
Merkur ist der sonnennächste Planet, er umrundet sie in 88 Tagen. Die Elongation des Merkurs beträgt nur 28°, da er eine sehr kleine Bahn um die Sonne beschreibt. Er besitzt keine Atmosphäre, seine Oberfläche ähnelt der des Mondes, vernarbt und zerklüftet. Merkur ist in Amateurteleskopen kein lohnendes Objekt, lediglich die Bahnbewegung ist von Interesse. Der nächste Merkurdurchgang vor der Sonne ist am 15. November 1999.
Venus ist der zweite innerer Planet, ihre Umlaufzeit um die Sonne beträgt 225 Tage. Die Oberfläche ist nicht beobachtbar, da sie von strukturlosen Wolken bedeckt wird. Die Venus ist der bekannte Morgen- und Abendstern, sie hat eine größere Elongation als der Merkur, mit 48° ist sie besser beobachtbar, auch ihre Phasen kann man dann sehen. Der nächste Venusdurchgang vor der Sonne ist am 8. Juni 2004.
Reizvoll sind auch Serien von Aufnahmen, welche den Phasenwechsel der Venus festhalten. Zwei weitere interessante Aspekte der Venus seien noch erwähnt: Der sog. Schröter Effekt und die übergreifenden Hörnerspitzen. Beide sind auf die enorme Lichtbrechung innerhalb der dichten Venusatmosphäre zurückzuführen.
Mars ist der erste äußere Planet mit einer Umlaufzeit von 687 Tagen um die Sonne. Seine rote Farbe verdankt er seinem eisenhaltigen Gestein, dem "Rost". Mars hat eine dünne Atmosphäre, die Fluchtgeschwindigkeit beträgt 5 km/sec. Gerade genug, um ein paar wenige Wolken zu erhalten.
Atmosphäre:
Wolken und Staubstürme sind im großen Teleskop zu beobachten. Mars hat eine recht exzentrische Umlaufbahn, was zu starken Klimaveränderungen führt.
Pole und Permafrostboden:
Mars besitzt vereiste Polkappen aus Wassereis und gefrorenem Kohlendioxyd. Im Lauf eines Marsjahres wachsen oder vermindern sich diese Eiskappen. Im Marssommer entweicht das Kohlendioxid in die Atmosphäre, die Eiskappe verringert sich. Im Permafrostboden, welchen man auf einen Kilometer Dicke schätzt, sollen sich enorme Wasserreservoire befinden. Würden sie schmelzen, wäre der Mars mit einem Ozean bedeckt, welcher bis zu 100 m hoch wäre.
Dunkle Zonen mit braun-grünen Details:
Es handelt sich um Hochländer, Tiefebenen, die von Schiaparelli eingeführten "canali", fälschlicherweise als Kanäle übersetzt, existieren nicht. Auf dem Mars gibt es ausgedehnte Tiefebenen, Krater und Vulkane. Der größte Vulkan im Sonnensystem, der Olympus Mons auf Mars, hat eine Höhe von 26 km.
Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems, er beinhaltet 1/1.000 der Sonnenmasse. Für eine Umrundung der Sonne benötigt er 12 Jahre, seine Rotationszeit beträgt ca. 10 Stunden. Die Oberfläche des Jupiter (sofern er eine hat), kann nicht beobachtet oder fotografiert werden. Eine dicke Atmosphäre aus Wasserstoff und Helium bildet bizarre Wolkenformationen. Diese sind allerdings sehens- und fotografierenswert.
Der Große Rote Fleck (GRF):
Er befindet sich auf der Südhalbkugel des Jupiter und hat die Ausmaße von 30.000 x 14.000 km. Man glaubt im GRF einen permanent tobenden Hurrikan zu sehen, welcher durch Konvektion aus dem Innern des Jupiters gespeist wird. Eine Theorie aus dem Jahr 1963 beschreibt den GRF als das Ende einer stehenden Gassäule, der "Taylor-Säule".
Bizarre Wolkenbänder:
Man unterteilt sie in mehrere (bis zu 18) Formationsbänder je nach Lage von der nördlichen Polarregion bis zur südlichen Polarregion. Die zwei wichtigsten Hauptbänder befinden sich oberhalb und unterhalb des Äquators. NÄB zeigt faszinierende Einzelheiten und ist dominierend. Das SÄB ist dagegen viel veränderlicher, es kann ganz undeutlich und verschwommen werden.
