<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
	<channel>
		
		<title>Astronomie.de - ESO-News</title>
		<link>http://www.astronomie.de/</link>
		<description>Astronomie.de - Neuigkeiten</description>
		<language>de</language>
		<image>
			<title>Astronomie.de - ESO-News</title>
			<url>http://www.astronomie.de/fileadmin/images/feedicon.gif</url>
			<link>http://www.astronomie.de/</link>
			<width></width>
			<height></height>
			<description>Astronomie.de - Neuigkeiten</description>
		</image>
		<generator>TYPO3 - get.content.right</generator>
		<docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
		
		
		
		<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 00:00:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Sternentstehungs-Höhle mit Profil</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2012&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=02&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=914&#38;cHash=0bfa53102d050ef03c51a63f682187ed</link>
			<description>Die Europäische Südsternwarte präsentiert eine neue Aufnahme der Sternkinderstube NGC 3324, die mit dem Wide Field Imager am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop am La Silla-Observatorium der in Chile aufgenommen wurde. Die intensive Ultraviolettstrahlung, die einige der heißen, jungen Sterne in NGC 3324 aussenden, bringt die Gaswolke dazu, in kräftigen Farben zu leuchten, und hat zudem einen Hohlraum in der umgebenden Gas- und Staubwolke geschaffen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[NGC 3324 befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren  im südlichen Sternbild Carina (der Schiffskiel, ein Teil des ehemaligen,  größeren Sternbilds Argo Navis, dem Schiff des Jason). Der junge  Sternhaufen befindet sich am nördlichen Rand des Carinanebels, dessen  chaotische Struktur durch mehrere solcher Sternentstehungsgebiete  geformt wurde (eso0905).  Vor etwa drei Millionen Jahren begann in der Gegend von NGC 3324, in  der besonders viel Gas und Staub zur Verfügung steht, eine Episode  intensiver Sternentstehung. Dabei bildeten sich auch einige sehr heiße,  massereiche Sterne, die in der Aufnahme deutlich zu sehen sind.
Die Sternwinde und die intensive Strahlung dieser jungen Sterne haben  einen Hohlraum in die umgebende Gas- und Staubwolke geblasen.  Deutlichstes Anzeichen dafür ist die wandartige Struktur rechts von der  Bildmitte. Die Ultraviolettstrahlung der heißen, jungen Sterne entreißt  dabei den Wasserstoffatomen des Gases in ihrer Umgebung die Elektronen;  anschließend werden die Elektronen wieder eingefangen und fallen  schrittweise in niedrigere Energiezustände zurück. So kommt ein  charakteristisch purpurfarbenes Leuchten zustande, das die Ausdehnung  der ionisierten Gaswolke absteckt. Weitere Farben im Bild stammen von  anderen chemischen Elementen. So ist zum Beispiel zweifach ionisierter  Sauerstoff für das grünlich-gelbe Leuchten der zentralen Nebelregionen  verantwortlich.
Ähnlich wie bei Wolken am irdischen Himmel lassen sich auch in  kosmischen Wolken mit etwas Phantasie wohlbekannte Formen und Gestalten  ausmachen. In diesem Falle ähnelt der Rand der Gas- und Staubwand in der  rechten Bildhälfte dem Profil eines menschlichen Gesichts, wobei der  "Hügel" im Zentrum der Nase entsprechen würde – genauer: dem Gesicht der  chilenischen Literatur-Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral, nach der  NGC 3324 bisweilen auch Gabriela-Mistral-Nebel genannt wird [1].
Das Auflösungsvermögen des Wide Field Imager am MPG/ESO  2,2-Meter-Teleskop am La Silla-Observatorium der ESO macht in diesem  Bild viele dunkle Strukturen in NGC 3324 sichtbar: Staub, der das  Leuchten des Gases im Hintergrund abschirmt und so Schattenrisse  erzeugt, die dem Anblick des Nebels zusätzliche Struktur und Tiefe  verleihen.
Auch das scharfe Auge des Hubble Space Telescope wurde bereits auf NGC 3324 gerichtet.  Hubble kann zwar noch feinere Details auflösen als der Wide Field  Imager, hat allerdings ein ungleich kleineres Gesichtsfeld – ein  direktes Beispiel dafür, wie sich Teleskope mit unterschiedlich großem  Gesichtsfeld im Zusammenspiel ergänzen können.
<h3>Endnoten</h3>
<a name="1">[1]</a> Nähere Erläuterungen und ein Vergleichsbild mit einem Portrait von Gabriela Mistral finden sich auf der <link http://www.verschatse.cl/nebulae/ngc3324/medium.htm>Webseite des Amateurastronomen Daniel Verschatse</link>.
<h3>Weitere Informationen</h3>
Das MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop wurde  1984 in Betrieb genommen und ist eine Leihgabe der  Max-Planck-Gesellschaft an die ESO. Sein Wide Field Imager, eine  astronomische Kamera mit besonders großem Blickfeld und einem Detektor  mit 67 Millionen Pixeln, liefert Bilder, die nicht nur von  wissenschaftlichem, sondern auch von ästhetischem Wert sind.
Im Jahr 2012 feiert die Europäische Südsternwarte ESO (European  Southern Observatory) das 50-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO  ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung  und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen  wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien,  Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,  Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische  Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische  Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope  entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung  internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die  Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit  einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und  Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large  Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für  Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der  Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für  Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert  ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des  Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das European  Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des <em>ESO Science Outreach Network</em> (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische  Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und  Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen  weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das  Haus der Astronomie in Heidelberg.
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.eso.org/public/images/archive/category/lasilla/>Fotos vom La Silla-Observatorium</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 00:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>The Wild Early Lives of Today's Most Massive Galaxies</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2012&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=903&#38;cHash=4b77a8d1755bf9e84a1ec039d6882a7a</link>
			<description>Ein Astronomenteam hat mit dem APEX-Submillimeterteleskop die bisher deutlichsten Hinweise auf eine Verbindung zwischen den intensivsten Phasen der Sternentstehung im frühen Universum und den massereichsten Galaxien im heutigen Universum gefunden. Die Sternentstehungsrate war demnach im frühen Universum sehr hoch und nahm dann schlagartig ab. Übrig blieben die heute beobachteten massereichen und weitgehend inaktiven Galaxien voller alternder...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Astronomen kombinierten Daten der LABOCA-Kamera am 12-Meter-Submillimeterteleskop APEX (Atacama Pathfinder Experiment) [1],  das von der ESO betrieben wird, mit Messungen des Very Large Telescope  der ESO, des Spitzer-Infrarotobservatorium der NASA und anderer  Teleskopen, um herauszufinden, wie sich weit entfernte und  leuchtkräftige Galaxien zu Gruppen und Galaxienhaufen zusammengefunden  haben.
Je dichter die Galaxien in Gruppen oder Haufen konzentriert sind,  umso massereicher sind ihre so genannten Halos aus Dunkler Materie –  weitgehend strukturlose Wolken, die Galaxien durchziehen und  umschließen, für den überwiegenden Teil ihrer Gesamtmasse verantwortlich  sind und aus einem unsichtbaren Material bestehen, dessen nähere  Eigenschaften derzeit noch unbekannt sind. Die neuen Resultate sind die  genauesten je durchgeführten Messungen zur räumlichen Anordnung solcher  Galaxien.
Die Galaxien sind so weit entfernt, dass ihr Licht etwa zehn  Milliarden Jahre benötigt hat, um uns zu erreichen. Daher sehen wir  diese Galaxien so, wie sie vor rund zehn Milliarden Jahren waren [2].  In diesen Momentaufnahmen des frühen Universums sieht man, dass die  Galaxien damals die intensivste bekannte Form der Sternbildung  durchliefen, so genannte Starbursts.
Die Astronomen bestimmten für diese Galaxien die Masse der Halos aus  Dunkler Materie und untersuchten mit Computersimulationen, wie die Halos  mit der Zeit anwachsen. So fanden sie  heraus, dass die fernen  Starburst-Galaxien des frühen Universums im Laufe der Zeit zu riesigen  elliptischen Galaxien geworden sind – den massereichsten Galaxien im  heutigen Universum.
"Zum ersten Mal sind wir jetzt in der Lage, eine so eindeutige  Verbindung zwischen den intensivsten Starbursts im frühen Universum und  den massereichsten heutigen Galaxien nachzuweisen", erklärt Ryan Hickox vom Dartmouth College (USA) und von der Durham University (England), der Erstautor der Studie.
Die neuen Beobachtungen ergaben außerdem, dass die hellen Starbursts  in diesen fernen Galaxien lediglich 100 Millionen Jahre angedauert haben  – eine für kosmologische Maßstäbe sehr kurze Zeitspanne. Dennoch hat  sich die Gesamtmasse der Sterne der Galaxie in dieser vergleichsweise  kurzen Zeit verdoppelt. Das plötzliche Ende des schnellen Wachstums ist  ein weiterer Abschnitt aus der Geschichte der Galaxien, der bisher noch  nicht vollständig verstanden ist.
"Wir wissen, dass die massereichen elliptischen Galaxien bereits  vor langer Zeit vergleichsweise plötzlich aufhörten, neue Sterne zu  bilden. Heute sind sie weitgehend inaktiv. Die entscheidende Frage ist  natürlich, welcher Prozess stark genug gewesen sein könnte, um den  Starburst einer ganzen Galaxie zu beenden", erläutert Julie Wardlow  von der University of California in Irvine (USA) und von der Durham  University, ein weiteres Mitglied des Teams.
Die Ergebnisse der neuen Studie bieten einen möglichen  Erklärungsansatz: Zur fraglichen Zeit in der kosmischen Geschichte sind  die Galaxien ähnlich angeordnet wie die Quasare – ein Hinweis darauf,  dass sich beide Objektarten in den gleichen Halos aus Dunkler Materie  befanden. Quasare gehören zu den leuchtkräftigsten Objekten im  Universum. Getrieben von den supermassereichen Schwarzen Löchern in  ihren Zentren geben sie als regelrechte kosmische Leuchtfeuer intensive  Strahlung ab.
Die Hinweise verdichten sich, dass die Starbursts die Aktivität der  Quasare gefördert haben, indem sie den Schwarzen Löchern große Mengen an  Materie zuführten. Die Quasare wiederum durchliefen dadurch sehr  energiereiche Aktivitätsphasen, in deren Verlauf sie das verbliebene Gas  aus den Galaxien hinausbliesen. Mit diesem Verlust dieses Rohmaterials  für neue Sterne ging auch die Phase schneller Sternentstehung zuende.
"Kurz gesagt läutet die Starburst-Galaxie mit dem Feuerwerk der  Sternbildung gleichzeitig ihr eigenes Ende ein: sie füttert das Schwarze  Loch in ihrem Zentrum, das dann wiederum die sternbildenden Wolken  wegbläst oder zerstört", erklärt David Alexander von der Durham University, ein weiteres Mitglied des Teams.
