| Zwei internationalen Teams von Astronomen ist es gelungen, erstmals
isolierte Schwarze Löcher im Weltall aufzuspüren. Die bisher
bekannten Schwarzen Löcher stehen alle in Zentren von Galaxien, davon hat
man bisher etwa 20 lokalisiert.
Die neu entdeckten, einsamen Schwarzen Löcher hat man auf Grund des
Microlensing's gefunden, also nur indirekt gesehen, weil sie das Licht eines
hinter ihr vorbeidriftenden Sternes verbogen und verstärkt haben.
David Bennett von der Universität Notre Dame von South Bend, Ind. sowie
seine Mitarbeiter haben diese Ergebnisse erstmals auf dem 195. Meeting der
Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Atlanta vorgestellt. "Die
Ergebnisse zeigen, dass Schwarze Löcher im allgemeinen vorkommen und dass
viele massive, aber sonst normale Sterne ihr Leben nicht nur als Neutronenstern
sondern auch als Schwarzes Loch beenden können", so Bennett.
Es war Albert Einstein, welcher 1936 erstmals auf das erstaunliche
Phänomen des Gravitationslinseneffektes aufmerksam machte. "Jede Art
von Materie verbiegt den Raum", und eine mögliche
"linsenähnliche Wirkung eines Sterns" waren Vorhersagen von
Einstein. Allerdings sagte er auch, daß es keine Hoffnung gäbe,
dieses Phänomen jemals direkt zu beobachten!
Einstein dachte dabei aber an einen Stern. Fritz Zwicky, der berühmte
schweizer Astronom antwortete 1937 mit einem Artikel auf Einsteins Bemerkungen
und übertrug dessen Gedanke auf ganze Sternsysteme, auf Galaxien.
Allerdings blieb dies alles Theorie, da die Möglichkeiten der Astronomie
zu diesem frühen Zeitpunkt keine schlüssigen Massnahmen und Messungen
zuliessen.
Im Mai 1986 rief der Astronom Paczynski dazu auf, den
Microgravitationslinseneffekt im All zu suchen und zu beobachten. Die Suche
nach den sogenannten Machos wurde von drei Forscherteams durchgeführt,
EROS (Expérience de Recherche d' Objets Sombres"), MACHO
("Massive Compact Halo Objects") und OGLE ("Optical
Gravitational Lens Experiment"), dessen Leiter Paczynski selbst war.
Einstein hatte richtig gedacht, obwohl er selbst Abstand von dieser Theorie
nahm. Ein massives Objekt mit enormer Gravitationskraft lenkt das Licht eines
dahinterstehenden Objektes ab und erzeugt einen Helligkeitsveränderung.
Das MACHO Projekt untersucht seit etwa 1990 solche Helligkeitsschwankungen, um
mehr über die Dunkle Materie, welche in unserer Galaxis vorhanden sein
muss, herauszufinden.
Dazu überprüften Bennett und seine Mitarbeiter zwei Microlensing
Ereignisse, welche in 1996 und 1998 stattgefunden hatten. Ihre anschliessenden
Beobachtungen fanden statt mit Hilfe von Teleskopen des Mount Stromlo
Observatoriums in Australien, dem Cerro Tololo Interamerican Observatorium in
Chile und dem NASA Hubble Teleskop.
Von den sechs beobachteten Gravitationslinseneffekte schienen zwei von
Schwarzen Löchern herzurühren. Bennetts Team untersuchte die beiden
Ereignisse, welche jeweils mehrere 100 Tage gedauert hatten und nur von
massiven, nicht optisch zu beobachtenden Objekten herrühren konnten.
Mit Hilfe komplexer Berechnungen ihres Standortes sowie der Masse der
betreffenden Sterne kristallisierte sich heraus, dass bei zumindest zwei der
Ereignisse durch Schwarze Löcher ausgelöst wurden, welche einsam
durch den Weltraum treiben. Das ist ein Novum für die Astronomen. Alle
zuvor bekannten Schwarzen Löcher sind in Sternsystemen eingebettet und
durch ihre Wirkung auf ihre Begleitsterne aufgespürt worden.
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