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News vom 12.05.2000  von Doris Unbehaun

Asteroid Kleopatra!

Erstmals ist es Astronomen gelungen, die Form eines Asteroiden mittels Radarstrahlen zu vermessen und ein Abbild davon zu erstellen. Die Astronomen verwendeten das Radioteleskop in Arecibo in Puerto Rico, was zur Zeit das grösste einzelstehende Radioteleskop der Welt ist. 1963 eingeweiht, misst es 305 m im Durchmesser. Im Gegensatz zu dem Radioteleskop in Effelsberg in der Eifel ist das Radioteleskop von Arecibo nicht frei beweglich, es sitzt fest verankert in einem Tal von Puerto Rico.

Dieses Ergebnis wurden in der Science Ausgabe vom 5. Mai vorgestellt. Das Radioteleskop von Arecibo wurde verwendet, um zu Kleopatra Radarsignale hin- und zurückprallen zu lassen. Die hochentwickelten Computeranalysemethoden entschlüsselten das Echo, trasferierten es in Abbildungen und setzten ein Computermodell in der Form des Asteroiden zusammen.

Der Kleinplanet 216 Kleopatra wurde 1880 entdeckt, er gehört der Gruppe von Asteroiden an, welche zwischen Mars und Jupiter um die Sonne in einem Mahlstrom herumkreisen. er ist 217 km lang und hat einen Durchmesser von etwa 94 km.

Die Radarabtastung wurde durchgeführt, als Kleopatra nur 171 Millionen km von der Erde entfernt war. Das ausgesandte Signal brauchte ca. 19 Minuten, um den Asteroiden zu erreichen, ihn abzutasten und zurück zur Erde zu gelangen.

Das Ergebnis fasst Steven Ostro vom NASA JPL, der Leiter der betreffenden Astronomengruppe zusammen: "Mit seiner Hundeknochenform hat Kleopatra die ungewöhnlichste Form, die wir je im Sonnensystem gesehen haben. Kleopatra könnte z.B. das Ueberbleibsel eines unglaublich massiven Zusammenstosses zwischen zwei Asteroiden sein, wobei nicht alle Fragmente total zertrümmert worden sind."

Tatsächlich zeigt Kleopatra die Form eines Hundeknochens, mit Verdickungen an beiden Enden. Die Verfärbungen des Kleinkörpers lassen ausserdem vermuten, dass er hauptsächlich aus Metall besteht.

Die Astronomen vermuten nun, dass dieser Asteroid einen enormen Weltraumcrash erlebt hat und dass er dabei unglaublich erhitzt wurde, in seine jetzige Struktur geschmolzen wurde und anschliessend wieder abkühlte.

Wenn Kleinkörper im Weltall zusammenstossen, werden ihre metallenen Kerne freigesetzt und können auf Bahnen gelenkt werden, die zu einem Zusammenstoss mit der Erde führen. Die "herabregnenden" Eisenmeteorite können auf der Erde gewaltige Krater hinterlassen, wie z.B. den Barringer Krater in Arizona. "Wir brauchen uns jedoch keine Sorgen wegen Kleopatra zu machen", sagte Ostro, "sie wird nie auf der Erde einschlagen".

Mit diesem Asteroiden haben die Astronomen ein seltsames, metallenes Objekt untersuchen können, welches eine sehr ungewöhnliche Kollisionsgeschichte aufweisen muss. Allerdings können sich die Astronomen heute noch kein Szenario denken, was zu solchen Formen führen könnte.

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