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A  Lexikon der astronomischen Begriffe
Abendrot Das Abendrot ist eine durch Streuung verursachte Rotfärbung des Himmels
Abendstern Als Abendstern bezeichnet man den Planeten Venus, wenn er am Abend kurz vor oder nach Sonnenuntergang im Westen zu sehen ist. Die Venus steht dann östlich von der Sonne und geht nach ihr unter. Sie ist so hell, daß sie bereits kurz vor Sonnenuntergang gesehen werden kann. Siehe auch Morgenstern.
Aberration des Lichts (jährliche)

lateinisch "aberrare" (abirren); Aberration ist die "vektorelle Addition" von (endlicher) Geschwindigkeit des Lichts und Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne (30 km/s).

Trifft ein Lichtstrahl die Mitte des Objektives, wandert der Lichstrahl weiter zum Okular. Während dieser Zeit wandert die Erde mitsamt unserem Teleskop aber ein Stückchen weiter und der Lichtstrahl trifft nicht mehr in die Mitte des Objektives. Das Teleskop muß um einen winzigen Winkel verschoben werden.

Aberration des Lichts (tägliche) Rotation der Erde, am Äquator 465 m/s, an den Polen gleich 0
Aberration des Lichts (säkulare) Geschwindigkeit des Sonnensystems (20 km/s) in Ri. Hercules.
Absorptionslinien

Jedes chemische Element, welches in Gasform gebracht und durchleuchtet wird, zeigt bestimmte, nur ihm zugehörende dunkle Linien im Spektrum, die Absorptionslinien.

Gefunden wurden sie von Joseph von Fraunhofer, welcher für seine fehlerfreien, optischen Linsen das Glasherstellungsverfahren verbessern wollte und die Brechungseigenschaften der Glasstücke gründlich prüfte.

Dringt Licht in ein Medium ein, so wird ein Teil des Lichtstroms vom Medium zurückgehalten. Dieser Vorgang heißt Absorption.

Wenn kühles Gas vor einer Lichtquelle liegt, erscheinen dunkle Linien im Spektrum. Bestimmte Lichtwellenlängen werden durch chemisch identische Substanzen in der kühleren Quelle absorbiert. An zwei markanten Stellen im Spektrum ist kein Licht und keine Farbe vorhanden, an dieser Stelle wurde das Licht absorbiert.

An diesen beiden dunklen Absorptionslinien, welche im ultravioletten Bereich - gerade noch sichtbar - liegen, sind bei weit entfernten Galaxien in Richtung rot verschoben. Ihre Wellenlänge ist größer geworden, da sie weiter von uns entfernt sind. Aus der Größe der Rotverschiebung kann die Entfernung berechnet werden.

Absolute Helligkeit

Alle Sterne haben eine unterschiedliche Entfernung zu uns, ihre tatsächliche Helligkeit entspricht also nie der scheinbaren Helligkeit, mit der sie uns erscheinen. Die absolute Helligkeit ist die Helligkeit, die ein Stern in einer Entfernung von 10 pc haben würde.

Siehe auch "Helligkeit der Sterne" und "Scheinbare Helligkeit".

Achernar

Achernar (Alpha Eri) ist der Hauptstern im Sternbild Eridanus. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 0,5 mag und ist 78 Lichtjahre entfernt. Farbe: blauweiss.

Der Name Achernar entstammt der arabischen Sprache und bedeutet "Ende des Flusses".

Achondrite

Achondrite sind eine bestimmte Sorte von Steinmeteoriten. Man unterscheidet zwischen Chondriten, Achondriten und Sideroliten.

