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Planetarische Nebel aus der
Minkowski-Liste
M 2-51 RA = 16 h 41.7 min, DEK = 36°
28´ M 2-55 RA = 23 h 31 min 51 s, DEK = 70° 22´
14´
Wir begrüßen als neuen Astrofotografen
unserer AdW-Runde ganz herzlich einen allseits bekannten und vorbildlichen
Astrofotografen: Eckhard Alt. Vielen ist er durch seine soliden parallaktischen
Montierungen bekannt. Dass er aber auch astrofotografisch aktiv war und
geblieben ist, sollte auch jüngeren Lesern unserer Rubrik klar sein. Da
viele nur in der "Jetztzeit" leben und die Entwicklung der Astrofotografie
nicht mitverfolgt haben, hier ein Mini-Rückblick: Anfang der siebziger
Jahren wurde die Gruppe E. Alt, Dr. E. Brotkorb, K. Rihm und J. Rusche durch
ihre innovative Dreifarbenfotografie bekannt. Dieser Vorläufer der
heutigen RGB-Fotografie mit CCD-Kameras basierte damals noch auf gefilterten
Aufnahmen auf spektroskopischen SW-Filmen der Serie Kodak 103a. Die in der
Belichtungszeit kalibrierten Farbauszüge wurden auf dem
Vergrößerungsgerät dann deckungsgleich zum Farbkomposit vereint
- rein mechanisch, d.h. ohne Stacking per Rechner. Später wurde das
Verfahren auf Technical-Pan-Filme übertragen.
Der Bildautor hat für das aktuelle AdW zwei
weniger bekannte Planetarische Nebel aus dem Katalog von R. Minkowski
eingereicht. Aufnahmeteleskop war ein klassisches 40cm-RC-Teleskop f = 2700 mm
(zwei Spiegel, sonst nichts im Strahlengang). Als Kamera diente eine ST-8E von
SBIG. M 2-51 (links) und M 2-55 (rechts) wurden mit 5 Filtern aufgenommen:
Blau, Cyan, Grün, Gelb und Rot. Die Belichtungszeiten der einzelnen Filter
wurden an Sonnenlicht so kalibriert, dass eine reine [OIII]-Lichtquelle exakt
wiedergegeben wurde. Die Gesamtbelichtungszeit durch 5 Filter betrug für
jeden PN 4 h 48 min. Zusätzlich wurde immer ein UV- und IR-Sperrfilter
verwendet. Nun ergeben alle 5 Filteraufnahmen zusammengefasst an Sonnenlicht
ein neutralweißes Bild. Anzumerken ist, dass bei PN nie die reine
[OIII]-Linie sichtbar ist, da andere Farben diese überlagern.
Noch etwas zu den beiden PN: M 2-51 (= PN G
103.2+00.6) hat einen scheinbaren Durchmesser von 39´´. Seine
Expansionsgeschwindigkeit beträgt 10.5 km/s. Die ausgesandte
[OIII]-Strahlung ist doppelt so stark wie die H-Alpha-Strahlung. Im PN steht
relativ zentral ein Vordergrundstern von 13.5 mag, der aber nicht der
Zentralstern sein kann, weil sein Spektraltyp M ist. Vielmehr gibt es noch ein
20.4 mag schwaches, extrem blaues Sternchen, das hier aber nicht erkennbar ist.
Die Entfernungsangaben bewegen sich zwischen 3200 und 6300 Lj. Der andere PN, M
2-55, ist auch ein starker [OIII]-Strahler, emittiert außerdem H-Alpha
und zusätzlich auch das blaue HeII-Licht. Der Zentralstern besitzt 21.1
mag und ist auf dem Bild so eben noch erkennbar. Die Angaben zur Entfernung
sind auch hier unterschiedlich - zwischen 5800 und 7200 Lj. Übrigens
existieren für beide PN keine Helligkeitsangaben. |