. |
| 28 h Ori |
ist ein komplexer Vielfachstern in 1.200 LJ Entfernung. In Teleskopen ab 100 mm Öffnung erkennt man ein enges Sternenpaar von 4,0m und 4,9m (Distanz:1,7"), dessen hellerer Partner ein Bedeckungsveränderlicher mit einer Periode von 8 Tagen (Dauer: 15 Stunden) bei einer Helligkeitsänderung zwischen 3,6m und 4,0m ist. |
| 41 J1 Ori |
ist ein Mehrfachstern in 1.400 LJ Entfernung und liegt im Herzen des Orionnebels. Er wird auch Trapez genannt, da man in kleinen Teleskopen hier vier Sterne in der Anordnung eines Trapezes erkennen kann. Teleskope ab 100 mm Öffnung zeigen zusätzlich zwei Sterne 11. Größe. Die Eckpunkte des Trapezes sind 5,1m, 6,7m, 6,7m und 8,0m hell. Die Distanzen betragen: J1-J2 140"; 5,1-6,7 13,3"; 5,1-6,7 12,7" und 6,7-8,0 8,7". In direkter Nachbarschaft liegt J2 Orionis. |
| 43 J2 Ori | ist ein Doppelstern von 5,1m und 6,4m in 1.400 LJ Entfernung (Distanz: 52,4"). |
| 44 i Ori |
ist ein Doppelstern von 2,8m und 6,9m in 1.400 LJ Entfernung, der bereits in kleinen Teleskopen zu trennen ist (Distanz: 11,3"). Im gleichen Gesichtsfeld liegt auch Struve 747, ein Paar bläulich-weißer Sterne (4,7m/5,6m). |
| 53 k Ori - Saiph | ist ein blauer Überriese von 2,1m in 750 LJ Entfernung. Der Name bedeutet Schwert. |
| 39 l Ori - Heka |
ist ein bläulich-weißer Stern von 3,6m in 12400 LJ Entfernung mit einem engen Begleiter von 5,5m. Dieser ist in kleinen Teleskopen erst bei starker Vergrößerung sichtbar (Distanz: 4,3"). |
| 27 r Ori |
ist ein orangefarbener Riese von 4,5m in 280 LJ Entfernung mit einem Begleiter von 8,6m. Er ist durch den starken Helligkeitsunterschied in kleinen Teleskopen nicht leicht zu erkennen. |
| 48 s Ori |
ist ein bläulich-weißer Stern von 3,8m in 1.200 LJ Entfernung. Das Teleskop zeigt einen bläulichen und einen rötlichen Begleiter von jeweils 6,6m (Distanz: 41,5" bzw. 12,9") und noch näher am Zentralstern einen Begleiter 10. Größe. Mit im Gesichtsfeld steht der lichtschwache Dreifachstern Struve 761, ein Dreieck aus Sternen 8. und 9. Größe. |
| VV Ori | ist ein veränderlicher Stern in 1.200 LJ Entfernung, dessen Helligkeit mit einer Periode von 1,5 Tagen (Dauer: 6 Stunden) zwischen 5,3m und 5,7m schwankt. |
| 14 Ori | ist ein Doppelstern in 180 LJ Entfernung. Seine Komponenten sind 5,8m und 6,6m hell (Distanz: 0,8"). |
| 22 Ori | ist ein Doppelstern in 1.200 LJ Entfernung. Seine Komponenten sind 4,7m und 5,7m hell (Distanz: 241,9"). |
| 23 Ori | ist ein Doppelstern in 1.200 LJ Entfernung. Seine Komponenten sind 5,0m und 7,2m hell (Distanz: 32"). |
| 32 Ori | ist ein Doppelstern in 300 LJ Entfernung. Seine Komponenten sind 4,5m und 5,8m hell (Distanz: 1,2"). |
| 33 Ori | ist ein Doppelstern in 1.200 LJ Entfernung. Seine Komponenten sind 5,8m und 6,9m hell (Distanz: 1,9"). |
| 42, 45 Ori | ist ein optischer Doppelstern in 1.400 bzw. 380 LJ Entfernung. Seine Komponenten sind 4,6m und 5,2m hell (Distanz: 252"). Er liegt in NGC 1973. |
| 52 Ori | ist ein Doppelstern in 450 LJ Entfernung. Seine Komponenten sind jeweils 6,0m hell (Distanz: 1"). |
| Deep Sky |
| M 42 / M 43 |