Etwa 7% der Steinmeteoriten sind Achondriten. Sie weisen keine Chondren, also keine Kügelchen auf. Man unterteilt sie in Ca-arme und Ca-reiche Meteorite. Ihr Erscheinungsbild ähnelt dem von irdischem Basalt, ihre Identifikation ist schwierig. Man hat das Erstarrungsalter der Achondriten untersucht und gefunden, dass sie älter als der irdische Basalt sind, ca. 4,4 - 4,6 Milliarden Jahre. Demnach müssen sie von ausserhalb zu uns gekommen sein.

adaptive Optik Die adaptive Optik ist ein neuatigesVerfahren zur Eliminierung-Verminderung der Luftturbulenzen. Die Turbulenzen in unserer Atmosphäre führen zu einem "Verschmieren" der Sternpunkte. Der Teleskopspiegel wird mit Hilfe von vielen hundert hydraulischen Stützen diesen Luftturbulenzen "nachgeführt", der Spiegel also ständig anpasst.
Adler Sternbild, (lat. Aquila, Kurzbezeichnung Aql),
siehe Aquila.
Akkretion Der Begriff stammt aus dem Lateinischen, accretio bedeutet Zunahme. Unter der Akkretion versteht man das Aufsammeln von Materie.
Akkretionsscheibe

Akkretionsscheiben sind Ansammlungen von interstellarem Gas und Staub um z.B. neu entstandene Sterne oder um Weisse Zwerge in Doppelsternsystemen. Akkretionsscheiben rotieren um den zentralen Punkt. Schnell rotierende Gasmassen flachen sich ab, wie man z.B. bereits bei dem Planeten Jupiter sieht. Im Extremfall drücken sie sich zusammen zu einer Scheibe.

Akkretionsscheiben bilden sich auch um Schwarze Löcher. Wenn das Schwarze Loch Materie - z.B. Sterne oder Gas und Staub - anzieht, zwingt sie diese in eine Akkretionscheibe, welche sich rasend schnell um das Schwarze Loch bewegt, bevor sie "geschluckt" wird. Die dabei entstehenden Magnetfeldlinien ordnen sich entlang der Rotationsachse und können zu Jets führen, d.h. Material wird entlang der Feldlinien wieder ausgespuckt.

Aktive Galaxie Galaxien, in welchen gewaltige Energieausbrüche stattfinden. Unter die aktiven Galaxien fallen Seyfert- und Radiogalaxien sowie Quasare.
Albedo Die Himmelskörper, die kein eigenes Licht aussenden, z.B. die Planeten und deren Monde, werden von der Sonne angestrahlt und reflektieren dieses Licht. Unter der Albedo versteht man das Rückstrahlvermögen eines Himmelskörpers, also das Verhältnis von empfangenem zu reflektiertem Licht.
Aldebaran

Aldebaran (Alpha Tau) ist der Hauptstern im Sternbild Stier, lat. Taurus. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 0,9 mag und ist 68 Lichtjahre entfernt. Farbe: orange- blassrosa.

Der Name Aldebaran stammt aus der arabischen Sprache und bedeutet "der Nachfolgende".

Alderamin

Alderamin (Alpha Cep) ist der Hauptstern im Sternbild Cepheus. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 2.4 mag und ist 45 Lichtjahre entfernt. Farbe: weiss.

Der Name Alderamin stammt aus dem Arabischen und bedeutet soviel wie "rechter Arm".

Algol Veränderliche

Der EA (kommt von Eclipsing binary, Type Algol)- oder Algol-Typ ist ein Bedeckungsveränderlicher, welcher allein auf die gegenseitige Sternbedeckung zurückzuführen ist. Die Leuchtkraft der beiden Sterne ändert sich dabei nicht.

Man vermutet, da es sich bei dem Algol-Typus um weit getrennte Komponente handelt. Diese leuchten lange im normalen Licht und haben dann steile Minima. Bestehen die beiden Komponenten aus sehr unterschiedlich leuchtenden Sternen, kommt es zu Haupt- und Nebenminimas.

