Was sehen wir am Firmament im August?

von Günther Bendt (Texte) und Stefan van Ree (technische Umsetzung) - http://www.Der-Mond.org/

 

Am 1. August geht die Sonne gegen 21:20 unter. Auch in Norddeutschland wird nun die Nacht von Mitternacht bis ca. 3:00 wieder richtig dunkel. Am 31. August beginnt die für die Deep-Sky-Beobachtung erforderliche astronomische Dunkelheit bereits um 22:30. Die abendliche Ekliptik bildet im August einen flachen Winkel zum westlichen Horizont, daher geht die Sonne langsam unter, und so zieht sich die Abenddämmerung lange hin. Man hat somit Zeit, seine Geräte in aller Ruhe aufzubauen, während es noch einigermaßen hell ist.
Im langjährigen Mittel ist der August der Monat mit den meisten klaren Nächten des Jahres. Da die Augustnächte nicht kalt sind, ist das Beobachten während der Nacht angenehm, solange kein Wind weht. Außerdem geht im Laufe des Monats die Sonne immer früher unter und immer später auf. Dadurch wächst bis zum Monatsende die für die Deep-Sky-Beobachtung nutzbare Zeitspanne auf sechs Stunden an.
Wenn der Himmel klar ist, werden eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang allmählich die ersten Sterne des Sommerdreiecks am Abendhimmel mit dem bloßen Auge erkennbar. Anschließend treten einer nach dem anderen allmählich die schwächeren Sterne am Dämmerungshimmel hervor. Wenn es am Beobachtungsplatz keine Lichtverschmutzung gibt, kann man schließlich das schimmernde Band der Sommermilchstraße am nächtlichen Himmel über sich erleben.

Am 14. August ist Neumond. Daher wird der Mond die Beobachtung des Perseiden-Maximums in der Nacht vom 12. zum 13. August nicht behindern. Am Monatsende ist Vollmond. Daher kann das Mondlicht in der letzten Augustwoche bei der Beobachtung lichtschwacher Himmelsobjekte stören.



 

Erster Überblick gegen 22:30

 Hoch am Himmel sehen wir Wega, Deneb und Altair, die drei Sterne des Sommerdreiecks. Über dem Westhorizont steht der helle Stern Arktur. Über dem Südwesthorizont leuchtet in seinem typisch ruhigen Licht Saturn.
Wir ziehen in Gedanken am Himmel eine gerade Linie von Arktur zu Wega und teilen sie in Drittel auf. Wenn wir dieser Linie von Arktur ausgehend folgen, stoßen wir nach einem Drittel dieser Linie auf den Stern Gemma in der Nördlichen Krone, nach einem weiteren Drittel auf das Sternbild Herkules.
Unterhalb des Herkules sieht man die Sterne der Sternbilder Schlangenträger und Schlange. Darunter erkennt man über dem Horizont den rötlichen Stern Antares mit dem Vorderteil des Skorpions, östlich davon über dem südlichen Horizont das Sternenmuster des „Teekännchens“ im Sternbild Schütze.
Oberhalb des Schützen sieht man das Sternbild Adler. Im Osten zeigt sich das Sternbild Pegasus. Unterhalb des Pegasus erkennen wir die schwachen Sterne des Wassermanns und die markanten Sterne des Steinbocks. Im Zenit sehen wir das kleine Sternbild Leier und links davon das Sternbild Schwan, das große „Kreuz des Nordens“. Zwischen Adler und Pegasus finden wir den zierlichen Sternenrhombus des Sternbilds Delphin. Im Nordosten erblicken wir schon das markante „Himmels-W“ der Cassiopeia und daneben Mirfak, den Hauptstern im Perseus.




Weiter lesen: 22:30 bis 1:00 Uhr

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