Endnoten
[1] Das 12 Meter durchmessende  APEX-Submillimeterteleskop befindet sich auf der Chajnantor-Hochebene in  den chilenischen Anden. APEX  ist technologischer Wegbereiter für ALMA,  das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array. ALMA ist ein  neuartiges Verbundteleskop, das die ESO gemeinsam mit internationalen  Partnern ebenfalls auf dem Chajnantor-Plateau errichtet und betreibt.  APEX basiert auf dem Prototypen einer Antenne für ALMA. Die beiden  Teleskope ergänzen einander perfekt: APEX wird viele interessante  Beobachtungsziele entdecken, die ALMA dann detailliert untersuchen kann.  APEX ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für  Radioastronomie (MPIfR), dem Onsala Space Observatory (OSO) und der ESO.
[2] Diese weit entfernten Galaxien werden auch als  Submillimeter-Galaxien bezeichnet. Es handelt sich hierbei um sehr  leuchtkräftige Galaxien im fernen Universum, in denen intensive  Sternentstehung abläuft. Wegen der extrem großen Entfernung wurde das  infrarote Licht, das durch die Sternbildung aufgeheizte Staubkörner in  den Galaxien abgeben, zu noch größeren Wellenlängen hin rotverschoben.  Daher sind diese staubreichen Galaxien am besten im Submillimeterbereich  zu beobachten.
Weitere Informationen
Die hier vorgestellten  Forschungsergebnisse werden in der Ausgabe vom 26. Januar 2012 unter dem  Titel "The LABOCA Survey of the Extended Chandra Deep Field South:  Clustering of submillimetre galaxies" in der Fachzeitschrift Monthly  Notices of the Royal Astronomical Society erscheinen.
Die beteiligten Wissenschaftler sind Ryan C. Hickox (Dartmouth  College, Hanover, USA; Department of Physics, Durham University (DU);  STFC Postdoctoral Fellow, Großbritannien), J. L. Wardlow (Department of  Physics & Astronomy, University of California at Irvine, USA;  Department of Physics, DU, Großbritannien), Ian Smail (Institute for  Computational Cosmology, DU, Großbritannien), A. D. Myers (Department of  Physics and Astronomy, University of Wyoming, USA), D. M. Alexander  (Department of Physics, DU, Großbritannien), A. M. Swinbank (Institute  for Computational Cosmology, DU, Großbritannien), A. L. R. Danielson  (Institute for Computational Cosmology, DU, Großbritannien), J. P. Stott  (Department of Physics, DU, Großbritannien), S. C. Chapman (Institute  of Astronomy, Cambridge, Großbritannien), K. E. K. Coppin (Department of  Physics, McGill University, Canada), J. S. Dunlop (Institute for  Astronomy, University of Edinburgh, Großbritannien), E. Gawiser  (Department of Physics and Astronomy, The State University of New  Jersey, USA), D. Lutz (Max-Planck-Institut für extraterrestrische  Physik, Garching bei München), P. van der Werf (Sterrewacht Leiden,  Universiteit Leiden, Niederlande), A. Weiß (Max-Planck-Institut für  Radioastronomie, Bonn).
Im Jahr 2012 feiert die Europäische Südsternwarte ESO (European  Southern Observatory) das 50-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO  ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung  und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen  wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien,  Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,  Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische  Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische  Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope  entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung  internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die  Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit  einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und  Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large  Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für  Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der  Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für  Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert  ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des  Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das European  Extremely Large Telescope (E-ELT).
Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine  internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa,  Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile  getragen wird. Bei Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO  federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy  Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag und das National  Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für den ostasiatischen Beitrag.  Das Joint ALMA Observatory (JAO) übernimmt die übergreifende  Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den  Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische  Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und  Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen  weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das  Haus der Astronomie in Heidelberg.
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso1206/eso1206.pdf - ga_static_tracking>Fachartikel</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/germany/teles-instr/apex.html>Informationen zum APEX-Teleskop</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/images/archive/category/apex/>Bilder zum APEX-Teleskop</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 00:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neue Blicke auf den Helixnebel</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2012&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=902&#38;cHash=9e30e013eee86953265b753ec7c6abf3</link>
			<description>Das VISTA-Teleskop am Paranal-Observatorium der ESO in Chile hat eine spektakuläres neues Bild des Helixnebels geliefert. Die Infrarotaufnahme zeigt Fasern aus kaltem Gas, die bei Aufnahmen im sichtbaren Licht verborgen bleiben, sich hier jedoch deutlich von einem reichhaltigen Hintergrund aus Sternen und Galaxien abheben.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Helixnebel im Sternbild Aquarius (der Wassermann) ist ein bemerkenswertes Beispiel für einen planetarischen Nebel <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1205/#1>[1]</link>.  Astronomisch gesehen ist der Nebel uns mit einer Entfernung von etwa  700 Lichtjahren recht nahe. Das außergewöhnliche Objekt entstand in den  letzten Stadien des Lebens eines sonnenähnlichen Sterns: Er ist nicht  mehr in der Lage, die äußeren Teile seiner Atmosphäre zu halten, die  wiederum langsam in das umgebende Weltall strömen und so den  schalenartigen Nebel gebildet haben. Der Stern selber, der als kleiner  blauer Punkt in der Bildmitte sichtbar ist, entwickelt sich zur Zeit zu  einem Weißen Zwerg.
Der Nebel ist ein komplexes Gebilde aus Staub, ionisierten  Bestandteilen und molekularem Gas, die ein vielschichtiges  blütenförmiges Muster bilden, welches von der intensiven  Ultraviolettstrahlung des heißen Zentralsterns zum Leuchten gebracht  wird.
Der Hauptring des Helixnebels hat einen Durchmesser von etwa zwei  Lichtjahren, was grob der halben Entfernung zwischen unserer Sonne und  dem nächstgelegenen Fixstern entspricht. Insgesamt erstreckt sich der  Nebel jedoch mehr als vier Lichtjahre weit vom Zentralstern aus ins All.  Im Infrarotbild kann man dies anhand der roten Klumpen aus molekularem  Gas in den beiden unteren Ecken und oben rechts in der Aufnahme deutlich  sehen.
Für die empfindlichen Infrarotdetektoren von VISTA ist das im  visuellen Bereich kaum sichtbare schwache Glühen des dünnen Gases leicht  nachzuweisen. Außerdem ist das 4,1-Meter Teleskop in der Lage, eine  beeindruckende Menge von Hintergrundsternen und -galaxien zu sehen.
Der scharfe Blick des VISTA-Teleskops der ESO zeigt auch sehr feine  Strukturen in den Ringen des Nebels. Im Infrarotlicht zeigt sich die  Struktur des kühleren, molekularen Gases. Dieses Gas verklumpt sich zu  Filamenten, die vom Zentrum des Nebels nach außen verlaufen und deren  Anblick an ein kosmisches Feuerwerk erinnert.
Diese auch als kometenartige Knoten bezeichneten Stränge aus  molekularem Wasserstoff sehen auf den ersten Blick zwar winzig aus, sind  aber vergleichbar groß wie unser gesamtes Sonnensystem.Die Gasmoleküle  konzentrieren sich in diesen Knoten und können - abgeschirmt durch die  Schichten aus Staub und molekularem Gas - der hochenergetischen  Strahlung des sterbenden Sterns widerstehen. Die Astronomen wissen  derzeit allerdings noch nicht im Einzelnen, wie solche kometenartigen  Knoten entstehen.
<h3>Endnoten</h3>
<a name="1">[1]</a> Planetarische Nebel haben trotz  ihres Namens nichts mit Planeten zu tun. Der etwas verwirrende Name  stammt daher, dass viele dieser Objekte bei einer visuellen Beobachtung  als kleine helle Scheiben erscheinen und damit den äußeren Planeten im  Sonnensystem wie z.B. Uranus und Neptun ähneln. Der Helixnebel, der auch  die Katalognummer NGC 7293 trägt, ist in dieser Hinsicht  außergewöhnlich, da er bei Beobachtung durch ein kleines Teleskop sehr  groß aber auch äußerst lichtschwach erscheint.
<h3>Weitere Informationen</h3>
Im Jahr 2012 feiert die Europäische  Südsternwarte ESO (European   Southern Observatory) das 50-jährige  Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO   ist die führende europäische  Organisation für astronomische Forschung   und das wissenschaftlich  produktivste Observatorium der Welt. Getragen   wird die Organisation  durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien,   Dänemark,  Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,    Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische    Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht   astronomische  Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige   bodengebundene Teleskope  entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei   der Förderung  internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der   Astronomie spielt die  Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO   betreibt drei weltweit  einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile:   La Silla, Paranal und  Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO  mit  dem Very Large  Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste   Observatorium für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und   zwei Teleskope für  Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte   Durchmusterungsteleskop der  Welt, arbeitet im Infraroten, während das   VLT Survey Telescope (VST) für  Himmelsdurchmusterungen ausschließlich   im sichtbaren Licht konzipiert  ist. Die ESO ist der europäische Partner   für den Aufbau des  Antennenfelds ALMA, das größte astronomische   Projekt überhaupt. Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der   40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und   Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden   wird, das European  Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind    ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines    internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in    dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen    ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind.    Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in    Heidelberg.
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.eso.org/public/images/archive/category/surveytelescopes/>Fotos vom VISTA-Teleskop</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 20:58:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Planeten so weit das Auge reicht</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2012&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=885&#38;cHash=893984fc42db745699bfb27bfaa52583</link>
			<description>Ein internationales Astronomenteam, dem auch drei Mitarbeiter der Europäischen Südsternwarte (ESO) angehören, hat mithilfe des Mikrogravitationslinseneffektes ergründet, wie häufig Planeten in unserer Milchstraße vorkommen. Nach ihrer sechs Jahre währenden Suche bei mehreren Millionen Sternen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Existenz von Planeten um andere Sterne nicht die Ausnahme sondern der Normalfall ist. Die Ergebnisse...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Während der vergangenen 16 Jahre haben Astronomen die Existenz von mehr als 700 Exoplaneten bestätigen können [1] und sogar schon damit begonnen, die Spektren (eso1002) und Atmosphären (eso1047)  dieser fernen Welten zu erforschen. Natürlich sind solche  Untersuchungen einzelner Objekte von unschätzbarem Wert für die  Exoplanetenforschung. Eine der entscheidenden Fragen ist aber nach wie  vor offen: Wie häufig sind Planeten eigentlich in unserer Milchstraße?
Der Großteil der heute bekannten Exoplaneten wurde entweder durch die  gravitative Anziehungskraft des Planeten auf seinen Mutterstern oder  durch die winzige Abschwächung des Sternlichts entdeckt, die zustande  kommt, wenn ein Planet auf seiner Umlaufbahn von der Erde aus gesehen  direkt vor dem Stern vorbeiläuft. Beide Techniken weisen bevorzugt  Planeten nach, die massereicher sind, nur einen geringen Abstand zum  Stern haben oder sogar beides. Viele Exoplaneten werden bislang  übersehen, da sie unterhalb der Nachweisgrenze dieser Methoden liegen..