Beta Persei, von den Arabern der Name Algol (Ras Al Ghul) gegeben, ist in der griechischen Mythologie das Haupt der Medusa. Perseus tötete Medusa, eine der drei Gorgonen, von denen die schrecklichste die Medusa war. Schlangen ringelten sich um ihren Kopf und ihre Anblick versteinerte jeden Sterblichen. Offensichtlich war bereits den Griechen der veränderliche Charakter des Sterns Algols bekannt. Im arabischen heißt "Ras al Ghul" Teufelshaupt.

Die erste schriftliche Aussage über die veränderliche Helligkeit wissen wir von dem italienischen Astronomen Geminiano Montanari, um 1667. 1728 erkannte John Goodricke die Regelmäßigkeit und den logischen Grund der Veränderung.

Alle zwei Tage, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden sinkt die Helligkeit von Algol auf ein Minimum von 44% ihrer ursprünglichen Helligkeit. Die Bedeckung dauert 10 Stunden.

Der zweite Stern wurde erst 1978 spektroskopisch nachgewiesen. Das Algolsystem ist 100 Lichtjahre von uns entfernt. Die hellere Komponente ist ein weißer Stern in der Wasserstoffbrennphase. Er hat 100fache Sonnenleuchtkraft, der Durchmesser beträgt 4 Millionen km, seine Masse bei 3,5 - 4 Sonnenmassen. Der schwächere Begleiter hat ungefähr die Daten unserer Sonne. Beide Komponenten sind etwa 10 Millionen Kilometer voneinander entfernt.

Almagest

Im 2. Jhd. v. Chr. legte der griechische Astronom Ptolemaios in seinem Sternatlas "Amalgest" 48 Sternbilder fest. Sie entstanden zum größten Teil aus der griechischen Mythologie, teilweise waren sie aber auch der älteren babylonischen Kultur entlehnt.

Ptolemaios stützte sich dabei auf den Sternkatalog des Hipparch von Nikaia. Er fügte weitere Sterne hinzu und zwecks vollständiger Katalogisierung des Himmels fügte er weitere Sternbilder zu den bisherigen hinzu.

Alphard

Alphard (Alpha Hya) ist der Hauptstern im Sternbild Wasserschlange, lat. Hydra. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 2.0 mag und ist 90 Lichtjahre von uns entfernt. Farbe: orange.

Der Name Alphard entstammt der arabischen Sprache - al-fard - bedeutet "der Einsame in der Schlange".

Alpheratz

Alpheratz (auch Sirrah, Alpha And) ist der Hauptstern im Sternbild Andromeda. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 2.0 mag und ist 90 Lichtjahre von uns entfernt. Farbe: blau-weiss.

Der Name Alpheratz entstammt der arabischen Sprache - al Surrat al Faras - heisst übersetzt "Pferdenabel".

Altar Sternbild, (lat. Ara, Kurzbezeichnung Ara),
siehe Ara.
Atair

Atair (Alpha Aql) ist der Hauptstern im Sternbild Adler, lat. Atair. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 0,8 und ist 16 Lichtjahre von uns entfernt. Farbe: weiss.

Der Name Atair entstammt der arabischen Sprache - atair- bedeutet "fliegender Adler".

Analemma

Im Laufe eines Jahres sinkt und steigt der Bogen, den die Sonne im Laufe eines Tages beschreibt. Zum Sommer zu steigt die Sonne hoch am Himmel, und gegen Winter steht sie nur flach über dem Horizont.

Der höchste Punkt der Bahn steigt und sinkt nicht nur im Lauf eines Jahres, sondern er "oszilliert" nach rechts und links. Dabei ist der Ausschlag nach rechts (ein Verfrühen in der Zeit) im Frühling und Herbst zu vermelden. Umgekehrt gibt es ein Nachhinken (Ausschlag nach links) zur Sommer- und Winterzeit. Würde man die Position der Sonne jeden Tag zur exakt gleichen Zeit (z.B. 12 Uhr mittags) in einer einzigen Aufnahme darstellen, so ergäbe sich die nebenstehende "Acht". Nur wenn man dies um 12 Uhr mittags tut, ergäbe sich eine aufrechte Acht, deren (lange) Symmetrieachse senkrecht zum Horizont steht (wie in der gezeigten Abbildung).

