Was sehen wir am Firmament im Dezember?

von Günther Bendt (Texte) und Stefan van Ree (technische Umsetzung) - http://www.Der-Mond.org/

Am 1. Dezember geht die Sonne gegen 16:33 unter und am folgenden Morgen um 8:17 wieder auf. Die astronomische Dunkelheit beginnt um 18:30 und endet um 6:17. Sie dauert somit fast 12 Stunden.
Am 21. Dezember ist die Wintersonnenwende. An dem Tag geht die Sonne gegen 16:32 unter und am folgenden Morgen um 8:32 wieder auf. Die astronomische Dunkelheit beginnt um 18:35 und endet um 6:34. Sie dauert somit 12 Stunden.

Der Dezember bietet die längsten Beobachtungsnächte des Jahres und damit auch die größte Anzahl an interessanten Beobachtungsobjekten. Nach Sonnenuntergang sieht man im Westen noch die Sommersternbilder, im Meridian zeigen sich die Herbststernbilder. Sechs Stunden später stehen gegen Mitternacht die Wintersternbilder mit Jupiter im Süden. Einige Stunden nach Mitternacht befinden sich die Galaxien im Sternbild Jungfrau in einer günstigen Beobachtungsposition, und man kann Himmelsobjekte in den Sternbildern Bootes, Coma Berenices, der Nördlichen Krone und Herkules beobachten.
Bei dieser Fülle an möglichen Beobachtungsobjekten muss man gut auswählen, welche davon man sich anschauen möchte, denn man kann sich nicht alle anschauen. Außerdem muss man hoffen, dass das Wetter in der Dezembernacht die Beobachtung zulässt. Abgesehen davon braucht man das dafür jeweils geeignete Beobachtungsgerät. Möchte man z. B. Details auf Jupiter studieren, braucht man ein Fernrohr mit großer Brennweite. Will man ausgedehnte Sternhaufen beobachten, benötigt man ein dafür ein möglichst lichtstarkes Fernglas oder Fernrohr. Will man Galaxien beobachten, ist ein gut justiertes Dobson-Teleskop mit möglichst viel Öffnung das geeignete Beobachtungsgerät. Wenn man gemeinsam mit anderen Sternfreunden beobachtet, die mehrere verschiedene Fernrohre beisteuern können, steht einer schönen und lehrreichen Beobachtungsnacht nichts entgegen , solange das Wetter mitspielt.
Gegen Kälte hilft warme Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, ein windgeschützter Beobachtungsplatz und mindestens eine Thermoskanne mit heißem Tee. Wenn das Wetter günstig ist, muss man die Gelegenheit nutzen, solange man sie hat. Außerdem muss der Beobachtungsplatz abseits von künstlichen Himmelsaufhellungen und Ortschaften liegen, damit der Sternenhimmel tief und dunkel ist und das örtliche Seeing nicht durch die Wärmeabstrahlung von Bauwerken gestört wird. Das beste Fernrohr nützt nicht, wenn es an einem ungünstigen Beobachtungsort eingesetzt wird. Das Wetter muss man leider so nehmen wie es kommt. Wenn es plötzlich regnet oder schneit, muss man seine Geräte rasch abbauen und in Sicherheit bringen können.
Am 6. Dezember ist Vollmond, am 22. ist Neumond. In den feühen Morgenstunden des 12. Dezembers erreicht der Sternschnuppenstrom der Geminiden sein Maximum. Die Geminiden sind bekannt für ihre hellen Sternschnuppen.

 

Erster Überblick gegen 18:00

Eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang finden wir das das große, aber unauffällige Sternbild Wassermann ca. 30° über dem Horizont im Süden. Darunter leuchtet der Stern Formalhaut im Sternbild Südlicher Fisch. Im Südosten ist das Sternbild Walfisch vollständig aufgegangen. Darüber sehen wir das markante Sternenviereck des Pegasus. Alle Sternbilder des Sommerdreiecks haben den Meridian überschritten. Im Nordwesten sieht man den Herkules. Tief im Südwesten kann man im Horizontdunst den Mars erahnen. Im Osten erblickt man die Plejaden und den Stier. Darüber erheben sich Perseus und Cassiopeia mit der Sternenkette der Andromeda. Im Zenit erkennt man zwischen Schwan und Cassiopeia eingebettet das kleine Sternbild Eidechse




Weiter lesen: 18:00 bis 22:00 Uhr

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