Ein internationales Astronomenteam, dem auch mehrere Forscher der  Arbeitsgruppe von Joachim Wambsganß vom Zentrum für Astronomie der  Universität Heidelberg (ZAH) angehören, hat mit einer völlig anderen  Methode nach Exoplaneten gefahndet, die auch solche Planeten nachweisen  kann, die einen größeren Abstand zum Stern haben und über einen großen  Massebereich verteilt sind. Die Methode nutzt den so genannten  Mikrogravitationslinseneffekt.
Arnaud Cassan, ehemaliger ZAH-Mitarbeiter und inzwischen am Institut  d&#700;Astrophysique de Paris tätig, ist der Erstautor des Fachartikels in  der Zeitschrift Nature, in dem die Ergebnisse der Studie nun präsentiert  werden. "Wir haben in den Daten aus sechs Jahren Beobachtungszeit  nach Hinweisen auf Mikrogravitationslinsenereignisse von Exoplaneten  gesucht. Tatsächlich hat sich dabei herausgestellt, dass Planeten in  unserer Milchstraße häufiger vorkommen als Sterne. Außerdem sind kleine  Planeten wie die so genannten Supererden oder kühle, neptunähnliche  Planeten offenbar zahlreicher als ihre massereicheren großen Brüder",  erklärt er. Die Ergebnisse basieren zu einem großen Teil auf Arbeiten,  die Cassan während seiner Zeit in Heidelberg durchgeführt hat.
Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler Daten der Kampagnen PLANET [2] und OGLE [3],  in deren Rahmen Exoplaneten über den Effekt nachgewiesen werden, den  ihr Gravitationsfeld zusammen mit dem Gravitationsfeld ihres  Muttersterns auf das Licht im Hintergrund liegender Sterne ausübt. Stern  und Planet wirken dabei wie eine Linse, die die Helligkeit des  Hintergrundsterns einige Tage lang verstärkt. Der Verlauf der  Helligkeitsänderung hat eine sehr charakteristische Form, dabei ist der  Einfluss des Planeten oft nur für einige Stunden messbar.
Jean-Philippe Beaulieu vom Institut d'Astrophysique de Paris, Leiter der PLANET-Kollaboration, fügt hinzu: "Wir  haben die PLANET-Kollaboration eingerichtet, um vielversprechende  Mikrogravitationslinsenereignisse mit einem Netzwerk aus Teleskopen  verfolgen zu können, die über die ganze Südhalbkugel der Erde verteilt  sind – von Australien über Südafrika bis nach Chile. Die Teleskope der  ESO haben dabei eine sehr wichtige Rolle gespielt."
Die Mikrogravitationslinsen-Methode ist ein besonders nützliches  astronomisches Werkzeug, mit dessen Hilfe sich auch Exoplaneten  nachweisen lassen, die mit herkömmlichen Methoden nicht aufzuspüren  sind. Damit der Effekt überhaupt beobachtbar ist, müssen der als Linse  fungierende Stern und der Hintergrundstern allerdings exakt auf einer  Sehlinie liegen – und so etwas tritt nur sehr selten auf. Soll bei einem  solchen Ereignis auch noch ein Planet um den Linsenstern eine Rolle  spielen, muss auch dessen Umlaufbahn genau richtig orientiert sein. "Es  ist wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen: Wir müssen die  Helligkeit von ein paar Millionen Sternen mehrmals pro Woche messen, um  ein einziges stellares Mikrogravitationslinsenereignis zu beobachten.  Und selbst wenn alle so entdeckten Sterne einen Planeten haben, zeigt  sich der Planet in weniger als einem Prozent dieser Lichtkurven", erläutert Wambsganß.
Aus diesem Grund ist der Nachweis von Exoplaneten über den  Mikrogravitationslinseneffekt alles andere als einfach. Dennoch gelang  es, mit den Daten der sechsjährigen Beobachtungskampagnen von PLANET und  OGLE gleich drei Planeten nachzuweisen: eine Supererde [4] und jeweils einen Planeten mit Massen vergleichbar zu denen von Jupiter  und Neptun. Bezogen auf die Rate von Mikrogravitationslinsenereignissen  insgesamt ist das eine reiche Ausbeute. Entweder hatten die Astronomen  mit den drei Planeten ungeheures Glück oder aber Planeten sind in  unserer Milchstraße so häufig, dass eine solch hohe Anzahl an  Detektionen unvermeidlich war [5].
Das Forscherteam kombinierte die Daten der drei gefundenen Planeten  mit denen von sieben weiteren Exoplaneten, die ebenfalls über den  Mikrogravitationslinseneffekt entdeckt worden waren, und mit der großen  Zahl von Sternen, bei denen während der sechs Jahre kein solches  Ereignis nachgewiesen werden konnte. Diese (um Größenordnungen  zahlreicheren!) Nicht-Detektionen sind für die statistische Analyse  genauso wichtig wie die entdeckten Planeten. Aus diesen Berechnungen  lässt sich darauf schließen, dass in etwa jeder sechste Stern von einem  Planeten mit ungefähr einer  Jupitermasse umkreist werden dürfte. Etwa  die Hälfte aller Sterne sollten Planeten mit einer Neptunmasse haben,  und zwei Drittel Begleiter von der Größe einer Supererde. Die Studie  erfasst Planeten, deren Abstände von ihrem Stern 75 Millionen bis 1,5  Milliarden Kilometer betragen (das entspricht in unserem Sonnensystem  dem Bereich von der Venus bis zum Saturn) und deren Massen von fünf  Erdmassen bis zur zehnfachen Jupitermasse reichen.
Die Resultate deuten klar darauf hin, dass Sterne durchschnittlich  von mehr als einem Planeten begleitet werden. Planeten um andere Sterne  sind nicht länger die Ausnahme, sondern die Regel. "Früher ging man  davon aus, dass die Erde in unserer Heimatgalaxie einzigartig sein  könnte. Jetzt sieht es eher danach aus, als gäbe es in der Milchstraße  Milliarden von Planeten mit einer Masse ähnlich der der Erde", schließt Daniel Kubas, der Zweitautor des Fachartikels.
Endnoten
[1] Der Kepler-Satellit hat große Mengen an Exoplanetenkandidaten entdeckt, die in dieser Zahl nicht enthalten sind.
[2] PLANET steht für „Probing Lensing Anomalies  NETwork". Über die Hälfte der Daten der PLANET-Durchmusterung aus dieser  Studie stammen vom dänischen 1,54-Meter-Teleskop am La  Silla-Observatorium der ESO.
[3] OGLE steht für „Optical Gravitational Lensing Experiment".
[4] Eine Supererde hat eine Masse zwischen zwei und  zehn Erdmassen. Insgesamt hat man bis heute 12 Exoplaneten mit Hilfe der  Mikrogravitationslinsenmethode entdeckt.
[5] Die Astronomen haben mehrere Millionen Sterne auf  Mikrogravitationslinsenereignisse hin untersucht. Solche Ereignisse  sind so selten, dass von 2002 bis 2007 nur 3247 davon beobachtet wurden.  Die statistische Analyse basiert auf einem repräsentativen Datensatz  von Detektionen und Nicht-Detektionen aus 440 Lichtkurven.
Weitere Informationen
Die hier vorgestellten  Forschungsergebnisse von A. Cassan et al. werden in der Ausgabe vom 12.  Januar 2012 unter dem Titel "One or more bound planets per Milky Way  star from microlensing observations" in der Fachzeitschrift Nature  erscheinen.
Die beteiligten Wissenschaftler sind A. Cassan (Institut  d&#700;Astrophysique de Paris, Frankreich [IAP]; Zentrum für Astronomie der  Universität Heidelberg [ZAH]; ESO), D. Kubas (IAP), J.-P. Beaulieu  (IAP), M. Dominik (University of St Andrews, Großbritannien), K. Horne  (University of St Andrews), J. Greenhill (University of Tasmania,  Australien), J. Wambsganß (ZAH), J. Menzies (South African Astronomical  Observatory), A. Williams (Perth Observatory, Australien), U. G.  Jørgensen (Niels Bohr Institute, Kopenhagen, Dänemark), A. Udalski  (Warsaw University Observatory, Polen), M. D. Albrow (University of  Canterbury, Neuseeland), D. P. Bennett (University of Notre Dame, Notre  Dame, USA), V. Batista (IAP), S. Brillant (ESO), J. A. R. Caldwell  (McDonald Observatory, Fort Davis, USA), A. Cole (University of  Tasmania), Ch. Coutures (IAP), K. Cook (Lawrence Livermore National  Laboratory, USA), S. Dieters (University of Tasmania), D. Dominis  Prester (University of Rijeka, Kroatien), J. Donatowicz (Technische  Universität Wien, Österreich), P. Fouqué (Université de Toulouse,  Frankreich), K. Hill (University of Tasmania), N. Kains (ESO), S. Kane  (NASA Exoplanet Science Institute, Caltech, USA), J.-B. Marquette (IAP),  K. R. Pollard (University of Canterbury, Neuseeland), K. C. Sahu  (STScI, Baltimore, USA), C. Vinter (Niels Bohr Institute), D. Warren  (University of Tasmania), B. Watson (University of Tasmania), M. Zub  (ZAH), T. Sumi (Nagoya University, Japan), M. K. Szyma&#324;ski (Warsaw  University Observatory), M. Kubiak (Warsaw University Observatory), R.  Poleski (Warsaw University Observatory), I. Soszynski (Warsaw University  Observatory), K. Ulaczyk (Warsaw University Observatory), G.  Pietrzy&#324;ski (Warsaw University Observatory) und &#321;. Wyrzykowski (Warsaw  University Observatory).
Im Jahr 2012 feiert die Europäische Südsternwarte ESO (European  Southern Observatory) das 50-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO  ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung  und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen  wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien,  Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,  Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische  Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische  Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope  entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung  internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die  Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit  einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und  Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large  Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für  Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der  Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für  Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert  ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des  Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das European  Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind  ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines  internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in  dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen  ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind.  Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in  Heidelberg.
Links
Fachartikel in Nature]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 00:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>El Gordo – ein massereicher und weit entfernter Galaxienhaufen</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2012&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=884&#38;cHash=5d9b76ea414df7df8cda53a091eeddb6</link>
			<description>Ein internationales Astronomenteam hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO in der chilenischen Atacamawüste, dem NASA-Röntgensatelliten Chandra und dem Atacama Cosmology Telescope einen äußerst heißen und massereichen junger Galaxienhaufen entdeckt – den größten solchen Haufen, der je in so großer Entfernung beobachtet wurde Die Ergebnisse einer Studie des Galaxienhaufens werden am 10. Januar 2012 beim 219. Meeting der American...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Der neu entdeckte Galaxienhaufen <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1203/#1>[1]</link> erhielt von den Wissenschaftlern den Spitznamen El Gordo - spanisch für  „der Große“ oder auch „der Dicke“. Er besteht aus zwei kleineren  Galaxienhaufen, die mit einer Geschwindigkeit von mehreren Millionen  Kilometern pro Stunde zusammenstoßen. El Gordo ist so weit entfernt,  dass sein Licht sieben Milliarden Jahre benötigt, um die Erde zu  erreichen.
