Was sehen wir am Firmament im September?

von Günther Bendt (Texte) und Stefan van Ree (technische Umsetzung) - http://www.Der-Mond.org/

 

Am 1. September geht die Sonne gegen 20:20 unter, doch es wird erst ab 22:30 richtig dunkel. Am 2. September geht sie gegen 6:50 wieder auf.
Bis zum 30. September verfrüht sich der Sonnenuntergang auf 19:15, die astronomisch dunkle Nacht beginnt dann bereits gegen 21:00. Die ersten Spuren der Morgendämmerung machen sich danach erst gegen 5:45 bemerkbar, der Sonnenaufgang verspätet sich auf 7:34. Im Lauf des Septembers wird die dunkle Nacht somit um fast zwei Stunden länger.

Am 23. September um 10:21 MESZ überquert die Sonne den Äquator nach Süden, dann sind Tag und Nacht gleich lang, der Sommer endet und der Herbst beginnt. Bis zum 21. März des kommenden Jahres werden auf der Nordhalbkugel die Nächte wieder länger dauern als die Tage.

In Septembern sind Phasen mit milden Hochdruckwetterlagen mit klarer, trockener Luft, leichtem Wind und milden Temperaturen relativ häufig. Man nennt dieses Wetter den „Altweibersommer". Dann ist während der Nacht die Luftruhe meist besser als im Hochsommer, und so kann man am Fernrohr mit Aussicht auf Erfolg wieder enge Doppelsterne und feine Details der Mondoberfläche beobachten.  

In den Altweibersommernächten kann die Beobachtung des Sternenhimmels richtig Spaß machen: Die Nächte sind lang und kühl, aber noch nicht wirklich kalt. Bei klarer, ruhiger Luft kann man fern von störenden künstlichen Lichtquellen an einem abgelegenen Beobachtungsplatz erfahren, wie prächtig ein Sternenhimmel sein kann, ideal ist für Beobachtungen mit Fernglas und Fernrohren jeder Größe. Wenn der Mond unter den Horizont gesunken ist und man unter einem Landhimmel oder in den Bergen beobachtet, kann man oft eine atemberaubend schöne Milchstraße erleben.

Am 13. September ist Neumond, am 28. September ist Vollmond, hierbei kommt es zu einer Totalen Mondfinsternis, die in Mitteleuropa vor Beginn der Morgendämmerung beobachtet werden kann. Das Mondlicht kann am Monatsanfang sowie zum Monatsende die Beobachtung von Deep-Sky-Objekten stören. Venus und Mars gehen am Monatsanfang eine Stunde vor der Sonne auf. In der letzten Septemberwoche kann Jupiter am Morgenhimmel eine Stunde vor Sonnenaufgang gesehen werden. Saturn kann mit Glück nach Sonnenuntergang niedrig über dem westlichen Horizont beobachtet werden. Uranus ist fast während der ganzen Nacht im Fernglas und Fernrohr sichtbar. Neptun steht am 1. September in Opposition und ist während der ganzen Nacht im Fernrohr gut erkennbar, sofern das Wetter mitspielt.


 

Erster Überblick um 21:30

Anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang zeigt sich das Sternenkreuz des Schwans mit seinem Hauptstern Deneb im Zenit. Daneben leuchtet die helle Wega im kleinen Sternbild Leier. Westlich der Leier erkennen wir nach kurzem Suchen das charakteristische Muster der Sterne des Sternbilds Herkules. Südlich des Schwans erkennen wir das kleine Sternbild Pfeil, und unter dem Pfeil den hellen Stern Altair, den hellsten Stern im Sternbild Adler.
Im Westen leuchtet orange Arktur im Sternbild Bärenhüter. Unterhalb des Herkules erkennen wir die Sterne des Sternbilds Schlangenträger und die Sterne von Kopf und Schwanz des Sternbilds Schlange. Knapp oberhalb des südlichen Horizonts kann man die hellsten Sterne des Sternbilds Schütze erahnen. Westlich davon sehen wir die Sterne des Sternbilds Skorpion mit dem orange leuchtenden Antares niedrig über dem noch leicht aufgehellten Südwesthorizont. Weiter im Westen kann man mit Glück Saturn niedrig über dem Horizont erahnen.
Östlich des Sternbilds Pfeil sehen wir den markanten, kleinen Sternenrhombus des Sternbilds Delfin, und daneben leuchtet der helle Stern Enif neben dem großen Sternenquadrat des Pegasus im Osten. Unterhalb des Pegasus kann man südlich der schwachen Sternenkette des Sternbilds Fische mit dem Fernglas den Uranus aufspüren. Südlich von Enif können wir mit etwas Glück einige hellere Sterne des Wassermanns sehen. Dort irgendwo versteckt sich Neptun. Im Nordosten steht die Cassiopeia schon hoch am Himmel. Bei genauem Hinsehen kann man oberhalb des Sterns Mirach im Sternbild Andromeda mit dem bloßem Auge den Kernbereich der Andromeda-Galaxie als matten Schimmer erahnen.



 





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