Was sehen wir am Firmament im Juli?

von Günther Bendt (Texte) und Stefan van Ree (technische Umsetzung) - http://www.Der-Mond.org/


Am 1. Juli geht die Sonne um ca. 21:50 unter, am 2. Juli geht sie gegen 5:30 wieder auf. Bis weit in die Monatsmitte den bleibt der Nachthimmel in der nördlichen Hälfte Deutschlands aufgehellt, während es dann im Süden Deutschlands um Mitternacht schon wieder ein paar Stunden richtig dunkel werden kann. Am 30. Juli geht die Sonne bereits um 21:24 unter und am folgenden Morgen gegen 6:00 auf. Im Verlauf des Monats Juli werden die Nächte merklich länger, aber bis zum Monatsende wird es auch im hohen Norden Deutschlands um Mitternacht noch nicht vollständig dunkel.

Der Juli ist der Wetterstatistik zufolge der wärmste Sommermonat. Die am Tag angesammelte Wärme wird in der Nacht abgestrahlt und kann dann turbulente Luftströmungen erzeugen, die eine erhebliche Luftunruhe verursachen. Das erkennt man am kräftigen Funkeln der Sterne. Unter solchen Beobachtungsbedingungen sind astronomische Beobachtungen am Fernrohr bei hohern Vergrößerungen trotz sternklarem Himmel wenig aussichtsreich. In der zweiten Nachthälfte können die Bedingungen sich bessern, sodass man mit dem Fernrohr ein paar erfolgreiche Beobachtungen machen kann.  
Eine milde klare Sommernacht ist jedoch auch ohne Fernrohr schön. Sie bietet die gute Gelegenheit, sich die Sternbilder des Sommerhimmels anzuschauen und sie etwas näher kennen zu lernen. Das geht am Besten auf einer abgelegenen Wiese unter dunklem Himmel, vielleicht mit einer drehbaren Sternkarte und einem handlichen Fernglas. Die Milchstraße kann nun um Mitternacht einen prachtvollen Anblick bieten.

Am 4. Juli erreicht die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. Sie ist dann 152,1 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, 5 Millionen Kilometer mehr als beim sonnennächsten Punkt ihrer Bahn, den sie am 4. Januar durchläuft.
Am 5. Juli stehen die beiden Astroiden Vesta und Ceres im Sternbild Jungfrau in einem Abstand von nur zehn Bogensekunden voneinander. So nahe waren sie einander noch nie, seit Ceres vor 214 Jahren entdeckt wurde.

Am 12. Juli ist Vollmond im Sternbild Steinbock, der Mond ist dabei besonders groß und hell, da er befindet sich nahe dem erstnächsten Punkt seiner Bahn befindet, den er am 13. Juli erreicht. Am 27. Juli ist Neumond im Sternbild Krebs.
Am Abendhimmel kann man Mars und Saturn beobachten, am Morgenhimmel zeigt sich Venus und mit etwas Glück auch Merkur in der Morgendämmerung. Einen sternklaren dunklen Nachthimmel kann man im Süden Deutschlands im letzten Julidrittel genießen, weil der Mond nicht mehr stört. Nach Mitternacht kann man mit Glück Uranus und Neptun im Fernrohr aufs Korn nehmen.



Erster Überblick ein Stunde nach Sonnenuntergang.

Eine Stunde nach Sonnenuntergang senkt sich im Westen das Sternbild Löwe zum Horizont. Nahe bei Spica im Sternbild Jungfrau leuchtet der Mars. Das Sternbild Bärenhüter mit dem hellen Arktur steht hoch am Himmel und hat den Meridian überschritten. Unterhalb des Bärenhüters erkennen wir die helleren Sterne der Waage und östlich davon sehen wir in seinem ruhigen Licht Saturn. Weiter östlich zeigt sich der vordere Teil des Skorpions mit seinem Hauptstern Antares über dem Horizont.
Südöstlich des Bärenhüters erstreckt sich das große Sternbild Schlangenträger, zusammen mit dem Kopf und dem Schwanz des Sternbilds Schlange. Hoch im Osten funkelt Wega in der Leier, und im Nordosten sehen wir den Schwan mit dem hellen Deneb. Unterhalb des Schwans erkennen wir Altair im Sternbild Adler. Östlich des Adlers zeigt sich der markante, kleine Sternenrhombus des Sternbilds Delfin. Wenn wir den Blick von der Leier langsam hinüber zum Bärenhüter wandern lassen, zieht er dabei über die beiden Sternbilder Herkules und Nördliche Krone hinweg. Zwischen dem Zenit und dem Polarstern windet sich das Sternbild Drache in einem weiten Bogen um das Sternbild Kleiner Bär. Westlich des Bärenhüters erkennen wir die Sterne den Großen Bären, dessen langer Schwanz, der volkstümlich als die „Deichsel des Großen Wagens“ bezeichnet wird, im weiten Bogen auf Arktur im Bärenhüter zielt. Aufgrund der Erddrehung sehen wir den Großen Bären immerzu vor dem Bärenhüter um den Himmelspol ziehen. Der Sage nach treibt ihn der Bärenhüter dazu an, wobei er von seinen beiden Jagdhunden Chara und Asterion unterstützt wird. Wir sehen diese Hunde als zwei Sterne unter dem Bogen der Deichselsterne. Chara (Alpha Canes Venaticorum) und Asterion (Beta Canes Venaticorum). Vor der Antike sah man im Großen Wagen einen Pflug, der von vier Ochsen gezogen wurde, und das Sternbild Bärenhüter hieß „Ochsentreiber“ („Bootes“).  




Weiter lesen: 23:0 bis 1:00 Uhr

Nach oben