"Dieser Galaxienhaufen ist der massereichste, heißeste und im  Röntgenbereich zudem der leuchtkräftigste, den man je in dieser oder  noch größerer Entfernung gefunden hat", erklärt Felipe Menanteau von der  Rutgers University, der Leiter der Studie. "Wir haben El Gordo viel  Beobachtungszeit gewidmet, und ich bin sehr froh, dass sich diese  Investition ausgezahlt hat, denn er hat sich als ein außergewöhnliches  System von kollidierenden Galaxienhaufen entpuppt."
Galaxienhaufen sind die größten durch ihre eigene Schwerkraft  zusammengehaltenen Objekte im Universum. Der genaue Prozess ihrer  Entstehung, bei dem kleinere Gruppen von Galaxien verschmelzen, hängt  stark von der Menge an Dunkler Materie und Dunkler Energie ab, die zu  der betreffenden Zeit im Universum vorhanden ist. Die Untersuchung von  Galaxienhaufen kann daher auch wichtige Erkenntnisse über diese  geheimnisvollen Bestandteile des Kosmos liefern.
"Riesige Galaxienhaufen wie El Gordo sind genau das, was wir  entdecken wollten", ergänzt Jack Hughes, ein weiteres Mitglied des  Forscherteams, ebenfalls von der Rutgers University. "Wir möchten  herausfinden, ob die besten zurzeit verfügbaren kosmologischen Modelle  ausreichen, um die Entstehung dieser außergewöhnlichen Objekte zu  erklären."
Das Wissenschaftlerteam, angeführt von chilenischen Astronomen und  Kollegen von der Rutgers University, entdeckte El Gordo durch eine  leichte Verzerrung der so genannten 3K-Hintergrundstrahlung an jener  Position, die der Galaxienhaufen am Himmel einnimmt. Diese  Hintergrundstrahlung, die uns heute vornehmlich in Form von Mikrowellen  erreicht, ist Überbleibsel des ersten Lichts, welches das Universum kurz  nach der extrem heißen und dichten Urknallphase vor 13,7 Milliarden  Jahren durchflutete. Diese Strahlung wechselwirkt mit den Elektronen im  heißen Gas innerhalb des Galaxienhaufens; dadurch wird das  Erscheinungsbild der kosmischen Hintergrundstrahlung von der Erde aus  gesehen verzerrt <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1203/#2>[2]</link>.  Der Effekt ist umso stärker, je dichter und größer der Galaxienhaufen  ist, der die Verzerrung verursacht. Auf diese Weise wurde El Gordo in  einer Mikrowellen-Himmelsdurchmusterung mit dem Atacama Cosmology  Telescope <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1203/#3>[3]</link> entdeckt.
Mit dem Very Large Telescope der ESO bestimmten die Astronomen im  Anschluss die Geschwindigkeiten der an dieser riesigen Kollision  beteiligten Galaxien und ihre Entfernung von der Erde. Mit dem  NASA-Röntgensatelliten Chandra untersuchten sie außerdem das heiße Gas  in dem Galaxienhaufen.
Obwohl so große und gleichzeitig weit entfernte Galaxienhaufen wie El  Gordo sehr selten sind, gehen die Autoren der Studie dennoch davon aus,  dass ihre Ergebnisse mit den gängigen kosmologischen Modellen vereinbar  sind, denen zufolge das Universum mit einem heißen Urknall begonnen hat  und hauptsächlich aus Dunkler Materie und Dunkler Energie besteht.
Wahrscheinlich ist El Gordo auf ähnliche Weise entstanden wie der so genannte <link http://chandra.harvard.edu/photo/2006/1e0657/>Bullet-Cluster</link>,  ein spektakuläres System von wechselwirkenden Galaxienhaufen, das  beinahe vier Milliarden Lichtjahre näher an der Erde liegt als El Gordo.  Bei beiden Objekten gibt es Anzeichen dafür, dass die normale Materie,  die hauptsächlich aus dem heißen und im Röntgenbereich leuchtenden Gas  besteht, von der Dunklen Materie geschieden wurde. Dazu kann es kommen,  weil das heiße Gas bei der Kollision der zwei Haufen abgebremst wird,  die Dunkle Materie jedoch nicht.
"Wir haben erstmalig ein Objekt wie den Bullet Cluster in einer  derart großen Entfernung gefunden", schließt Cristóbal Sifón, Student an  der Pontificia Universidad Católica de Chile (PUC) in Santiago. "Es ist  wie in dem alten Sprichwort: Um die Zukunft zu verstehen, muss man die  Vergangenheit kennen.“
<h3>Endnoten</h3>
<a name="1">[1]</a> Die wissenschaftliche  Bezeichnung für den Galaxienhaufen ist ACT-CL J0102-4915. Der erste Teil  des Namens zeigt an, dass der Galaxienhaufen in Daten des Atacama  Cosmology Telescope entdeckt wurde. Der zweite Teil gibt die Position  des Haufens im südlichen Sternbild Phönix an.
<a name="2">[2]</a> Dieser Effekt nennt man nach den beiden  russischen Astronomen Rashid Sunyaev and Yakov Zel'dovich, die ihn  bereits Ende der 1960er Jahre vorhergesagt haben, den  Sunyaev-Zel'dovich- oder abgekürzt SZ-Effekt.
<a name="3">[3]</a> Das Atacama Cosmology Telescope (ACT) ist ein  6-Meter-Teleskop für Mikrowellen auf dem  Cerro Toco in der Atacamawüste  im Norden Chiles, nahe dem Standort von ALMA. Seine Aufgabe sind  hochaufgelöste Durchmusterungen des Mikrowellenhimmels, um die  3K-Hintergrundstrahlung untersuchen.
<h3>Weitere Informationen</h3>
Die Ergebnisse werden am 10. Januar  2012 beim 219. Meeting der American Astronomical Society in Austin,  Texas präsentiert. Ein Fachartikel dazu mit dem Titel “The Atacama  Cosmology Telescope: ACT-CL J0102&#8722;4915 ‘El Gordo’, A Massive Merging  Cluster at Redshift 0.87” von  Felipe Menanteau et al wurde von der  Fachzeitschrift The Astrophysical Journal zur Veröffentlichung  akzeptiert.
Die beteiligten Wissenschaftler sind Felipe Menanteau (Rutgers  University, USA), John P. Hughes (Rutgers), Cristóbal Sifón (Pontificia  Universidad Católica de Chile [PUC]), Matt Hilton (University of  Nottingham, Großbritannien), Jorge González (PUC), Leopoldo Infante  (PUC), L. Felipe Barrientos (PUC) , Andrew J. Baker (Rutgers) , Sudeep  Das (University of California, Berkeley, USA und Princeton University,  USA), Mark J. Devlin (University of Pennsylvania, USA), Joanna Dunkley  (Oxford University, Großbritannien) , Adam D. Hincks (Princeton  University), Arthur Kosowsky (University of Pittsburgh, USA) , Danica  Mardsen (University of Pennsylvania), Tobias A. Marriage (The Johns  Hopkins University, Baltimore, USA) , Kavilan Moodley (University of  KwaZulu-Natal, Durban, South Africa), Michael D. Niemack (NIST, Boulder,  USA) , Lyman A. Page (Princeton University) , Erik D. Reese (University  of Pennsylvania) , Neelima Sehgal (Stanford University, USA), Jon  Sievers (University of Toronto, Kanada), David N. Spergel (Princeton  University), Suzanne T. Staggs (Princeton University) und Edward Wollack  (Goddard Space Flight Center, USA).
Im Jahr 2012 feiert die Europäische Südsternwarte ESO (European   Southern Observatory) das 50-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO   ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung   und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen   wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien,   Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,   Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische   Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht  astronomische  Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige  bodengebundene Teleskope  entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei  der Förderung  internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der  Astronomie spielt die  Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO  betreibt drei weltweit  einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile:  La Silla, Paranal und  Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit  dem Very Large  Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste  Observatorium für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und  zwei Teleskope für  Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte  Durchmusterungsteleskop der  Welt, arbeitet im Infraroten, während das  VLT Survey Telescope (VST) für  Himmelsdurchmusterungen ausschließlich  im sichtbaren Licht konzipiert  ist. Die ESO ist der europäische Partner  für den Aufbau des  Antennenfelds ALMA, das größte astronomische  Projekt überhaupt. Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der  40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und  Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden  wird, das European  Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind   ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines   internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in   dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen   ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind.   Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in   Heidelberg.