Die Aufnahme wurde dem Buch entnommen: Die Erscheinungen am Sternenhimmel" von Hermann von Baravalle, Verlag Freies Geistesleben GmbH, Stuttgart, 1962.

Andromeda

Sternbild, Kurzbezeichnung And,

Sternbild der nördlichen Hemisphäre, die Andromeda kulminiert im Herbst. Einige schöne Galaxien kann man in der Andromeda bewundern, natürlich M31 mit ihren Nachbargalaxien, NGC 891.

Das Sternbild führt sich zurück auf die Sage der Andromeda, Tochter des Königs Cepheus und seiner Gemahlin Cassiopeia. Sie sollte einem Meeresungeheuer geopfert werden, Perseus errettete sie.

Andromeda Galaxie

Die Andromeda-Galaxie ist die einzige Galaxie, welche wir mit bloßem Auge am nördlichen Sternenhimmel beobachten können. Selbst in kleineren Teleskopen ist sie ein imposanter Anblick. Man nimmt die Entfernung zu ca. 2,1 Millionen Lichtjahren an.

Die Andromeda-Galaxie ist eine Sterneninsel, ähnlich unserer Milchstraße. In ihr fand Hubble die Cepheiden, pulsierende Sterne, mit denen er zum ersten Mal die Entfernung eines Objektes bestimmte, welches sich nicht in unserer Milchstraße befindet.

Die Andromeda gehört wie unsere Milchstraße zu der Lokalen Gruppe, einer Anzahl von Galaxien, von denen wir annehmen, daß sie zusammengehören. Darunter auch die Galaxien M 33, große und kleine Magellansche Wolke.

Beobachtet man die Andromeda in unterschiedlichen Wellenlängen, erhält man eine Reihe von interessanten Informationen. Im Infrarotlicht sieht man die Gebiete, in denen noch heute in der Andromeda Sterne geboren werden. Sie konzentrieren sich in der galaktischen Mitte und in Teilen der Spiralarme.

Betrachtet man das Zentrum im Röntgenlicht, so sieht man intensiv strahlende Sterne, fast alle sind Doppelsterne.

Und im Radiobereich kann man erkennnen, daß das Band der Galaxie rotiert. Die roten Randgebiete strömen von uns weg, die blauen Bereiche kommen auf uns zu, die Galaxie rotiert also von rechts nach links.

Antares

Antares (Alpha Sco) ist der Hauptstern im Sternbild Skorpion, lat. Scorpius. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 1.1 mag und ist 500 Lichtjahre von uns entfernt. Farbe: rot.

Der Name Antares bedeutet soviel wie "Gegenspieler des Mars" oder "Rivale des Mars".

Antennengalaxien NGC 4038/39 sind zwei Galaxien im Sternbild Rabe, lat. Corvus. Die beiden Galaxien kollidieren derzeit miteinander. Dadurch bildeten sich zwei dünne Materieschweife, die sich wie Antennen aus dem Kern der verschmelzenden Galaixen weit in den Weltraum hinausstrecken.
Antlia

Sternbild (dt. Luftpumpe), Kurzbezeichnung Ant

Antlia ist wie die meisten Sternbilder des südlichen Himmels nicht durch Mythen, sondern durch die Kartographierung im 18. Jhd. entstanden. Ebenso wie Pyxis, der Schiffskiel, ist Antlia eine Schöpfung des französischen Astronomen Nicolas de Lacaille.

Antlia ist ein kleines, unscheinbares Sternbild, es enthält keine Sterne, die heller als mag 4 haben, drei Galaxien sind in ihr zu beobachten.

