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| Der Skorpion |
Scorpius (Scorpii, Sco)
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| Allgemeines |
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Der Skorpion ist eines der prächtigsten Sternbilder, aber leider ist die Sichtbarkeit des achten Tierkreiszeichens in unseren Breiten auf die nördlichen Teile begrenzt. Das Sternbild erstreckt sich in RA von 15h 47min bis 17h 59min und in DEC von -8° 20' bis -45° 40'. Dabei wird es von den Sternbildern Waage (Libra), Wolf (Lupus), Winkelmaß (Norma), Altar (Ara), Südliche Krone (Corona Australis), Schütze (Sagittarius) und Schlangenträger (Ophiuchus) umschlossen. Der Skorpion kulminiert im Juni gegen Mitternacht. |
| Stellare Objekte |
| 21 a Sco - Antares |
ist ein roter Überriese von 300fachem Sonnendurchmesser in 450 LJ Entfernung. Der griechische Name bedeutet Rivale des Ares bzw. Äquivalent zu Ares (Gegenmars). Er wird auch als Cor Scorpii, "Herz des Skorpions", bezeichnet und ist zusammen mit Regulus (a Leo), Aldebaran (a Tau) und Fomalhaut (a PsA) einer der vier Königlichen Sterne Mesopotamiens. Es handelt sich um einen halbregelmäßig veränderlichen Stern, der in 4 bis 5 Jahren zwischen 0,9m und 1,1m schwankt. Er besitzt einen blauen Begleiter von 5,5m, der in Teleskopen ab 75 mm Öffnung bei sehr ruhiger Luft zu erkennen ist (Distanz: 2,8"). |
| 8 b Sco - Acrab |
ist ein auffälliger Doppelstern von 2,6m in 600 LJ Entfernung. Der Name bedeutet Skorpion. Im Arabischen wird er auch Graffias, Krebs (Klauen), genannt. Er besitzt einen bläulich-weißen Partner von 4,9m, der leicht auch in kleinen Teleskopen zu erkennen ist (Distanz: 13,7"). |
| 7 d Sco - Dschubba | ist ein bläulich-weißer Stern von 2,3m in 450 LJ Entfernung. Der Name bedeutet Vorderseite oder Stirn. |
| 26 e Sco | ist ein orangefarbener Riese von 2,3m in 65 LJ Entfernung. |
| J Sco - Sargas | ist ein gelblich-weißer Überriese von 1,9m in 270 LJ Entfernung. Der Name ist mesopotamischen Ursprungs. |
| 35 l Sco - Shaula | ist ein bläulich-weißer Stern von 1,6m in 600 LJ Entfernung. Der Name wurde von Al Las'ah, Stachel, abgeleitet. |
| m1 Sco |
ist ein veränderlicher Stern, der mit einer Periode von 1,5 Tagen zwischen 2,9m und 3,2m schwankt. Er steht in 550 LJ Entfernung und bildet mit m2 Sco (3,6m) ein Doppelsternsystem (Distanz: 5,8'). |
| 14 n Sco |
ist ein Vierfachstern in 420 LJ Entfernung. Kleine Teleskope zeigen ein weites bläulich-weißes Sternenpaar von 4,4m und 6,7m (Distanz: 41"). Teleskope ab 75 mm Öffnung zeigen den schwächeren Partner doppelt (6,7m/7,8m, Distanz: 2,6"), während der hellere Partner erst in Teleskopen ab 150 mm Öffnung getrennt wird (4,4m/5,4m, Distanz: 1,4"). |
| x Sco |
ist ein berühmter Mehrfachstern in 100 LJ Entfernung. In kleinen Teleskopen sieht man ihn als enges Paar von 4,2m und 7,3m (Distanz: 7,7") mit einem orangefarbenen Begleiter von 6,9m (Distanz: 280,4"). Im gleichen Gesichtsfeld findet man Struve 1999, ein lichtschwaches Paar von 7,2m und 8,0m, welches gravitativ an x Scorpii gebunden ist. Der hellste Stern ist ein enger Doppelstern mit zwei gleichhellen Komponenten von 4,9m. |