NGC 1976 und NGC 1982, ist der berühmte Orionnebel, eine Gas- und Staubwolke mit einem Durchmesser von 15 LJ in 1.400 LJ Entfernung. Sie erscheint 3,5m hell. In ihr bildet sich zur Zeit ein Sternhaufen. Hinter dem sichtbaren Teil des Orionnebels, der durch J1 Orionis zum Leuchten angeregt wird, befindet sich ein noch größere Dunkelwolke, die von Radioastronomen entdeckt wurde. Der Orionnebel ist etwa ein Quadratgrad groß und wird durch ein Band dunkler Materie, den "Fischmund", in M 42 und M 43 (8,0m, 1.400 LJ) unterteilt. |
| M 78 (NGC 2068) |
ist kleiner, länglicher, aber heller Reflexionsnebel um einen Doppelstern 9. Größe. Er ist 1.200 LJ entfernt und erscheint 8,0m hell. In großen Amateurteleskopen ist seine zarte Struktur zu erahnen. 15 nördlich findet man den Reflexionsnebel NGC 2071 von 10,0m. |
| NGC 1788 | ist ein schwieriger Reflexionsnebel von 9,0m in 1.400 LJ Entfernung mit einem Stern von 10,0m. |
| NGC 1977 |
ist ein kleine Nebelwolke um 42 Orionis, unmittelbar nördlich des Orionnebels. Sie ist schwierig zu beobachten und ist in dreigeteilt (NGC 1973, 1975 und 1977). Sie erscheint 8,0m hell und ist 1.400 LJ entfernt. |
| NGC 1981 |
ist ein schütterer offener Sternhaufen nördlich von NGC 1977. Er erscheint 4,5m hell und ist 1.400 LJ entfernt. Teil dieses Haufens ist der Doppelstern Struve 750 mit Sternen 6. und 8. Größe. |
| NGC 2024 |
ist ein leuchtendes Gebiet von etwa einem halben Grad um z Orionis. Ein Nebelfetzen erstreckt sich in südlicher Richtung bis zum Pferdekopfnebel, einer Dunkelwolke mit entsprechendem Aussehen. Beide Gebilde sind aber als fotografische Objekte anzusehen. NGC 2024 erscheint 5,0m hell und ist 1.200 LJ entfernt. |
| NGC 2175 | ist ein unauffälliger offener Sternhaufen in 7.000 LJ Entfernung. Er erscheint 7,0m hell. Ein Nebelfilter zeigt 10 nördlich den Gasnebel NGC 2174. |
| Meteorströme |
| Orioniden | Dieser Strom ist in der Zeit vom 14. bis 28. Oktober aktiv. Während seines Maximums um den 21. Oktober treten etwa dreißig bis vierzig Meteore pro Stunde auf. |
| Mythologie |
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Orion war ein tapferer Jäger in der griechischen Mythologie. Er prahlte damit, alle lebenden Tiere töten zu können. Dies erzürnte die Erdgöttin Gäa, so daß sie den Skorpion (Scorpius) sandte, um den Jäger zu töten. Diesen Ablauf kann man auch am Sternenhimmel verfolgen: steigt Skorpion im Osten auf, geht Orion tödlich verletzt im Westen unter. Versinkt dagegen Skorpion im Westen, in die Erde getreten durch den Heilsgott Äskulap, dargestellt durch den Schlangenträger (Ophiuchus), wird Orion durch diesen Gott wiederbelebt und erscheint erneut im Osten. Das Thema von Tod und Wiedergeburt findet man aber auch in älteren Kulturen, wie z. B. bei den Ägyptern. Fünf Pyramiden der vierten Dynastie auf dem Gizeh-Plateau sind auf die Sterne des Orion ausgerichtet. Der Nil stellt dabei die Milchstraße dar. Der Südschacht der Großen Pyramide orientiert sich an den Gürtelsternen, und zwar an z Orionis, wie er um 2.700 bis 2.600 v. Chr. stand. Damals sah man in Orion Osiris, den Gott des Todes und ersten Königs von Ägypten. Man glaubte, daß der König diese Sterne nach seinem Tode auf irgendeine Weise befruchtete, um zu gewährleisten, daß der Sonnengott Horus in seinem Nachfolger wiedergeboren wird. |
| Quellen |
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