Apex Der Name stammt aus dem lateinischen und bedeutet Spitze. Unter dem Apex versteht man den Zielpunkt der Sonne, auf den sie sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 20 km/sec. zu bewegt. Er liegt im Sternbild Hercules.
Aphel Den sonnenfernsten Punkt der Umlaufbahn von Planeten, Kometen und Asteroiden bezeichnet man als Aphel.
Apogäum Der Punkt in der Umlaufbahn eines Satelliten oder des Mondes, der von der Erde am weitesten entfernt ist, wird Apogäum genannt. Der erdnahste Punkt wird Perigäum genannt.
Apus Sternbild (dt. Paradiesvogel), Kurzbezeichnung Aps,
Das Sternbild ist ein altes Sternbild, es wurde bereits von Johann Bayer 1603 in seiner Uranometria erwähnt. Er muss von Seefahrern über dieses Sternbild unterrichtet worden sein, denn der Apus ist ein Sternbild ganz in Nähe des südlichen Pols.
Aquarius Sternbild (dt. Wassermann), Kurzbezeichnung Aqr.
Das Sternbild steht zur Herbstzeit am nördlichen Himmel. Im Sternbild stehen zwei Kugelsternhaufen, mehrere Galaxien sowie der berühmte Helix-Nebel ( NGC 7293) und der kleinere aber reizvolle Saturn-Nebel (NGC 7009).
Äquinoktium Tagundnachtgleiche, d.h. sowohl der Tag als auch die Nacht sind gleich lang. Dies geschieht, wenn die Sonne am 21.3 (zum Frühlingsanfang) und zum 23.9. (zum Herbstanfang) durch den Himmelsäquator läuft.
Aquila

Sternbild (dt. Adler), Kurzbezeichnung Aql

Sternbild des nördlichen Himmels im Sommer. Der Adler enthält eine Menge interessanter Objekte, Doppel- und Mehrfachsterne sowie einige Planetarische Nebel.

Ara Sternbild (dt. Altar), Kurzbezeichnung Ara
steht am südlichen Sternenhimmel und kulminiert im Sommer.
Ariel Mond des Planeten Uranus. Entdeckt 1851 von Lassell, Durchmesser 1.000 km.
Aries

Sternbild (dt. Widder), Kurzbezeichnung Ari,

es steht zwischen der Andromeda, dem Walfisch, den Fischen und dem Stier und kulminiert spät im Jahr.

Im Aries stehen viele schöne Doppel- und Mehrfachsterne.

Arctur

Arctur(us) (Alpha Boo) ist der Hauptstern im Sternbild Bärenhüter, lat. Bootes. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 0.0 mag und ist 37 Lichtjahre von uns entfernt. Farbe: orange.

Der Name Arcturus stammt aus dem griechischen und bedeutet "Bärenhüter".

Argelander, Friedrich Wilhelm (1799-1875)

Friedrich Wilhelm August Argelander wurde am 22. März 1799 in Memel, Preussen geboren. Durch Friedrich Wilhelm Bessel zur Astronomie gebracht, wurde Argelander 1820 dessen Assistent an der Königsberger Sternwarte.

1822 promovierte Argelander mit einer Arbeit über die Sternbeobachtungen Flamsteeds und sechs Jahre darauf bot man ihm eine Professur in Finnland an. In den Folgejahren entstand seine "Uranometria nova", ein Sternatlas, der nur Sterne enthielt, welche mit blossem Auge sichtbar waren. Insbesondere die Helligkeitsvergleiche und Schätzungen machten diesen Katalog berühmt. Es entstand die "Argelandersche Stufenschätzungsmethode" zur Helligkeitsbestimmtung.

1845 ging die Bonner Sternwarte in Betrieb, ab 1852 erstellte Argelander von dort einen Sternkatalog - die sogenannte "Bonner Durchmusterung" - welche 1883 veröffentlicht wurde.

Argelander starb am 17. Februar 1875.