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://arxiv.org/abs/1109.0953>Vorabversion des Fachartikels</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/images/archive/category/paranal/>Bilder vom Very Large Telescope am Paranal-Observatorium der ESO</link></li> <li><link http://www.nasa.gov/chandra>Informationen über den NASA-Röntgensatelliten Chandra</link></li> <li><link http://physics.princeton.edu/act/about.html>Informationen über das Atacama Cosmology Telescope</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 00:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>ESO: 50 Jahre an vorderster Front astronomischer Forschung</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2012&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=877&#38;cHash=f9fb75c738bc57fcad20154ba95728c7</link>
			<description>Im Jahre 2012 begeht die Europäische Südsternwarte (ESO), die weltweit führende europäische Organisation für astronomische Forschung, ihr 50jähriges Jubiläum. Daher bietet sich die Gelegenheit, die erfolgreiche Geschichte der ESO Revue passieren zu lassen, wissenschaftliche und technologische Höhepunkte zu feiern und einen Blick auf die ambitionierten zukünftigen ESO-Projekte zu werfen. Im Laufe des Jahres sind eine Reihe von Aktivitäten geplant.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<dfn title="Europäische Südsternwarte"></dfn>Eso-Pressemitteilung vom<link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1202/> 05.Januar 2012</link>
Am 5. Oktober 1962 unterzeichneten die Repräsentanten fünf  europäischer Länder — Belgien, Deutschland, Frankreich, die Niederlande  und Schweden <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1202/#1>[1]</link> — in Paris die Gründungsvereinbarung der ESO. Damit riefen diese,  Länder, die Europäische Organisation für astronomische Forschung in der  südlichen Hemisphäre ins Leben, heute meist verkürzt Europäische  Südsternwarte genannt. <br /><br />“<em>Das 50-jährige Jubiläum der ESO  kommt genau zur rechten Zeit, denn in der europäischen bodengebundenen  Astronomie herrscht Goldgräberstimmung.  Seit ihrer Gründung im Jahr  1962 hat die ESO einen langen Weg zurückgelegt. Heute spielt spielt die  ESO als erfolgreichstes Observatorium der Welt eine führende Rolle in  der astronomischen wissenschaftlichen Gemeinschaft</em>”, fasst ESO-Generaldirektor Tim de Zeeuw zusammen.<br /><br /><link http://www.eso.org/public/news/eso0912/>Die erste Sternwarte</link> der ESO wurde auf La Silla errichtet, einem 2400 Meter hohen Berg 600 Kilometer nördlich von Santiago de Chile. Das <link http://www.eso.org/public/germany/teles-instr/lasilla.html>La Silla-Observatorium</link> beherbergt optische Teleskope mit Spiegeldurchmessern von bis zu 3,6 Metern, darunter auch das <link http://www.eso.org/public/teles-instr/lasilla/ntt.html>New Technology Telescope</link>,  eine Pionierleistung im Teleskopbau und das weltweit erste Teleskop mit  aktiver Optik: Die Form seines Hauptspiegels wird fortwährend  computergestützt überprüft und korrigiert. Inzwischen findet diese bei  der ESO entwickelte Technologie bei allen größeren Teleskopen Anwendung.  Am <link http://www.eso.org/public/teles-instr/lasilla/36.html>3,6-Meter-Teleskop</link> der ESO ist derzeit <link http://www.eso.org/sci/facilities/lasilla/instruments/harps/>HARPS</link> installiert, das weltweit führende Instrument zur Suche nach Exoplaneten.<br /><br />Als zweiten Standort errichtete die ESO das Paranal-Observatorium. Dort nahm im Jahre 1999 das <link http://www.eso.org/public/germany/teles-instr/paranal.html>Very Large Telescope</link> (VLT) seinen wissenschaftlichen Beobachtungsbetrieb auf. Heute ist das  VLT das Flaggschiff der europäischen Astronomie. Zusammen mit dem VLT  Interferometer (VLTI) stellt es das einzige regelmäßig genutzte große  interferometrische Teleskop der Welt dar. Auf dem Paranal befinden sich  außerdem <link http://www.eso.org/public/teles-instr/surveytelescopes/vista.html>VISTA</link>, das größte Infrarot-Durchmusterungsteleskop der Welt, und das <link http://www.eso.org/public/teles-instr/surveytelescopes/vst.html>VLT Survey Telescope</link> (VST), das größte Durchmusterungsteleskop für den Bereich des sichtbaren Lichts.<br /><br />Auf  dem Chajnantor-Plateau im Norden Chiles errichtet die ESO derzeit  zusammen mit Partnern aus Nordamerika und Ostasien ein astronomisches  Observatorium ganz neuer Art: <link http://www.eso.org/public/germany/teles-instr/alma.html>ALMA</link>,  das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array, das größte  astronomische Projekt überhaupt. ALMA soll mit 66 Präzisionsantennen,  die wie ein einzelnes Teleskop agieren, die Grundbausteine von Sternen,  Planetensystemen, Galaxien und sogar des Lebens selbst näher  untersuchen. ALMA wird voraussichtlich 2013 fertig gestellt sein. Erste  wissenschaftliche Beobachtungen mit einem Teil der Anlage haben bereits  im letzten Jahr begonnen (<link http://www.eso.org/public/news/eso1137/>eso1137</link>).<br /><br />Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden wird: das European  Extremely Large Telescope oder kurz <link http://www.eso.org/public/germany/teles-instr/e-elt.html>E-ELT</link>.  Wenn es Anfang des nächsten Jahrzehnts den Betrieb aufnimmt, soll sich  das E-ELT den größten wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit  stellen (<link http://www.eso.org/public/news/eso1150/>eso1150</link>).<br /><br />Für  das Jubiläumsjahr plant die ESO eine Vielzahl von Aktivitäten und  Initiativen. Die ESO lädt hiermit jedermann dazu ein, sich an den  Festivitäten zu beteiligen, entweder durch Mitwirkung an bereits  geplantenVeranstaltungen oder durch die Initiierung weiterer  Aktivitäten.
<ul> <li>Vom 3. bis zum 7. September 2012 findet im ESO-Hauptsitz ein <strong>wissenschaftliches Symposium</strong> zu einer Vielfalt wissenschaftlicher Themen von Exoplaneten, dem  Sonnensystem, der Sternentstehung und -entwicklung bis hin zur  Kosmologie statt. </li> <li>Am 5. Oktober 2012, dem eigentlichen Jubiläumstag, plant die ESO <strong>koordinierte öffentliche Veranstaltungen</strong> in den 15 Mitgliedsländern. Diese Veranstaltungen werden Zusammenarbeit mit dem <link http://www.eso.org/public/outreach/partnerships/eson.html>ESO Science Outreach Network</link> und seinen <link http://www.eso.org/public/outreach/partnerships/organisations.html>Outreach-Partnerorganisationen</link> organisiert werden und sollen die Allgemeinheit direkt mit der  Astronomengemeinschaft der ESO und den berühmten Observatorien in Chile  in Kontakt bringen. </li> <li>ESO-Generaldirektor Professor Tim de Zeeuw und der Präsident des  ESO-Councils, Professor Xavier Barcons, laden Minister der  Mitgliedsstaaten und des Gastlandes Chile, den ESO-Counsil selbst,  Repräsentanten der verschiedenen ESO-Kommitees, ehemalige  Generaldirektoren, renommierte Astronomen und andere Persönlichkeiten,  die in Geschichte und Gegenwart der ESO eine wichtige Rolle spielen, am  11. Oktober 2012 zu einer <strong>Jubiläums-Galaveranstaltung</strong> nach München ein. </li> <li>Im Laufe des Jahres wird an ausgewählten Standorten in den Mitgliedsländern eine <strong>Jubiläumsausstellung </strong>zu  sehen sein. Institutionen, die daran interessiert sind, diese  Ausstellung zu zeigen, werden gebeten, sich bei der ESO zu melden  (Kontaktdaten siehe unten).</li> <li>Für den Jubiläumstag sind die Veröffentlichung eines <strong>Dokumentarfilms</strong> und eines <strong>aufwändig illustrierten Buchs</strong> angesetzt. Der Film wird in einzelnen Episoden auch im Rahmen der  bekannten ESOcast-Videopodcastserie der ESO erscheinen. Zusätzlich wird  Adriaan Blaauws Buch “<link http://www.eso.org/public/shop/product/book_eso_early_history/>ESO’s Early History</link>“ über die frühen Jahre der ESO um einen zweiten<strong> geschichtlichen Band</strong> ergänzt werden, verfasst von Claus Madsen, um die 50-jährige Geschichte der ESO zu komplettieren. </li> <li>Das erste ESO-Bild der Woche in jedem Monat wird jeweils eine <strong>Damals-und-Heute-Ansicht</strong> von verschiedenen ESO-Standorten zeigen. </li> <li>Für Zeitzeugen der Geschichte der ESO - egal ob Mitarbeiter oder Besucher von ESO-Einrichtungen – wurde die <link http://www.flickr.com/groups/youresopictures/>Your ESO Pictures</link>-Flickr-Gruppe erweitert, um auch historische Aufnahmen zu präsentieren. Bitte nutzen Sie diese Gruppe, um <strong>Ihre Bilderinnerungen an die ESO mit uns und der Öffentlichkeit zu teilen</strong> (<link http://www.eso.org/public/announcements/ann12001>ann12001</link>). </li> <li>Im <link http://www.eso.org/public/shop/category/merchandise/>ESOshop</link> sind ab sofort <strong>Jubiläums-Artikel</strong> erhältlich - auch in größeren Stückzahlen. </li> <li><strong>Schicken Sie der ESO Jubiläums-Nachrichten</strong> über die <link https://www.facebook.com/ESOAstronomy>Facebook-Seite der ESO</link> oder über Twitter <link http://twitter.com/ESO_Observatory>@ESO_Observatory</link> mit dem Hashtag #ESO50years.</li> </ul>
“<em>Ohne die Hingabe und das Können aller ESO-Mitarbeiter hätte die  ESO all das nicht erreichen können und würde nicht dort stehen wo sie  heute steht, nämlich an der Spitze der bodengebundenen Astronomie. Auch  die nächsten 50 Jahre werden der ESO dank des VLT und des VLTI, ALMA,  des E-ELT und zukünftiger Projekte mit Sicherheit bahnbrechende  wissenschaftliche Resultate bringen. Alles Gute zum 50-jährigen  Jubiläum!</em>”, wünscht Tim de Zeeuw.
<h3>Endnoten</h3>
<a name="1">[1]</a> Genaugenommen waren es sogar  sechs Länder, denn Großbritannien hat die Gründungsvereinbarung damals  ebenfalls unterzeichnet, ist später aber zurückgetreten und der ESO erst  im Jahr 2002 als zehntes Mitgliedsland beigetreten.
<h3>Weitere Informationen</h3>
Im Jahr 2012 feiert die Europäische  Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) das 50-jährige  Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO ist die führende europäische  Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich  produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation  durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark,  Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Österreich,  Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische Republik und  das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische  Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope  entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung  internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die  Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit  einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und  Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large  Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für  Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der  Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für  Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert  ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des  Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das European  Extremely Large Telescope (E-ELT).
Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine  internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von Europa,  Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile  getragen wird. Bei Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO  federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy  Observatory (NRAO) für den nordamerikanischen Beitrag und das National  Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für den ostasiatischen Beitrag.  Das Joint ALMA Observatory (JAO) übernimmt die übergreifende  Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den  Beobachtungsbetrieb von ALMA.
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind  ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines  internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in  dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen  ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind.  Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in  Heidelberg.]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 23:27:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Rauchschwaden im Herzen des Omeganebels</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2012&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=871&#38;cHash=c82c5f6d8b9a24e3ca9f59ff1a815a4b</link>
			<description>Dieses neue Bild des Omeganebels, aufgenommen mit dem Very Large Telescope der ESO, zählt zu den schärfsten, die jemals von diesem Objekt vom Erdboden aus aufgenommen wurden. Es zeigt den staubreichen, rosafarbenen Zentralbereich dieses bekannten Sternentstehungsgebietes und enthüllt dabei die Detailfülle einer kosmischen Landschaft aus Gaswolken, Staub und jungen Sternen. </description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1153/>04.Januar 2012</link>
Die farbenfrohen Gas- und Staubmassen des Omeganebels sind  Ausgangsmaterial für die Entstehung einer neuen Sterngeneration. In dem  hier gezeigten Ausschnitt des Nebels erleuchten die jüngsten Sterne die  Szenerie mit ihrem hellen, weißlich-blauen Licht. Wie Rauchschwaden  durchziehen die Silhouetten dunkler Staubbänder das glühende Gas. Die  rötlichen Farbtöne der ausgedehnten Nebelwolke, die die Bildkomposition  dominieren, stammen von Wasserstoffgas, das von der intensiven  Ultraviolettstrahlung der heißen, jungen Sterne zum Leuchten angeregt  wird.
