Was sehen wir am Firmament im Januar?

von Günther Bendt (Texte) und Stefan van Ree (technische Umsetzung) - http://www.Der-Mond.org/

In Mitteleuropa dauert die astronomisch dunkle Nacht im Januar über elf Stunden. Wenn das Wetter mitspielt, kann man im Verlauf dieser langen Januarnacht nacheinander Sternbilder des Sommerhimmels, des Herbsthimmels, des Winterhimmels und des Frühlingshimmels sehen und die darin vorhandenen Himmelsobjekte beobachten. Die Januarnächte sind jedoch zu lang und zu kalt, um sich das alles trotz bestem Beobachtungswetter nacheinander anschauen zu können. Man muss sich vor der Beobachtung überlegen, was man beobachten möchte, und was man während der verfügbaren Zeit mit den verfügbaren Ferngläsern und Fernrohren mit Erfolg beobachten kann. Man muss die Wettervorhersagen für den Beobachtungsplatz kennen, sodass man weiß, von wann bis wann das Wetter in der kommenden Nacht eine Beobachtung zulässt.
Für die Beobachtung in der Kälte braucht man bequeme, warme Kleidung und einen windgeschützten Beobachtungsplatz. Der sollte weit von beheizten Gebäuden liegen, weil diese Luftunruhe verursachen, die bei der Beobachtung von Mond, Planeten und Doppelsternen stören.
Innerhalb von Ortschaften sind die Beobachtungsbedingungen in der Regel nicht optimal. Sie können sich aber im Verlauf der Nacht verbessern, wenn in den Häusern die Heizungen heruntergefahren und Lampen und Straßenlaternen abgeschaltet werden. Dadurch wird die Luft ruhiger und der Himmel wird dunkler.
Da es draußen meist kalt ist, ist man bei längerer Beobachtung eine Aufwärmmöglichkeit vor Ort sinnvoll. Außerdem sollte man nicht allein beobachten, sondern gemeinsam mit anderen Beobachtern. In dem Fall kann man mehrere verschiedene Beobachtungsgeräte einsetzen, man kann die eigene Beobachtung mit der Anderer vergleichen und wertvolle Beobachtungserfahrung mit unterschiedlichen Fernrohren sammeln.
Am 5. Januar ist Vollmond. Am 20. Januar ist Neumond. Somit sind die dritte und die vierte Januarwoche für die Beobachtung von Deep-Sky-Objekten am besten geeignet. Während der Nacht vom 3. zum 4. Januar hat der Sternschnuppenstrom der Quadrantiden sein kurzes, aber intensives Maximum. Der Radiant liegt im Norden des Sternbilds Bootes.

 

Erster Überblick gegen 18:30

Im Nordwesten sinken die Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler Richtung Horizont. Das Sternenviereck des Pegasus hat eben den Meridian passiert und steht nun hoch am Himmel. Im Zenit sehen wir Cassiopeia, östlich davon sehen wir die Sternbilder Perseus, Fuhrmann und Zwillinge. Südwestlich der Plejaden erkennen wir einen hellen Stern, das ist  Menkar, der Kopfstern des Sternbilds Walfisch. Unterhalb des Stiers geht im Osten der Orion auf. Über dem nördlichen Horizont erkennen wir die Sterne des Großen Bären. Tief im Südwesten ist im Horizontdunst Mars zu erahnen.




Weiter lesen: 18:30 bis 22:00 Uhr

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