Merkur Beobachtung

Merkur kann von der Erde aus mit dem bloßen Auge beobachtet werden, wenn er sich auf seinen Bahnbogen in seinem maximaler Winkelabstand (28°) von der Sonne befindet und die Ekliptik zugleich in einem steilen Winkel zum Horizont steht. Die Ekliptik bildet ein steilen Winkel zum Horizont während der Abenddämmerung im Frühjahr und der Morgendämmerung im Herbst. Besonders günstig ist es für Beobachter in unseren Breiten, wenn sich der Merkur zugleich möglichst weit nördlich der Ekliptik aufhält. Diese günstigen Voraussetzungen treffen jedoch selten zusammen. Wenn dann der Himmel auch noch bis zum Horizont klar ist, erscheint Merkur als scharfer, grellweißer Stern, weißer, aber weniger hell als die strahlende Venus. Diesen Anblick bekommt man in seinem Leben leider nicht oft geboten.

Merkur ist der flinkste Planet im Sonnensystem. Sein Winkelabstand zur Sonne ändert sich von Tag zu Tag um mehrere Grad, daher sind die Perioden seiner möglichen Sichtbarkeit kurz. Will man Merkur sehen, muss man pünktlich sein: Merkur wartet nicht.

Steht Merkur am Abendhimmel über dem Horizont, braucht man ein Fernglas, um ihn am aufgehellten Dämmerungshimmel aufzuspüren. Während der Himmel dunkler wird, tritt Merkur immer besser hervor, sinkt dabei allerdings rasch zum Horizont. Steht Merkur am Morgenhimmel, steigt er vor der Sonne empor und kann mit bloßem Auge gesehen werden, bis der heller werdende Dämmerungshimmel den Beobachter zwingt, ein Fernglas zu benutzen.

Beobachtungen Merkurs mit dem Fernrohr während seiner Sichtbarkeitsperiode werden durch Merkurs horizontnahe Position sehr behindert. Bei guter Luftruhe kann es sich lohnen, Merkur während seiner westlichen Elongation nach Sonnenaufgang am klaren Morgenhimmel mit dem Fernrohr zu beobachten. Das Fernrohr muss dabei zwingend so im Schatten eines Gebäudes stehen, damit man sicher davor geschützt ist, während der Suche nach Merkur versehentlich in die Sonne zu schauen.

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