
von Wolfgang Paech

Die Chromosphäre der Sonne. Foto am 27.5.1988: © 2001, W. Paech
Die Chromosphäre der Sonne ist die "Zwiebelschale" der Sonne, die direkt über der Photosphäre liegt. Ihre Dichte (Anzahl der Atome) ist wesentlich geringer als die der Photosphäre, ausserdem strahlt sie hauptsächlich Licht nur einer einzigen Wellenlänge (der des Wasserstoffatoms, H-alpha, 656.3 Nanometer) ab.
Die Lichtintensität beträgt nur ca. ein Millionstel der der Photosphäre. Deshalb braucht man Spezialteleskope und spezielle Filter, um diese Gasschicht dem Auge sichtbar zu machen (sie wird allerdings während einer totalen Sonnenfinsternis kurz fürs blosse Auge sichtbar). Die Chromosphäre ist nur ca. 10.000 Kilometer mächtig, aber in ihr steigt die Temperatur an der Grenze zur Photosphäre von ca. 5.500 Grad auf mehrere 10.000 Grad bis zur Grenze der Korona an. Der Mechanismus der Aufheizung ist weitgehend ungeklärt.
Für den Amateur beobachtbare Phänomene:
Sonnenflecken, Sonnenprotuberanzen (Filamente), Chromosphärische Fackelgebiete und Sonnenflares
Protuberanzen sind heftige Explosionen von Wasserstoffgas, die (fast) immer mit Sonnenfleckenaktivitätsgebieten gekoppelt sind (Störungen der magnetischen Flussröhren. Stichwort: magnetische- und elektrische Kurzschlüsse).
Beobachtet man sie am Sonnenrand gegen das schwarze Weltall erscheinen sie von tiefroter Farbe und man nennt sie Protuberanzen.
Auf diesem Bild sieht man sehr schön, wie sich das Gas in einem Magnetfeld zwischen einem Nord- und einem Südpol "geführt" wird. Für solche Beobachtungen benötigt man ein sogenanntes Protuberanzenfernrohr oder einen Protuberanzenansatz.
Beobachtet man Protuberanzen auf der Sonnenoberfläche (sozusagen in Draufsicht), erscheinen sie dunkel und man bezeichnet sie dann als Filamente (siehe Bild oben). Dazu benötigt man dann aber spezielle (und sehr teure) H-alpha Oberflächenfilter
Die Gasteilchen folgen dabei meist den magnetischen Flußröhren und zeigen dabei häufig bogenförmige Strukturen, wobei die Materie von einem magnetischen Pol aufsteigt und zum anderen Pol wieder auf die Sonne herabstürzt. Die Geschwindikeiten können bis zu 1.000 Kilometer pro Sekunde betragen. Protuberanzen können Höhen von einigen 100 000 bis zu Millionen km erreichen
Brechen die Magnetfeldlinien auf, in der die Gasteilchen gefangen sind, kann die Materie bei heftigen Explosionen die Anziehungskraft der Sonne überwinden und das Gas entweicht in den Weltraum. Protuberanzen steigen weit in die Sonnenkorona auf und beeinflussen auch Strukturen dort. Sie können, ebenso wie Flares, sogenannte coronale mass ejections auslösen.
Chromosphärische Flares sind regional begrenzte, schlagartige Aufheizungen der Sonnenchromosphäre (Zeitdauer zwischen einigen Minuten und einigen Stunden). Die Energien, die dabei freigesetzt werden, reichen aus sowohl Materie als auch sehr energiereiche elektrische Teilchen (Elektronen und Protonen) mit extrem hohen Geschwindigkeiten ins Weltall zu schleudern. Sie werden wahrscheinlich durch Zusammenbrüche oder Verschmelzungen von magnetischen Flußöhren ausgelöst. Die Energien, die dabei freigesetzt werden können, entsprechen dem 100-Milliardenfachen der Hiroshima Atombomben.
Hier finden Sie einen Zeitrafferfilm eines Sonnenflares im Röntgenlicht, aufgenommen von SOHO
Treffen die energiereichen Teilchen auf das Erdmagnetfeld, so lösen sie unter anderem Polarlichterscheinungen aus. Sie beeinflussen aber auch das Gesamtmagnetfeld der Erde und stören die Ionosphäre (Stichwort: Zusammenbrechen oder Überreichweiten von Funkverkehr, Induzieren von elektrischen Strömen in langen Metalleitern z.B. in Pipelines, Störungen in Elektrokraftwerken, etc, siehe auch Solar-Terrestrische Beziehungen).
| Copyright Hinweis Diese Internet Seiten sind durch internationales Copyright geschützt. Sie dürfen nicht kopiert und/oder für kommerzielle Zwecke (komplett oder zum Teil) verwendet werden. Verstöße gegen dieses Copyright werden strafrechtlich verfolgt. Gerichtsstand ist in 66424 Homburg, Deutschland. Konzept und Design dieser Internet Seiten sowie alle enthaltenen Grafiken und Diagramme (sofern kein anderer Urheber angegeben ist) wurden entwickelt von: Personello.com GmbH - Fotogeschenke Zum Lokschuppen D 66424 Homburg / Germany Tel# +49 (0) 6841-979-142 Fax# +49 (0) 6841-979-200 E-Mail: info@astronomie.de |
Copyright Notice These internet pages are protected under an international copyright. They may not be copied and/or used for commercial purposes (completely or partially). Violations of said copyright will result in criminal prosecution. Legal venue is 66424 Homburg/Germany. Concept and design of these internet pages and all graphs and charts contained have been developed by Personello.com GmbH - Fotogeschenke Zum Lokschuppen D 66424 Homburg / Germany Tel# +49 (0) 6841-979-142 Fax# +49 (0) 6841-979-200 E-Mail: info@astronomie.de |