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Der Schütze, das neunte Sternbild des
Tierkreises, ist ein schönes Sternbild des sommerlichen Südhimmels.
Leider ist es aufgrund seiner negativen Deklination in unseren Breiten nur
teilweise sichtbar. Es kulminiert im Juni und Juli gegen Mitternacht und
erstreckt sich in RA von 17h 43min bis 20h 29min sowie in DEC von -11° 40'
bis -45° 20'. Dabei wird es von den Sternbildern Schild (Scutum), Schwanz
der Schlange (Serpens Cauda), Schlangenträger (Ophiuchus), Skorpion
(Scorpius), Südliche Krone (Corona Australis), Teleskop (Telescopium),
Indianer (Indus), Mikroskop (Microscopium), Steinbock (Capricornus) und Adler
(Aquila) umschlossen. Hier erreicht die Sonne mit DEC -23° 30' den für
uns höchsten Punkt ihrer südlichen Bahn, den Wintersonnenwendpunkt
(astronomischer Winteranfang auf der Nordhalbkugel, Wintersolstitium). Für
alle Orte auf 23,5° südlicher Breite wandert die Sonne an diesem Tag
durch den Zenit. Diesen Punkt erreichte die Sonne vor 2.000 Jahren im Sternbild
Steinbock (Capricornus), weshalb dieser Breitengrad heute noch "Wendekreis des
Steinbocks" genannt wird. Die Verschiebung ist eine Folge der
Präzessionsbewegung der Erdachse. Einige Sterne des Schützen bilden
die Umrisse einer Teekanne, andere erkennen darin einen Sahnelöffel -
gerade richtig für diesen üppigen Teil der Milchstraße. Im
Schützen liegt auch das Zentrum unserer Galaxie, welches durch die Radio-
und Infrarotquelle Sagittarius A markiert wird. Ein direkter Blick ist aber
durch Dunkelwolken versperrt. |
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| a Sgr -
Rukbat |
ist ein bläulich-weißer Stern von 4,0m in
175 LJ Entfernung. Der Name bedeutet Knie. Er wird auch Al Rami genannt, was
Bogenschütze bedeutet. |
| b1
Sgr - Arkab Prior |
ist ein mit bloßem Auge erkennbarer
optischer Doppelstern. Er ist bläulich-weiß, 4,0m hell
und 380 LJ entfernt. Weiterhin besitzt er einen Begleiter von 7,1m
(Distanz: 28,3"). Der Name bedeutet "Vorderteil des Beines".
b2 heißt Arkab Posterior, was
"Rückseite des Beines" bedeutet. Er ist ein weißer Stern von
4,3m in 130 LJ Entfernung. Arkab bedeutet Achillesferse. |
| 10 g Sgr - Al
Nasi |
ist ein gelber Riese von 3,0m in 97 LJ Entfernung. Der
Name bedeutet "Spitze des Pfeiles". |
| 19 d Sgr -
Kaus Meridionalis |
ist ein orangefarbener Riese von 2,7m in 300 LJ
Entfernung. Der Name bedeutet "Mitte des Bogens". |
| 20 e Sgr -
Kaus Australis |
ist ein bläulich-weißer Stern von 1,8m in
145 LJ Entfernung. Der Name bedeutet "Südlicher Teil des Bogens". |
| h Sgr |
ist ein Doppelstern von 3,1m und 7,8m in
150 LJ Entfernung (Distanz: 3,6"). |
| 22 l Sgr -
Kaus Borealis |
ist ein orangefarbener Riese von 2,8m in 78 LJ
Entfernung. Der Name bedeutet "Nördlicher Teil des Bogens". |
| 38 x Sgr -
Ascella |
ist ein Stern von 2,6m in 90 LJ Entfernung. Der Name
stammt vom lateinischen Wort axilla, Achsel. |
| 34 s Sgr -
Nunki |
ist ein bläulich-weißer Stern von 2,0m in
220 LJ Entfernung. |
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| M 8 (NGC 6523) |
ist der als Lagunennebel bekannte Gasnebel, der
auch schon mit bloßem Auge erkannt werden kann (4,5m). Im
Teleskop erkennt man ein dunkles Staubband durch das Zentrum (Nebelfilter). Er
umgibt den im Ostteil liegenden Sternhaufen NGC 6530 (25 Sterne 7.
