Was sehen wir im Juni über uns am Nachthimmel?

von Günther Bendt (Texte) und Stefan van Ree (technische Umsetzung) - http://www.Der-Mond.org/


Die Sonne geht am 1. Juni gegen 21:30 unter, am 2. Juni geht die Sonne um 5:35 schon wieder auf. Während der kurzen Juninacht sinkt sie nicht mehr so tief unter den Horizont, dass der Himmel bei uns noch astronomisch dunkel werden kann. Daher bleibt die Juninacht so hell, dass man mit einem kleinen Fernrohr eigentlich nur Doppelsterne, Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen und einige wenige helle Galaxien mit Erfolg beobachten kann. Die Juninacht bietet jedoch die Möglichkeit, sich etwas mit der Lage der hellen Sterne des Frühsommerhimmels sowie mit der seiner Sternbilder vertraut zu machen.

Das gelingt am besten außerhalb der Ortschaften, an einem möglichst ruhigen, hoch gelegenen Ort mit freier Rundumsicht. Hier kann man in den Stunden nach Sonnenuntergang erleben, wie am Himmel allmählich erst die helleren und dann die weniger hellen Sterne sichtbar werden. Mit Hilfe einer drehbaren Sternkarte kann man die helleren Sterne identifizieren und sich mit der Lage der einzelnen Sternbilder vertraut machen, in denen diese Sterne liegen. Auch eine Astronomie-App auf dem Smartphone kann hier gute Dienste leisten, sofern man es schafft, sich nicht zu sehr von den Möglichkeiten dieses Werkzeugs  ablenken zu lassen. So kann man lernen, sich am Sternenhimmel besser zurechtzufinden.

Falls der Nachthimmel klar ist, kann man nach Mitternacht Ausschau nach Leuchtenden Nachtwolken halten, die über dem Nordhorizont auftauchen können. Leuchtende Nachtwolken kommen nur am Frühsommerhimmel vor. Sie schweben hier in ca. 80 km Höhe, dort oben scheint während der Juninacht  die Sonne noch so hell, dass sie auch bei Nacht noch sichtbar bleiben.

Sterne und Leuchtende Nachtwolken kann man nur sehen, wenn das Wetter mitspielt. In Mitteleuropa ist das Juniwetter überwiegend mild. Es regnet im Juni in der Regel mehr als in jedem anderen Monat des Jahres.
Es gibt im Juni aber auch Tage, an denen die Sonne scheint. Da die Tage im Juni die längsten des Jahres sind, kann der Boden in dieser Zeit nun besonders lange Wärme aufnehmen. Dabei verdunstet viel Feuchtigkeit. Nach Sonnenuntergang gibt der Boden die gespeicherte Wärme wieder ab. Die Warmluft steigt auf, erzeugt am Nachthimmel Luftunruhe und bringt die Sterne zum Funkeln. Im weiteren Verlauf der Nacht kühlt unter dem klaren Sternenhimmel der Boden ab, wodurch die Feuchtigkeit der Luft kondensiert. In der zweiten Nachthälfte kann sich über Wiesen und in Tälern Nebel bilden. Alle Oberflächen werden vom Tau nass. Manchmal kann es so kalt werden, dass sich vor Sonnenaufgang an den Grashalmen etwas Raureif bildet.

Am 21. Juni um 0:34 ist die Sommersonnenwende, die Sonne steht dann im Stier. Vor 2500 Jahren befand sie sich zur Sommersonnenwende noch zwei Sternbilder weiter östlich, im Sternbild Krebs. Am 6. Juni ist Neumond, am 20. Juni ist Vollmond. Der Mond erreicht in der hellen Juninacht nur einen geringen Horizontabstand, sodass er beim Beobachten des Nachthimmels kaum stört.
Sehenswert sind im Juni die hellen Planeten. Jupiter finden wir im Sternbild Löwe, Saturn erreicht im Juni seine Oppositionsstellung in Sternbild Schlangenträger, westlich davon zieht der Mars durch das Sternbild Waage.





 

Himmelsanblick um 23:00

Gegen 23:00 sehen wir das Sternbild Bärenhüter fast im Zenit, sein Hauptstern Arktur überquert den Meridian. Über dem Südhorizont sehen wir den -2.0m hellen rötlichen Mars. Den 0,0 m hellen Saturn können wir ca. 13° östlich von Mars entdecken. Hoch über dem Westhorizont leuchtet im Sternbild Löwe der -2.1m helle Jupiter. Hoch im Osten sehen wir Wega im kleinen Sternbild Leier, und im Nordosten ist das Sternbild Schwan schon vollständig zu sehen. Unterhalb des Schwans erkennen wir einen hellen Stern, das ist der 0,8m helle Altair im Sternbild Adler. Schauen wir von der Leier zurück zum Bärenhüter, wandert unser Blick dabei über die beiden Sternbilder Herkules und Nördliche Krone. Oberhalb des Sternbilds  Leier bildet ein Dreieck aus drei Sternen den Kopf des Sternbilds Drache, das sich als eine lange Sternenkette zwischen Zenit und Polarstern in einem großen Bogen um den Kleinen Bären zieht. Westlich des Bärenhüters erkennen wir die Sterne des Sternbilds Großer Bär, dessen langer Schwanz in einem flachen Bogen auf Arktur zielt.





 

weiter lesen: 23:00 bis 1:00 Uhr

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