Ariel

Ariel ist ein Uranusmond, 1851 entdeckt von Lassell. Bisher hat man 21 Uranusmonde gefunden, jedoch stehen weitere Aspiranten an. Alle Uranusmonde erhielten Namen nach Shakespeare Gestalten.

Radius 580 km
Masse 1,27 * 1021kg
Abstand zum Planeten 191.240 km
   

Ariel scheint nur selten von Meteoriten bombardiert worden zu sein, seine Oberfläche besitzt wenige Krater. Gewaltige Aktivitäten im Innern des Mondes könnten jedoch zu einer Art Überflutung der Oberfläche geführt haben und dadurch die Krater ausgelöscht haben. Zumindest glauben die Astronomen, dass in jüngerer Zeit eine solche Umwandlung stattgefunden hat. Allerdings bleibt offen, welches Material sich bei den tiefen Temperaturen dieses sonnenfernen Mondes verflüssigen könnte.

Einen weiteren Hinweis auf die gewaltigen aktiven Zeiten sind die Risse und Spalten, welchen dem Mond sein heutiges Aussehen geben.

Aschgraues Mondlicht

Der Mond strahlt kein eigenes Licht aus, sondern reflektiert lediglich das Licht der Sonne. Da der Winkel, unter dem wir ihn von der Erde aus sehen, täglich wechselt, sehen wir manchmal eine voll beschienene Seite, manchmal nur einen Teil und zeitweise ist der Mond überhaupt nicht auffindbar. Unser Trabant wechselt - von uns aus beobachtet - ständig seine Erscheinungsgestalt.

Diese scheinbare Formveränderung - also die Mondphasen - reichen über Vollmond, linksgeneigte (abnehmende) Sichelform, Neumond (Unsichtbarkeit), rechtsgeneigte (zunehmende) Sichelform bis wieder hin zum Vollmond. Der Lauf dieses sogenannten synodischen Monats beträgt 29,53 Tage.

Die von der Sonne abgewandte, also nicht beschienene Seite, ist trotzdem von der Erde ganz schwach auszumachen. Dieses Phänomen entsteht durch das Sonnenlicht, welches die Erde zum Mond und von dort wieder zurückspiegelt. Bereits Leonardo da Vinci erkannte diesen faszinierenden Zusammenhang.

Assoziation Unter Assoziationen versteht man die vermehrte Häufung eines Sterntypus; sie haben z.B. gleiche oder ähnliche spektrale Eigenschaften. Bekannt sind ca. 100 Assoziationen, sie befinden sich vorwiegend in den Spiralarmen unserer Galaxis. Assoziationen können aus 10 aber auch aus bis zu 1.000 Sternen bestehen. Man findet Assoziationen, welche einen Durchmesser von 30 bis zu 200 pc haben.
Asteroiden Asteroiden sind kleine Planeten mit einem geringen Durchmesser. Sie können bis zu ca. 1.000 km haben. Abertausende von ihnen ziehen in einem Mahlstrom um die Sonne, ihre Bahn liegt zwischen Mars und Jupiter.
Siehe Kleinplaneten
Asteroidengürtel

Die inzwischen widerlegte Titius-Bode-Regel besagte, dass die Abstände zwischen den Planeten auf eine einfache Formel gebracht werden könnnen. Nur zwischen den Planeten Mars und Jupiter fehlte nach der Regel ein Planet und dieser wurde Ende des 18. Anfang des 19. Jhd.´s intensiv gesucht. Gefunden hat man keinen Planeten, aber viele einzelne Kleinplaneten, welche auf einem Mahlstrohm um die Sonne herumdümpeln. Hier die ersten entdeckten vier Kleinplaneten:

  Ceres 1801 Piazzi
  Pallas 1802 Olbers
  Juno 1804 Harding
  Vesta 1807 Olbers
Astrologie

Pseudowissenschaft, die von sich behauptet, persönliche Schicksale, zukünftige Ereignisse, Lebensumstände etc. aus dem Lauf der Sterne, insbesondere der Planeten und Sternbilder ableiten zu können.

