
von Emil Khalisi
Saturn darf mehr als 60 Monde sein eigen nennen, davon tragen zur Zeit (2010) 53 einen Eigennamen. Bis zum Raumfahrtzeitalter kannte man nur 9 Monde, 1966 wurde ein Mond photographisch entdeckt, alle weiteren durch Raumsonden. Der einzig wirklich große Mond ist Titan, der sogar fast doppelt so groß wie unser Erdenmond ist. Die meisten anderen Satelliten sind "Moonlets", kleine felsgroße Brocken mit Durchmessern von weniger als 50 km.
Nachfolgend beschrieben werden nur die wissenschaftlich interessantesten Monde, sortiert nach Größe:
Titan ist mit einem Durchmesser von 5150 km der zweitgrößte Mond des Sonnensystems. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Anzeichen, dass er eine eine dichte Atmosphäre besitzen könnte. Nachdem dies 1944 bestätigt wurde, geriet der Mond in den Interessensfokus aller zum Saturn führenden Missionen. Die Sonde Cassini-Huygens hatte sogar eine Landeeinheit, die etwa 2 Stunden lang Messungen durchführte sowie 1 Foto zur Erde schickte. Die nebenstehende Aufnahme des Orbiters Cassini ist falschfarbencodiert und zeigt eine komplexe Oberflächenstruktur mit Hoch- und Tiefebenen, Wolken und Methanseen.
Rhea umläuft den Mutterplaneten in einem Abstand von 3,5 Saturnradien. Seine Oberfläche scheint in zwei geologisch unterschiedliche Einschlagshälften geteilt zu sein: Eine hat viele Krater mit Durchmessern von mehr als 40 km, die andere hat relativ wenige von dieser Größe. Man glaubt, dass der Mond zu 2/3 aus einem Eis-Gestein-Gemisch zusammengesetzt ist. Ein naher Vorbeiflug der Cassini-Sonde in einer Entfernung von 100 km über der Oberfläche erbrachte keine geologische Aktivität wie z.B. Kryovulkanismus.
Geringfügig kleiner als Rhea, ist Iapetus ein besonders seltsamer Mond. Eine seiner Hemisphären ist extrem dunkel (Albedo: 0,05), während die andere, der Orbitrichtung abgewandte Seite recht hell erscheint (Albedo: 0,5). Die Ursache dafür kann ein Einschlag auf einem Nachbarmond (Hyperion? Phoebe?) gewesen sein, so dass Material auf Iapetus gefallen ist. Der Helligkeitsunterschied führt dazu, dass man den Mond mit dem Teleskop nur auf einer Seite des Saturn beobachten kann.
Dione kreist im Abstand von 6,3 Saturnradien und besitzt auf seiner Bahn noch (mindestens) zwei weitere Kleinmonde, die jeweils in den Lagrangepunkten L4 und L5 vor- bzw. nacheilen. Dione ist relativ dunkel, jedoch gibt es auch einige helle Streifen, deren Ursprung nicht geklärt ist. Es könnte sich um Spalten oder Risse in der vereisten Oberfläche handeln oder herabgefallene Relikte von Eisvulkanismus sein.
Tethys weist einen Durchmesser von 1060 km auf und wird ebenfalls von zwei bahngleichen Monden in den Lagrange-Punkten begleitet. Ähnlich wie die anderen Monde ist er ein Eismond und stark verkratert. Besonders augenfällig ist ein Krater, der mit 400 km Durchmesser fast die Hälfte der Querschnittsfläche einnimmt. Der Krater ist weitgehend flach und folgt der Krümmung der Mondkugel. Dies ist wohl eine Folge der nachgebenden, weichen Oberfläche.
Als eine der größeren Überraschungen der Cassini-Mission entpuppte sich Enceladus, ein Eismond mit einem Durchmesser von 500 km. Auf seiner Südhalbkugel fand man streifenartige Spalten, die als geologische Brüche gedeutet werden. Aus ihnen werden kleine Partikel aus Eis herausgeschleudert. Die mikrometergroßen Teilchen entweichen ins All und verteilen sich im hauchdünnen E-Ring. Unterhalb der Eiskruste könnte es sogar einen Ozean mit flüssigem Wasser geben. Man geht davon aus, dass Enceladus heute noch geologisch aktiv ist.
Mimas hat einen Durchmesser von knapp 400 km. Sein auffälligstes Merkmal ist der Krater "Herschel", dessen Kraterwall sowie der Zentralberg rund 5 bis 6 km hoch sind. Oft wird behauptet, dass das Aussehen des Mondes für den sogenannten Todesstern im Film "Star Wars" Pate stand. Doch die Ähnlichkeit ist eher ein Zufall, denn die Filme wurden drei Jahre vor den Voyager-Aufnahmen gedreht.
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