| u Sco - Lesath | ist ein Stern von 2,7m in 600 LJ Entfernung. |
| RR Sco | ist ein veränderlicher Stern, der mit einer Periode von 277 Tagen zwischen 6,0m und 10,0m schwankt. Er steht 1.000 LJ entfernt. |
| Deep Sky |
| M 4 (NGC 6121) |
ist ein großer Kugelhaufen von 6,0m. Er ist ein Objekt für das Fernglas, Teleskope ab 100 mm Öffnung lösen Einzelsterne im Randbereich auf und zeigen einen auffallenden "Sternbalken" quer über das Haufenzentrum. Seine Entfernung beträgt etwa 7.000 LJ. |
| M 6 (NGC 6405) |
ist ein eindrucksvoller offener Sternhaufen mit der Fläche des Vollmondes. Er enthält etwa 50 Sterne zu radialen Ketten gruppiert und ist 1.800 LJ entfernt. Er wird deshalb auch Schmetterlingshaufen genannt. Er ist 4,5m hell. |
| M 7 (NGC 6475) |
ist ein großer, glänzender und mit bloßem Auge erkennbarer offener Sternhaufen in 900 LJ Entfernung. Seine Ausdehnung beträgt etwa 1°. Ein Fernglas oder kleines Teleskop zeigt den Haufen in etwa 50 Mitglieder aufgelöst. Er ist das südlichste Messier-Objekt und etwa 3,5m hell. |
| M 80 (NGC 6093) | ist ein kleiner Kugelhaufen von 7,5m, der rund 30.000 LJ entfernt ist. |
| NGC 6124 | ist ein 2.000 LJ entfernter offener Sternhaufen, der bereits im Fernglas teilweise aufgelöst werden kann. Er ist etwa 6,0m hell. |
| NGC 6231 |
ist ein großer, rund 5.000 LJ entfernter offener Haufen, der Teil des größeren, aber schütteren Haufens lichtschwacher Sterne mit Namen H 12 (1° nördlich) ist. Er ist etwa 3,5m hell. Die Sternketten zwischen beiden Haufen sind ein Spiralarm unser Galaxie. |
| NGC 6388 | ist ein 40.000 LJ entfernter Kugelhaufen von 7,0m. Das Zentrum ist hell, man kann den Kugelhaufen aber nicht auflösen. |
| Meteorströme |
| Scorpius-Sagittariiden | Dieser Strom mit wechselndem Radianten hat sein Maximum mit bis zu 20 Meteoren pro Stunde um den 14. Juni. Er beginnt bereits im Mai und dauert den ganzen Juni an. |
| Mythologie |
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Die Maori sahen in diesem Sternbild einen Fischerhaken. Als der maorische Held Maui fischte, zog er ein Stück Land aus dem Ozean. Die Kanten dieses Landes wurden mit der Zeit immer gezackter, so daß es in zwei Teile zerbrach. Neuseeland war entstanden. Maui zog den Haken mit solcher Wucht aus der Insel, daß dieser in den Himmel geschleudert wurde. Zu Beginn der mesopotamischen Kultur vor etwa 5.000 Jahren markierte Antares die Position der Sonne im Herbstpunkt. In Ägypten galt der Skorpion lange als Schlange. In Griechenland und Rom waren die Sterne der heutigen Waage (Libra) bis zum 1. Jahrhundert vor Christus Teil der Klauen des Skorpions, bis diese abgetrennt und zu einem eigenständigen Sternbild wurden. Der Skorpion hatte immer einen schlechten Ruf. Einige griechische Sagen erzählten, daß die Erdgöttin Gäa dem Skorpion befahl, Orion (Orion) zu stechen. Orion starb, wurde aber von Äskulap wiederbelebt. Noch heute verfolgt der Skorpion den Jäger Orion am Himmel: wenn der Skorpion aufgeht, geht Orion unter (stirbt). Geht Orion am Morgen auf (er wurde wiederbelebt), geht der Skorpion unter (er wird von dem über ihm stehenden Schlangenträger (Ophiuchus) scheinbar zertreten). |
| Quellen |
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