Der Omeganebel hat viele Namen, je nachdem was verschiedene  Beobachter in der Form des Nebels zu erkennen glaubten: einen Schwan,  ein Hufeisen und sogar einen Hummer. Der Nebel wurde unter anderem unter  den Bezeichnungen Messier 17 (M17) und NGC 6618 katalogisiert. Er  befindet sich in einer Entfernung von 6500 Lichtjahren im Sternbild  Schütze. Weil es sich bei den ausgedehnten, hell erleuchteten Gas- und  Staubwolken des Omeganebels um eines der jüngsten und gleichzeitig  aktivsten Sternentstehungsgebiete in der Milchstraße handelt, ist er für  Astronomen ein begehrtes Beobachtungsziel..
Die Aufnahme entstand mit dem FORS-Instrument an Antu, einem der vier  Hauptteleskope des Very Large Telescope. Die Lichtsammelfähigkeit des  großen Teleskops und außergewöhnlich ruhige Luft während der Beobachtung  wirken optimal zusammen, so dass trotz durchziehender Wolken ein  gestochen scharfes Bild entstanden ist <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1201/#1>[1]</link>.  Die Aufnahme gehört zu den besten, die jemals vom Erdboden aus von  diesem Bereich des Omeganebels aufgenommen wurden. Sie ist eine der  ersten, die im Rahmen des "Cosmic Gems"-Programms der ESO entstanden  sind <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1201/#2>[2]</link>.
<h3>Endnoten</h3>
<a name="1">[1]</a> Mit dem Begriff Luftunruhe, auch  Seeing genannt, beschreiben Astronomen den störenden Einfluss der  Erdatmosphäre auf ihre Beobachtungen. Ein typisches Maß für das Seeing  ist der Durchmesser von Sternscheibchen im Teleskop. Der Omeganebel  wurde in einer Nacht mit einem sehr guten Seeing von nur 0,45  Bogensekunden aufgenommen. Das Bild entstand also mit nur wenig Flimmern  und ist daher besonders scharf.
<a name="2">[2]</a> Das Cosmic Gems-Programm (wörtlich „kosmische  Edelsteine“) ist eine ESO-Initiative zur Erstellung von astronomischen  Aufnahmen für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Programm nutzt  hauptsächlich Zeiten, während derer die Beobachtungsbedingungen nicht  den strengen Ansprüchen wissenschaftlicher Beobachtungsarbeit genügt, um  Bilder von interessanten, faszinierenden oder von Himmelsobjekten  anzufertigen, die einfach schön anzusehen sind. Die Bilddaten sind  anschließend im wissenschaftlichen Archiv der ESO für jedermann  zugänglich. Auch professionelle Astronomen können sie für ihre Zwecke  nutzen.
<h3>Weitere Informationen</h3>
Der FOcal Reducer and low dispersion  Spectrograph (kurz FORS, wörtlich "Brennweitenreduzierer und  niedrigauflösender Spektrograf") ist das vielseitigste Instrument des  Very Large Telescope. Die Kombination aus astronomischer Kamera und  Spektrograf wurde gemeinsam von den Universitätssternwarten in  Heidelberg, Göttingen und München und der ESO entwickelt und gebaut.
Im Jahr 2012 feiert die Europäische Südsternwarte ESO (European  Southern Observatory) das 50-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO  ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung  und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen  wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien,  Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,  Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische  Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische  Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope  entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung  internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die  Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit  einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und  Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large  Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für  Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der  Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für  Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert  ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des  Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit  entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für  Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal  das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das European  Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind  ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines  internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in  dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen  ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind.  Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in  Heidelberg.
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.eso.org/public/images/archive/category/paranal/>Fotos vom Very Large Telescope</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/images/eso1119a/>Großfeldaufnahme des Omeganebels vom VST</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 12:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Weihnachtskomet Lovejoy über dem Paranal</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2011&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=860&#38;cHash=0d5013d791bd30f11ed87f2246e08454</link>
			<description>Der vor kurzem entdeckte Komet Lovejoy bietet derzeit einen atemberaubenden Anblick auf der Südhalbkugel der Erde, nachdem er unerwartet seine Passage an der Sonne überlebt hat. Vom Paranal-Observatorium der ESO in Chile aus gelangen spektakuläre Aufnahmen und ein Zeitrafferfilm.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1153/>24.Dezember 2011</link>
Am 22. Dezember 2011 hat ESO-Mitarbeiter Gabriel Brammer ein  Zeitraffervideo des Kometen aufgenommen. Seine Schicht als Astronom am  Paranal-Observatorium endete gerade, als Komet Lovejoy kurz vor der  Dämmerung über den Horizont stieg.
Brammers Bildersequenz zeigt auch den bleistiftdünnen Laserleitstern  des Very Large Telescope vor dem Hintergrund der Milchstraße, während  die Astronomen ihre letzten Beobachtungen für diese Nacht durchführen
Brammer beschreibt das Gesehene: <em>“Am letzten Morgen meiner  Schicht wollte ich den Kometenvor Sonnenaufgang  mit meiner Kamera  einfangen. Sein Schweif war leicht zu erkennen. Der Anblick von  Mondsichel Komet, Milchstraße und Laserleitstern mit dem bloßen Auge war  fast genauso eindrucksvoll wie er auf den länger belichteten Aufnahmen  erscheint.”</em>
Der ESO-Optikspezialist Guillaume Blanchard machte zusätzlich eindrucksvolle Weitwinkelaufnahmen von Komet Lovejoy am Paranal. <link http://www.eso.org/public/outreach/partnerships/photo-ambassadors/>ESO-Fotobotschafter</link> Yuri Beletsky nahm das Himmelsschauspiel von Santiago de Chile aus auf. Blanchard sagt: <em>"Dieser Komet ist ein tolles Weihnachtsgeschenk für all diejenigen, die die Weihnachtsfeiertage auf dem Paranal verbringen"</em>.
Komet Lovejoy ist auch aus der Erdumlaufbahn von der Internationalen  Raumstation aus sichtbar. Die Besatzung hat am 21. Dezember <link http://www.nasa.gov/multimedia/videogallery/index.html?media_id=125774121>einen nicht weniger eindrucksvollen Zeitrafferfilm</link> aufgenommen, als sie Gewitter auf der Nachtseite der Erde dokumentierte.
Seit seiner Entdeckung am 27. November durch den australischen  Amateurastronomen Terry Lovejoy ist der Komet das Hauptgespächsthema der  Astronomiebegeisterten. Er wurde als Mitglied der Kreutz-Gruppe  identifiziert, so dass seine Umlaufbahn ihn sehr nahe an die Sonne  heranbringt <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1153/#1>[1]</link>.  In der letzten Woche durchquerte der Komet die Korona der Sonne und  passierte die Oberfläche der Sonne in einem Abstand von gerade mal  140.000 Kilometern.
Dass er diese nahe Begegnung mit der Sonne überhaupt überstanden hat,  ist ein Glückstreffer. Eigentlich hatte man erwartet, dass er  auseinanderbrechen und verdampfen würde, aber nach ein paar Tagen  tauchte er zur großen Überraschung der Beobachter wieder auf. Er kann  zur Zeit in der Morgendämmerung von der Südhalbkugel der Erde aus  beobachtet werden. Sein heller Schweif ist mehrere Millionen Kilometer  lang und besteht aus Staubpartikeln, die vom Sonnenwind davongetrieben  werden.
Komet Lovejoy wird seinen Weg auf seiner äußerst exzentrischen  Umlaufbahn um die Sonne fortsetzen und in Kürze wieder in den Weiten des  Sonnensystems verschwinden. Den Vorrausberechnungen nach könnte er in  314 Jahren wieder am Himmel zu sehen sein, wenn er die Reise übersteht.
Mit den spektakulären Aufnahmen des Weihnachtskometen von 2011 wünscht die ESO allen <link http://www.eso.org/public/xmas11/>Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins neue Jahr</link>.
<h3>Endnoten</h3>
<a name="1">[1]</a> Die Kometen der Kreutz-Gruppe -  benannt nach dem deutschen Astronomen Heinrich Kreutz, der erkannt hat,  dass sie zusammengehören - sind vermutlich die Fragmente eines größeren  Kometen, der im 12. Jahrhundert auseinandergebrochen ist. Die einzelnen  Bruchstücke haben dieselbe Umlaufbahn um die Sonne.
<h3>Weitere Informationen</h3>
Im Jahr 2012 feiert die Europäische  Südsternwarte ESO (European  Southern Observatory) das 50-jährige  Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO  ist die führende europäische  Organisation für astronomische Forschung  und das wissenschaftlich  produktivste Observatorium der Welt. Getragen  wird die Organisation  durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien,  Dänemark,  Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,   Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische   Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische   Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope   entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung   internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die   Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit   einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und   Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large   Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für   Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für   Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der   Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für   Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert   ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des   Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit   entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für   Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal   das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das European   Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind   ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines   internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in   dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen   ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind.   Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in   Heidelberg.