Die Astrologie versucht das Himmelsgeschehen (z.B. Konstellationen) mit irdischen Ereignissen in Verbindung zu bringen. Sie versucht aus bestimmten himmlischen Geschehnissen Vorhersagen für die Menschen herauszulesen.

Astronomie ist die Stern- und Himmelskunde und eine exakte Naturwissenschaft. Der Astronom beobachtet, forscht, der Astrologe deutet.
Astronomische Dämmerung

Die astronomische Dämmerung beginnt und endet, wenn die Sonnenmitte 18º unter dem Horizont ist; auch schwache Sterne sind mit dem bloßen Auge sichtbar

Siehe auch bürgerliche Dämmerung und nautische Dämmerung.

Astronomische Einheit Als eine Astronomische Einheit (kurz "AE") bezeichnet man den mittleren Abstand Erde-Sonne = 149.598.000 km = ca. 149,6 Mio. km. Sie wird als Längeneinheit bei Entfernungen im Sonnensystem verwendet.
Atair Hellster Stern des Sternbilds Adler (lat. Aquila). Der Name stammt aus dem arabischen und bedeutet "Fliegender Adler". Entfernung 16 Lj, Farbe: weiss.
Seine visuelle Helligkeit liegt bei 0m.8, damit ist er einer der hellsten Sterne am nördlichen Himmel. Atair kulminiert im Sommer.
Ataxite

Der berühmteste Vertreter der Ataxite ist der Hoba Meteorit in Namibia. Ansonsten sind Ataxite sehr selten. Ataxite haben eine feinkörnige Struktur, sie enthalten überwiegend Nickel. In ihnen findet man weder Neumannsche Linien oder Widmanstättensche Figuren. Dafür haben sie oft breite Bänder und zeigen manchmal farbige Abstufungen.

Siehe auch Eisenmeteorite

Atmosphärische Erscheinungen

Optisch reizvolle Erscheinungen am Himmel, am Tag und in der Nacht. Die verschiedenen atmosphärischen Erscheinungen - wie z. B. Polarlichter - finden in unserer Atmosphäre statt, also sowohl in den unteren als den oberen Schichten, welche unsere Erde umgeben.

Auflösungsvermögen Unter dem Auflösungsvermögen eines Teleskops versteht man seine Trennschärfe. Sie wird definiert durch das Trennvermögen zweier eng beieinander liegender Sterne.
Auriga

Sternbild (dt. Fuhrmann, Kurzbezeichnung Aur),
es kulminiert am nördlichen Sternenhimmel im Spätherbst. Auriga kann man gut an dem markanten Fünfeck erkennen, es liegt über dem Stier.

Bereits in Mesopotamien identifizierte man die Sternkonstellation als einen Fuhrmann, teilweise mit einer Ziege dargstellt.

Äussere Planeten Darunter versteht man die Planeten, welche sich weiter von der Sonne entfernt befinden wie die Erde. Das sind Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Plut.
Azimut Azimut bezeichnet einen Horizontalkreis von 360 Grad. Aziumutale Winkel werden von NORD - beginnend bei O Grad - über OST (90), SÜD (180) und WEST (270) gemessen oder gezählt. Die Höhen- oder Vertikalkomponete nennt man Elevation (in den USA Altitude = Höhe) und wird von Horizont zu Horizont von 0 - 180 Grad gezählt oder gemessen.
AXAF Amerikanischer Satellit mit einem Wolter Röntgenteleskop an Bord. Siehe auch CHANDRA.
Aurora Australis Aurora Australis ist eine andere Bezeichnung für die Polarlichter am Südhimmel.
Sie entstehen, wenn Ströme von Elektronen aus
Aurora Borealis Aurora Borealis ist eine andere Bezeichnung für die Polarlichter am nördlichen Himmel.
   

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