Größe und kleiner). M 8 hat etwa 1° Ausdehnung und ist 6.000 LJ
entfernt. |
| M 17 (NGC 6618) |
ist als Omega-, Schwanen- oder Hufeisennebel
bekannt. In kleinen Fernrohren ist er nur als verwaschener Fleck zu sehen, in
größeren Geräten zeigt sich seine Bogenform (Nebelfilter). Er
ist 6.000 LJ entfernt und 6,0m hell. 1° südlich steht der
lockere offene Haufen M 18 (NGC 6613, 4.000 LJ, 7,0m). |
| M 20 (NGC 6514) |
ist als Trifidnebel bekannt. Auch in Teleskopen
mittlerer Größe ist nur ein verwaschener Fleck zu erkennen (6.000
LJ, 7,3m). Staubbänder teilen den Nebel in drei Bereiche, woher
auch der Name rührt (Nebelfilter). Nahe bei M 20 liegt der offene Haufen M
21 (NGC 6531, 4.000 LJ, 6,5m) mit etwa 50 Sternen von 8m
bis 12m. |
| M 22 (NGC 6656) |
ist ein sternreicher Kugelhaufen, der
drittgrößte am Himmel. Seine elliptische Struktur zeigt sich erst im
Fernrohr. Das Zentrum ist nicht so stark verdichtet wie bei anderen
Kugelhaufen. M 22 ist 10.000 LJ entfernt und 5,5m hell. |
| M 23 (NGC 6494) |
ist ein ausgedehnter offener Haufen mit etwa 120 Sternen in 2.200
LJ Entfernung. Er ist etwa 6,0m hell. |
| M 24 |
ist eine helle, ausgedehnte Sternwolke in der Milchstraße.
Für das bloße Auge ist M 24 ein auffälliger Bereich von
4,0m in 8.000 LJ Entfernung, der südlich von M 17 und M 18
liegt. |
| M 25 (IC 4725) |
ist ein schütterer Haufen mit 50 Sternen
von 6. Größe und darunter in 2.500 LJ Entfernung. Er erscheint
5,0m hell. Zum Haufen gehört der d
-Cepheide U Sgr, der alle 6,75 Tage zwischen 6,3m und
7,1m schwankt. |
| M 28 (NGC 6626) |
ist ein Kugelhaufen von 7,0m in 20.000 LJ Entfernung.
Das Zentrum ist hell, ansonsten ist M 28 kaum aufzulösen. |
| M 54 (NGC 6715) |
ist ein Kugelhaufen von 8,0m in 80.000 LJ Entfernung.
Das Zentrum ist hell, aber M 54 ist nicht auflösbar. |
| M 55 (NGC 6809) |
ist im Fernglas ein nebelhafter Kugelhaufen von 7,0m
in 18.000 LJ Entfernung, dessen Randbereiche im kleinen Teleskop in
Einzelsterne auflösbar sind. |
| M 69 (NGC 6637) |
ist ein Kugelhaufen von 8,0m in 30.000 LJ Entfernung.
Der Rand ist im Teleskop teilweise aufzulösen. |
| M 70 (NGC 6681) |
ist ein Kugelhaufen von 8,0m in 30.000 LJ Entfernung.
Das Zentrum tritt deutlich hervor, der Rand ist dagegen gerade so
aufzulösen. |
| NGC 6723 |
ist ein Kugelhaufen von 7,5m in 30.000 LJ Entfernung.
Er erscheint im Teleskop aufgelöst. |
| NGC 6818 |
ist ein planetarischer Nebel von 9,5m in 6.000 LJ
Entfernung. Im Teleskop erscheint er als grünliches Scheibchen. |
| NGC 6822 |
ist eine Galaxie von 9,0m in 2 Millionen LJ
Entfernung. Es handelt sich hierbei um Barnards Galaxie, einer unserer
galaktischen Nachbarn. |
| NGC 6864 |
ist ein Kugelhaufen von 9,0m in 60.000 LJ Entfernung.
Das Zentrum ist hell, aber ansonsten ist das Objekt nicht aufzulösen. |
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Der Schütze wird als Zentaur, halb Mensch,
halb Pferd, angesehen, der mit Pfeil und Bogen auf den Skorpion (Scorpius)
zielt. Im Gegensatz zum Sternbild Kentaur (Centaurus), der den sanften Typ
darstellt, gehört der Schütze zur aggressiven Sorte seiner
Gattung. |
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Die Griechen sahen in diesem Sternbild den Satyr
Krotos (halb Mensch, halb Ziege, mit einem langen Pferdeschwanz). Bei den
Römern stand es für den sanften Zentauren Chiron, was zu
Verwechslungen mit dem Sternbild Kentaur (Centaurus) führte. Dabei
unterscheiden sich beide Wesen stark: der Schütze, ein Jäger, geht
auf Nergal, den mesopotamischen Schützengott, zurück. Man verband ihn
auch mit der rachsüchtigen Kriegs- und Feuergöttin Irra (gr. Ares,
röm. Mars). Chiron (Kentaur, Centaurus) dagegen war sanft und
gelehrt. |