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.sc.eso.org/%7Egbrammer/>Gabriel Brammers Webseiten</link></li> <li><link http://www.eso.org/%7Egblancha>Guillaume Blanchards Webseiten</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/outreach/partnerships/photo-ambassadors/>ESO-Fotobotschafter</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 00:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Eine Galaxie erblüht mit neuen Sternen</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2011&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=852&#38;cHash=6e5a60d16edbc4bd6f551d8e3224fc7d</link>
			<description>Das VLT Survey Telescope (VST) hat die nahegelegene Spiralgalaxie NGC 253 in ihrer ganzen Schönheit portraitiert. Das hier gezeigte Bild ist vermutlich die detaillierteste Weitfeldaufnahme des betreffenden Objekts und seiner Umgebung überhaupt und demonstriert eindrücklich die Schärfe der großflächigen Himmelsaufnahmen, die das VST als neuestes Teleskop am Paranal-Observatorium der ESO liefert. </description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1152/>15.Dezember 2011</link>
Die Galaxie NGC 253 befindet sich  elfeinhalb Millionen Lichtjahre  von der Erde entfernt im südlichen Sternbild Sculptor (der Bildhauer) .  Man bezeichnet sie daher auch als Sculptorgalaxie. Alternativ wird sie  auch Silberdollargalaxie genannt. Bereits mit einem einfachen Fernglas  zeigt sich NGC 253 a<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica; font-size: x-small;"><span class="spnMessageText">ls  eine der hellsten größeren Galaxien am Himmel nach der Nachbargalaxie  unserer Milchstraße - der Andromedagalaxie - in voller Pracht.</span></span></span><br /><br />Astronomen  haben festgestellt, dass überall in NGC 253 große Mengen neuer Sterne  entstehen und zählen das Objekt deshalb zu den so genannten  Starburstgalaxien <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1152/#1>[1]</link></span></span>.  Bei den unzähligen hellen Klumpen, die die Galaxie durchziehen, handelt  es sich allesamt um Sternentstehungsgebiete, in denen heiße, gerade  erst geborene Sterne leuchten. Die Strahlung der riesigen blauweißen  Sternenbabys regt die Wasserstoffgaswolken in ihrer Umgebung, in der  Aufnahme in grün zu erkennen, zu hellem Leuchten an. <br /><br />NGC 253  wurde 1783 von der deutsch-britischen Astronomin Caroline Herschel, der  Schwester des berühmten Astronomen William Herschel, bei der Suche nach  unbekannten Kometen entdeckt. Die Herschels wären von dem scharfen,  detailreichen Bild, welches das VST von NGC 253 liefert, mit Sicherheit  begeistert. <br /><br />Die neue Aufnahme von NGC 253 wurde während der  wissenschaftlichen Testphase des VSTs gewonnen. Diese Phase dient dazu,  die Leistungsfähigkeit eines Teleskops zu testen, bevor es seinen  regulären Beobachtungsbetrieb aufnimmt. Um die jüngsten  Sterngenerationen in NGC 256 zu identifizieren, wurden die VST-Daten mit  Infrarotaufnahmen von VISTA (<span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><link http://www.eso.org/public/news/eso0949/>eso0949</link></span></span>)  kombiniert. Die Originalaufnahme hat einen Durchmesser von mehr als  12.000 Pixeln und zeigt dank der hervorragenden Beobachtungsbedingungen  am Paranal-Observatorium der ESO  sowie aufgrund der extrem  leistungsfähigen Teleskopoptik bis in die Bildecken perfekt scharfe  Sternabbildungen.<br /><br />Das VST ist ein 2,6-Meter-Teleskop zur  großflächigen Durchmusterung mit einem Gesichtsfelddurchmesser von einem  Grad, also doppelt so groß wie die Größe des Vollmonds am Himmel <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1152/#2>[2]</link></span></span>.  Das VST-Programm ist ein Gemeinschaftsprojekt vom italienischen INAF -  Osservatorio Astronomico di Capodimonte in Neapel und der ESO (<span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><link http://www.eso.org/public/news/eso1119/>eso1119</link></span></span>).  Seine 268-Megapixel-Kamera OmegaCAM ist auf  schnelle  Himmelsdurchmusterungen mit hoher Bildqualität ausgelegt. Das VST ist  das größte speziell für Himmelsdurchmusterungen im sichtbaren Licht  konstruierte Teleskop der Welt und ergänzt so hervorragend das  VISTA-Teleskop der ESO, das Himmelsdurchmusterungen im Infraroten  durchführt und sich ebenfalls auf dem Paranal befindet.
Zoomt man in die Aufnahme hinein, kann man nicht nur die  Sternentstehung in den Spiralarmen von NGC 253 im Detail in Augenschein  nehmen, sondern auch ein regelrechtes Wandgemälde aus weit entfernten  Hintergrundgalaxien ausmachen.
<strong>Endnoten</strong>
<a name="1">[1]</a> Mithilfe des Very Large Telescope (VLT) der ESO  und dem NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskop konnten 2009 viele Details über  NGC 253  herausgefunden werden. So befindet sich im Zentrum der Galaxie  ein supermassereiches Schwarzes Loch, das dem im Zentrum unserer  Milchstraße sehr ähnlich ist (<link http://www.eso.org/public/news/eso0902/>eso0902</link>).
<a name="2">[2]</a> Die hier gezeigte Aufnahme wurde zugeschnitten und deckt daher ein etwas kleineres Gesichtsfeld ab.
Die Übersetzungen von    englischsprachigen   ESO-Pressemitteilungen     sind ein Service des ESO    Science Outreach   Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische       Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und       Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen       weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks  ist     das  Haus der Astronomie in Heidelberg.&#65279;
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.eso.org/public/images/archive/search/?category=1111&adv=&description=VST>Fotos vom VST</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/teles-instr/surveytelescopes/vst.html>VST-Seiten bei der ESO (englisch)</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 10:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ein Festmahl für das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxis</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2011&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=841&#38;cHash=de61a71e7056cc2a349267a60ca0cb20</link>
			<description>Mit dem Very Large Telescope der ESO haben Astronomen eine Gaswolke entdeckt, die ein Vielfaches der Masse der Erde enthält und in Richtung auf das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße hin beschleunigt wird. Es ist das erste Mal, dass Astronomen eine solche Wolke, deren Schicksal durch das Schwarze Loch bereits besiegelt ist, beobachten. Die Entdeckung wird in der Fachzeitschrift Nature in der Ausgabe vom 5. Januar 2012 präsentiert.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1151/>14.Dezember 2011</link>
Im Rahmen eines 20-jährigen Programms zur Untersuchung der Bewegung  von Sternen in der Umgebung des supermassereichen Schwarzen Lochs im  Zentrum der Galaxis mit Teleskopen der ESO (eso0846) [1] hat ein Astronomenteam unter der Leitung von Reinhard Genzel vom  Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) in Garching bei  München ein einzigartiges neues Objekt entdeckt, das sich schnell auf  das Schwarze Loch zu bewegt.
In den vergangenen sieben Jahren hat sich die Geschwindigkeit des  Objekts nahezu verdoppelt. Derzeit liegt sie bei 8 Millionen Kilometern  pro Stunde. Die Umlaufbahn des Objekts um das Schwarze Loch ist sehr  langgestreckt [2].  Mitte 2013 wird es den Ereignishorizont des Schwarzen Lochs in einem  Abstand von nur 40 Milliarden Kilometern passieren (das entspricht etwa  36 Lichtstunden [3]). An kosmischen Größenskalen gemessen ist das eine extrem enge Begegnung mit einem Schwarzen Loch.
Das Objekt ist mit rund 280°C viel kühler als die Sterne in der  Umgebung und besteht zum überwiegenden Teil aus Wasserstoff und Helium.  Es handelt sich um eine staubhaltige ionisierte Gaswolke mit einer Masse  die in etwa der dreifachen Erdmasse entspricht. Die starke  Ultraviolettstrahlung der heißen Sterne im dichtbevölkerten Zentrum der  Milchstraße bringt die Wolke zum Glühen.
Die Wolke ist bereits viel dichter als das heiße Gas, welches das  Schwarze Loch umgibt. Sobald die Wolke näher an das gefräßige Ungetüm  herankommt, wird sie unter dem herrschenden Druck weiter komprimiert.  Gleichzeitig beschleunigt die enorme Anziehungskraft des Schwarzen  Lochs, das eine Masse von vier Millionen Sonnenmassen aufweist, die  Wolke weiter und dehnt sie entlang ihrer Umlaufbahn.
"Ein Astronaut, der sich in der Nähe eines Schwarzen Lochs  befindet, würde ganz ähnlich 'spaghettifiziert' werden, denn wenn sich  seine Füße näher am Schwarzen Loch befinden als sein Kopf, werden sie  auch viel stärker angezogen. Bei dieser Wolke können wir genau  verfolgen, wie dieser Prozess tatsächlich abläuft. Sie wird die  Begegnung mit dem Schwarzen Loch nicht überstehen", erläutert Stefan Gillessen vom MPE, der Erstautor des Fachartikels, in dem die Entdeckung der Wolke beschrieben wird.
Im Zeitraum von 2008 bis 2011 konnten die Astronomen bereits  deutliche Anzeichen für die Zerstörung der Wolke feststellen. Die Ränder  der Wolke sind schon dabei, auseinanderzureißen. Man kann davon  ausgehen, dass sie sich innerhalb der nächsten Jahre komplett auflösen  wird [4].
Die Wolkenmaterie wird sich voraussichtlich stark aufheizen und  Röntgenstrahlung abgeben, wenn sie sich im Jahre 2013 dem Schwarzen Loch  annähert. Zur Zeit befindet sich in der unmittelbaren Umgebung des  Schwarzen Lochs nur sehr wenig Material, so dass die Wolke in den  nächsten Jahren zur Hauptmahlzeit des Schwarzen Loches werden wird.
Eine mögliche Erklärung für die Herkunft der Gaswolke ist, dass es  sich um Materie handelt, die von den jungen, massereichen Sternen in der  Umgebung stammt. Diese Sterne verlieren viel Masse in Form von starken  Teilchenwinden. Die Wolke könnte sich bei der Kollision der Winde zweier  bestimmter Sterne gebildet haben, die ein Doppelsystem bilden und  ebenfalls das Schwarze Loch umlaufen.
"Die nächsten beiden Jahre werden sehr spannend werden. Wir  werden viel darüber lernen, wie sich Materie in der unmittelbaren  Umgebung eines Schwarzen Lochs verhält", schließt Reinhard Genzel.
<strong>Endnoten</strong>
[1] Das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße  trägt die offizielle Bezeichnung Sgr A* (gesprochen „Sagittarius A  Stern"). Es ist das nächstgelegene supermassereiche Schwarze Loch und  daher hervorragend dazu geeignet, um Schwarze Löcher im Detail zu  untersuchen.
[2] Die Wolke wurde mit der Infrarotkamera NACO mit  integrierter adaptiver Optik und dem Infrarotspektrografen SINFONI  beobachtet, die sich beide am Very Large Telescope der ESO in Chile  befinden. Das Zentrum der Galaxis liegt hinter dichten Staubwolken, die  sichtbares Licht absorbieren. Die Beobachtungen wurden daher im  Infrarotlicht durchgeführt. In diesem Wellenlängenbereich sind die  Wolken merklich durchsichtiger.
[3] Eine Lichtstunde ist die Entfernung, die das  Licht in einer Stunde zurücklegt und entspricht etwas mehr als dem  Abstand der Sonne und des Planeten Jupiter. Zum Vergleich: Der Abstand  der Sonne zum nächsten Stern beträgt mehr als vier Lichtjahre. Die Wolke  kommt bis auf das zehnfache des Abstands von der Sonne zum Planeten  Neptun an das Schwarze Loch heran.
[4] Denselben Effekt beobachtet man beispielsweise,  wenn man Sirup in ein Wasserglas gibt. Beim Fließen des Sirup"klumpens"  durch das Wasser wird seine Oberfläche angegriffen, bis sich der Sirup  im Wasser völlig aufgelöst hat.