Die galileischen Monde:
Bereits im Fernglas sind Io, Europa, Ganymed und Callisto zu beobachten. Ihre Umlaufbahnen um Jupiter verlaufen um die Äquatorebene, so dass Bedeckungen und Schattenwürfe zu beobachten sind. Insgesamt sind zurzeit 63 Jupitermonde bekannt.
Der Saturn hat annähernd die Größe Jupiters, seine Umlaufzeit um die Sonne beträgt 29 Jahre, die Rotation beträgt 10 Stunden. Sein Ringsystem ist beliebtes Objekt der Fotografen. Fotografiert man den Saturn über mehrere Jahre, kann man die unterschiedliche Sicht auf die Ringe, hervorgerufen durch die Veränderung unserer Blickrichtung, dokumentieren.
Oberfläche:
Saturn ist ein Gasriese wie Jupiter, aber doppelt so weit weg wie er. Deshalb sind in den Wolkenformationen die Strukturen weißlich, verwaschen, nicht so gut strukturiert wie die Wolkenformationen auf Jupiter. Für Amateure mit größeren Teleskopen untergliedert sich die Saturnatmosphäre in helle Zonen, dunkle Bänder parallel zur Äquatorrichtung. Am Äquator sieht man ein helles Band. Daran schließen sich nach oben wie nach unten dunkle Bänder. Die Pole sind dunkel bis grau. Da die Saturnatmosphäre keine oder nur selten Flecken zeigt, ist die Rotationsdauer schlecht messbar.
Der weiße Fleck:
Zum ersten Mal 1876 von Hall beobachtet, dann 1903 (Barnard), 1933 (Hay) und 1960 (Dollfus/Botham). 1990 vom Hubble Space Teleskop beobachtet. Man glaubt, dass der Weiße Fleck circa alle 30 Jahre auf der Nordhalbkugel erscheint und auf die Umlaufzeit des Saturn um die Sonne (29) Jahre zurückzuführen ist. Das bedeutet, dass der Fleck ein jahreszeitliches Phänomen sein kann, da durch die Polneigung von 29° zur Bahnebene alle 29 Jahre die Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel eine Art Sommer produziert. Es handelt sich vermutlich um "riesige Wolken aus Schneekristallen aus Ammoniak- und Ammoniumsulfid-Eis, die durch die thermischen Bewegungen in höheren Schichten der Saturnatmosphäre entstehen, ein analoger Vorgang wie die Bildung von gewaltigen Gewitterwolkentürmen im irdischen Hochsommer" (Himmelsjahr 1993). Es lohnt sich also, im Gegensatz zu den Ringen, die Atmosphäre des Saturns zu beobachten.
Saturnringe:
Erst im 17 Jhd. Von Huygens wurde die tatsächliche Natur des "dreifachen Planeten" erkannt. Die Ringe schweben "frei" um die Äquatorebene des Saturns. Äquator und Ringe sind um 27° gegen die Bahnebene geneigt. Das führt während der 29jährigen Umlaufbahn zur unterschiedlichen Perspektiven auf die Ringe. Mal sind sie stark geöffnet, mal schaut man direkt auf die Ringkante.
Cassini-Teilung:
1675 entdeckt Cassini die Teilung der Ringe. Insgesamt enthalten die Ringe Tausende von Einzelringen (wie eine Schallplatte), selbst die Cassini-Lücke besteht aus Ringsegmenten.
Saturnmonde:
Von den derzeit 62 Monden des Saturn können die Monde Tethys, Dione, Rhea, Japetus und Titan im Amateurteleskop beobachtet werden. Daten dafür gibt es in jedem Jahrbuch.
Uranus (bläulich) ist ein Gasriese aus Wasserstoff, Helium und Methan; Neptun, sein Zwillingsbruder ist grünlich. Pluto, der ehemals letzte Planet unseres Sonnensystems, hat eine Umlaufzeit von 248 Jahren und führt seit 2006 die neue Gruppe der „Zwergplaneten" an.
Oberflächendetails sind nicht zu beobachten, allerdings ist es reizvoll, auf Fotografien die schwach scheibchenförmige Struktur von Uranus und Neptun unter den punktförmigen Sternen sichtbar zu machen. Fotografisch können über mehrere Tage die Bahnbewegungen verfolgt werden. Außerdem ist die Schleifenbildung aller äußeren Planeten fotografisch erfassbar.
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