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Apollo-11-Astronaut Edwin Aldrin neben der Flagge auf dem Mond. Bild: NASA
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„Kann
man damit die Flagge auf dem Mond sehen?“Diese Frage kennt wohl jeder
Teleskopbesitzer, der schon einmal einem Laie den Mond zeigen wollte.
Da die Flagge, die bei der ersten Mondlandung am 20. Juli 1969
aufgestellt wurde, nicht einen Meter groß ist, wäre dazu ein
optisches Teleskop mit 200 Meter Durchmesser nötig - so ein
Fernrohr ist noch nicht einmal geplant. Das Arecibo-Radioteleskop zum
Beispiel hat zwar einen Durchmesser von über 300 Metern,
allerdings kann es kein sichtbares Licht fokussieren und hat somit auch
nicht die Auflösung eines optischen Teleskops.
Auch wenn uns die Hinterlassenschaften der Mondlandungen verborgen
bleiben, lohnt sich der Blick auf die Landestellen trotzdem. Warten Sie
einmal ab, bis der Mond schön hoch am Himmel steht und die
Landeplätze möglichst nah an der Licht- und Schattengrenze
(dem so genannten Terminator) liegen. Dann sind die Schatten dort am
längsten, und Sie können die Strukturen am einfachsten
erkennen.
Noch ein Wort zur Orientierung auf dem Mond: Genau wie auf der Erde ist
Norden „oben“ (also in Richtung des Himmelsnordpols und des
Polarsterns) und Süden „unten“. Der von uns aus betrachtete rechte
Mondrand (der bei zunehmendem Mond beleuchtet wird) ist der Ostrand;
der Westrand liegt somit links. Damit sind die Himmelsrichtungen
für einen Astronaut auf dem Mond so angeordnet, wie er es auch von
der Erde gewohnt ist, und die Sonne geht für ihn im Osten auf und
im Westen unter. Diese Ost-West-Orientierung wurde 1961 von der IAU
beschlossen, auf älteren Mondkarten sind Ost und West entsprechend
der astronomischen Orientierung vertauscht und entsprechen der Lage auf
der Himmelssphäre. Daher liegt das Ostmeer (Mare Orientalis) am
linken Mondrand - es erhielt seinen Namen bereits 1935.
Die Mondfotos, die wir hier und auf den folgenden Seiten zeigen,
entstanden durch einen 15-cm-Refraktor und sind Einzelaufnahmen, die
nicht weiter nachbearbeitet wurden. Die Bildorientierung entspricht dem
Anblick mit bloßem Auge. Je nach ihrem Instrument müssen Sie
die Bilder also drehen oder spiegeln. Außerdem ist die
Kartennummer des Rükl-Mondatlasses angegeben. Falls Sie dieses
Buch nicht besitzen, können Sie die Karten in der italienischen
Online-Version unter Atlante Lunare ansehen.
Die Landestellen der Apollo-Missionen. Bild: A. Kerste
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