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Der Große Orionnebel
RA = 05 h 35.4 min, DEK = -05° 27'
Der Orionnebel, auch als M 42 oder NGC 1976 bekannt,
ist zweifellos die hellste und populärste HII-Region des Winterhimmels.
Visuelle Beobachter schwärmen über sein Erscheinungsbild, das aus
chaotisch angeordneten und bereits in kleinen Teleskopen erkennbaren
Nebelfetzen und Dunkelwolken besteht. Astrofotografen sind immer wieder
beeindruckt von der Fülle an Farben und Formen, die sich aus dem
Zusammenwirken von Gas und Staub ergibt.
Die Entfernung des Orionnebels beträgt etwa
1750 Lichtjahre. Der hellste, rundliche Bereich ohne die schwachen
Ausläufer hat eine scheinbare Ausdehnung von 66´ x 60´. Das
entspricht einem wahren Durchmesser von 34 Lj. Bis in die Außenpartien
ist M 42 noch etwas größer. In dieser AdW-Ausgabe sollen zwei sehr
schöne Bilder zum Vergleich nebeneinander gezeigt werden.
Die Aufnahme von Thomas Westerhoff (rechts) entstand
mit einer Canon EOS D60 an einem Apochromaten Takahashi TOA-130 Ortho. Dabei
wurde für das tiefere Teilbild 10 x 3 Minuten bei 400-ASA-Einstellung
belichtet und ein gemitteltes Darkframe abgezogen. Das zweite Teilbild wurde
auf die hellen Nebelteile belichtet: 5 x 30 Sekunden, auch bei
400-ASA-Einstellung mit Dunkelbildkorrektur. Die beiden Ergebnisbilder wurden
mit Registar registriert und in Photoshop mit einer Layermaske überlagert,
damit die Huygensregion nicht überstrahlt. Anschließend erfolgte
Kontrast und Levelanpassung, sowie eine zarte unscharfe Maskierung.
Das linke Bild stammt von Gerald Willems. Seit
langem hatte er ein Mosaik geplant, das von NGC 1980 im Süden bis zum NGC
1977 im Norden reicht. In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober ist es ihm
gelungen - bei sehr guter Durchsicht, aber schlechtem Seeing. Nach insgesamt
4½-stündiger Aufnahmezeit hatte er das Mosaik aus drei
Teilaufnahmen von M 42 bis NGC 1977 beisammen, auch wenn die Konzentration zum
Schluss doch merklich nachließ. Schließlich führt er noch per
Handsteuerung nach.
Jede Teilaufnahme wurde 3 x 12 min belichtet, 2 x 5
min für alle Bereiche. Dazu 2 x 3 min, 2 x 2 min, 2 x 1 min, 2 x 30 s, 2 x
15 s und 2 x 5 s für das Zentralgebiet. Aufnahmeoptik war ein
10-Zoll-Newton f/4,7 auf Losmandy G11. Die Kamera - eine modifizierte Canon EOS
300d - stand auf ISO-800-Einstellung. Als Filter wurde ein IR-Sperrfilter von
Baader benutzt. Die Nachführung erfolgte per Handsteuerung an einem
4-Zoll-Refraktor f/10 mit einem Fadenkreuzokular. |