Die Übersetzungen von    englischsprachigen   ESO-Pressemitteilungen     sind ein Service des ESO    Science Outreach   Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische       Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und       Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen       weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks  ist     das  Haus der Astronomie in Heidelberg.&#65279;
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso1151/eso1151.pdf - ga_static_tracking>Fachartikel in Nature</link></li> <li><link http://www.mpe.mpg.de/News/PR20111214/text-d.html>Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik</link></li> <li><link http://www.mpe.mpg.de/ir/GC/index.php>Webseiten des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik über das galaktische Zentrum</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/images/archive/category/paranal/>Bilder vom Paranal-Observatorium</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 12:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die Verwirklichung des E-ELT rückt näher (Kopie 1)</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2011&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=851&#38;cHash=eedff482114a3e815bb4d597cf80c28f</link>
			<description>Der ESO-Council, das Leitungsgremium der Europäischen Südsternwarte, hat den ESO-Haushalt für das Jahr 2012 beschlossen. Dieser beinhaltet Mittel für Vorarbeiten an der Straße zum E-ELT-Standort auf dem Cerro Armazones und den Beginn der Entwicklung einiger der anspruchsvollsten optischen Komponenten des Teleskops. Nachdem bereits mehrere ESO-Mitgliedsländer ihrem Anteil an den zusätzlichen Kosten zugestimmt haben, wird der endgültige Beschluss...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1150/>09.Dezember 2011</link>
Auf seiner 124. Sitzung am 7. und 8. Dezember 2011 am ESO-Hauptsitz  in Garching hat der ESO-Council den Haushalt für das Jahr 2012  beschlossen. Darin enthalten ist die Finanzierung für einige der ersten  Komponenten des E-ELT, insbesondere vorbereitende Arbeiten für den Bau  einer Zufahrtsstraße zum vorgesehenen Standort des Teleskopes auf dem  Cerro Armazones und der Beginn der Herstellung des komplexen Spiegels M4  (also dem vierten von fünf Spiegelkomponenten innerhalb des Teleskopes)  mit adaptiver Optik. Die Arbeiten werden Anfang 2012 aufgenommen  werden. Der endgültige Beschluss des Councils über das gesamte  E-ELT-Projekt wird für Mitte kommenden Jahres erwartet.
In den letzten Monaten ist das E-ELT bereits weit vorangekommen. Die  ESO hat im Oktober 2011 ein Abkommen  mit der chilenischen Regierung  über die Schenkung des Landes für das Teleskop und Unterstützung für das  gesamte Projekt geschlossen (eso1139).  Gleichzeitig haben externe Gutachter bestätigt, dass das E-ELT mit dem  vorgesehenen Budget von 1082 Millionen Euro (Geldwert von 2012) gebaut  werden kann.
Vorangegangene Begutachtungen hatten außerdem ergeben, dass das  Konzept technisch umsetzbar ist. Das wissenschaftlich-technische Komitee  der ESO (Scientific Technical Committee, STC) hatte im September 2011  eine Empfehlung für die wissenschaftliche Zielsetzung der ersten  Instrumente, die am E-ELT eingesetzt werden sollen, und einen Zeitplan  für ihre Entwicklung abgegeben.
Ein ausführliches Planungsdokument für den Bau des E-ELT – ein  264-seitiges Dokument mit Details zu allen Aspekten des Projektes – und  eine Zusammenfassung liegen nun vor.
Alle ESO-Mitgliedsstaaten wünschen sich die Verwirklichung des E-ELT  und haben einstimmig der Verteilung der zusätzlichen Kosten für das  gigantische Projekt zugestimmt. Drei der Mitgliedsländer, die  tschechische Republik, Schweden und Finnland, haben bereits  entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt. Mehrere weitere  Mitgliedsländer, darunter auch Deutschland als größtem Beitragszahler  innerhalb der ESO, haben verlauten lassen, dass sie sich jetzt in der  Lage sehen, das Projekt finanziell zu unterstützen.  Es ist davon  auszugehen, dass ausreichende Finanzierungszusagen bis Mitte nächsten  Jahres vorliegen, so dass das ELT-Projekt dann endgültig durch den  ESO-Council beschlossen werden kann [1]. Dieser Zeitplan setzt voraus, dass Brasilien die Ratifizierung seiner ESO-Mitgliedschaft bis dahin abgeschlossen hat.
"Das E-ELT fängt jetzt an, Realität zu werden. Natürlich bedarf es  bei einem Projekt dieser Größenordnung einer gewissen Zeit, bis alle  Zustimmungen für die zusätzlichen Ausgaben vorliegen. Der ESO-Council  hat aber anerkannt, dass bereits jetzt mit den Vorarbeiten begonnen  werden muss , damit das Projekt für den endgültigen Beginn der  Bauarbeiten im nächsten Jahr bereit ist", stellt ESO-Generaldirektor Tim  de Zeeuw fest.
Kürzlich gab es bereits mehrere Zusagen nationaler Geldmittel für das Teleskop und seine Instrumentierung (ann11067).
Neben diesen Entwicklungen hat der ESO-Council einstimmig Prof.  Xavier Barcons aus Spanien  zu seinem nächsten Präsidenten gewählt und  die Einsetzung eines E-ELT-Projektmanagers beschlossen, eine  entsprechende Stelle ist zur Zeit ausgeschrieben.
Das E-ELT ist das größte Projekt, das die ESO je begonnen hat und  stellt außerdem das größte bodengebundene astronomische Projekt im  sichtbaren Licht und im Infraroten überhaupt dar. Anfang des nächsten  Jahrzehnts soll es seinen Betrieb aufnehmen.
<strong>Endnoten</strong>
[1] Der ESO-Council hat beschlossen,  dass das Projekt auch vor der finanziellen Zusage durch die alle  Mitgliedsstaaten vollständig genehmigt werden könnte, um den nationalen  parlamentarischen Vorgängen genügend Zeit zu geben.
Weitere Informationen
Die Europäische Südsternwarte ESO  (European Southern Observatory) ist      die führende europäische  Organisation für astronomische Forschung   und    das wissenschaftlich  produktivste Observatorium der Welt.   Getragen  wird   die Organisation  durch ihre 15 Mitgliedsländer:   Belgien,  Brasilien,   Dänemark,  Deutschland, Finnland, Frankreich,   Italien, die  Niederlande,    Österreich, Portugal, Spanien, Schweden,   die Schweiz, die   Tschechische   Republik und das Vereinigte Königreich.   Die ESO   ermöglicht astronomische   Spitzenforschung, indem sie   leistungsfähige   bodengebundene Teleskope   entwirft, konstruiert und   betreibt. Auch  bei  der Förderung   internationaler Zusammenarbeit auf   dem Gebiet der   Astronomie spielt die   Organisation eine maßgebliche   Rolle. Die ESO   betreibt drei weltweit   einzigartige   Beobachtungsstandorte in   Nordchile: La Silla, Paranal und   Chajnantor.   Auf dem Paranal  betreibt  die ESO mit dem Very Large   Telescope (VLT)   das weltweit   leistungsfähigste Observatorium für   Beobachtungen im   Bereich des   sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für     Himmelsdurchmusterungen:   VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der     Welt, arbeitet im   Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST)   für     Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht   konzipiert     ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau   des     Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt.    Derzeit    entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für       Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das   einmal     das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das   European     Extremely Large Telescope (E-ELT).
Die Übersetzungen von    englischsprachigen   ESO-Pressemitteilungen     sind ein Service des ESO    Science Outreach   Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische       Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und       Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen       weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks  ist     das  Haus der Astronomie in Heidelberg.&#65279;
<h3>Links</h3>
<ul> <li><link http://www.eso.org/public/products/brochures/e-elt-executivesummary/>Zusammenfassung des E-ELT Planungsdokuments</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/products/books/e-elt_constrproposal/>Gesamtes E-ELT Planungsdokument</link></li> <li><link http://www.eso.org/public/germany/teles-instr/e-elt.html>E-ELT-Seiten</link></li> </ul>]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 12:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Prince Philippe of Belgium Leads Industrial Delegation Visiting ESO Sites in Chile</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2011&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=840&#38;cHash=64dffd9d4fd8cb1161d98247ce08d193</link>
			<description>Der belgische Thronfolger hat in Begleitung einer Delegation von Wirtschaftsvertretern das Paranal-Observatorium der ESO besucht, um zukünftige Beteiligungen der europäischen Industrie am European Extremely Large Telescope-Projekt der ESO auszuloten.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1144/>08.Dezember 2011</link>
Seine Königliche Hoheit Prinz Philippe, Herzog von Brabant und  Kronprinz von Belgien, begann seinen Besuch der chilenischen  ESO-Einrichtungen am Montag dem 5. Dezember 2011 mit der Teilnahme am  Industrie-Informationstag in der ESO-Geschäftsstelle in Vitacura,  Santiago de Chile. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die  Möglichkeiten, die sich europäischen Firmen im Zusammenhang mit dem  European Extremely Large Telescope (E-ELT) der ESO bieten. Das E-ELT mit  seinem 40 Meter durchmessenden Hauptspiegel wird das größte optische  Teleskop der Welt werden.
"Das E-ELT wird sowohl Firmen als auch Organisationen aus den  ESO-Mitgliedsländern einzigartige Möglichkeiten eröffnen. Es wird das  größte Teleskop seiner Art werden und die zukünftige Forschung  maßgeblich mitbestimmen", erläutert Prof. Massimo Tarenghi, der  Abgesandte der ESO in Chile.
Als Gründungsmitglied hat Belgien bereits eine Vielzahl wichtiger  Beiträge zu ESO-Projekten geliefert. Dazu zählen unter anderem die vier  Hilfsteleskope am Paranal-Observatorium, die von der belgischen Firma  AMOS in Liège gebaut wurden. Außerdem sind bereits im Rahmen der  Designphase des E-ELT zwei wichtige Aufträge an belgische Firmen  vergeben worden.
Umgekehrt  nutzen belgische Astronomen die Einrichtungen der ESO  höchst intensiv. Erst kürzlich wurde mit dem belgischen  TRAPPIST-Teleskop am La Silla Observatorium der ESO eine wichtige  Entdeckung betreffend den Zwergplaneten Eris gemacht (eso1142).
Am Mittwoch, dem 7. Dezember, flog die Delegation von Santiago in die  Atacamawüste, an einen der trockensten Plätze auf der Erde und Standort  des Paranal-Observatoriums der ESO. Prof. Massimo Tarenghi sowie Dr.  Michael Sterzik, der den Zweck und die Bedienung der Teleskope  erläuterte, führten Seine Königliche Hoheit durch die Anlage. Im  Anschluss an das Öffnen der Kuppeln bei Sonnenuntergang begab sich die  Delegation in den Kontrollraum, um einen Eindruck von der  wissenschaftlichen Arbeit auf dem Paranal zu gewinnen.
Prinz Philippe wurde begleitet von Jean-Claude Marcourt, dem  stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Wirtschaft und  Außenhandel und neue Technologien der wallonischen Regierung, sowie von  Staatsminister Jos Chabert, von dem belgischen Botschafter in Chile,  Dirk Van Eeckhout, sowie von einer Delegation von Wirtschaftsvertretern  mit Repräsentanten unter anderem der Firmen AMOS, SEPTENTRIO, ENE und  XENIC sowie der Université de Liège.]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 12:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>VLT entdeckt den am schnellsten rotierenden Stern</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2011&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=12&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=839&#38;cHash=f3e4965ae00a291e63b3ca8eed97da7d</link>
			<description>Dem Very Large Telescope der ESO ist der am schnellsten rotierende bekannte Stern ins Netz gegangen. Der extrem massereiche und helle junge Stern befindet sich in unserer Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke, in einer Entfernung von etwa 160.000 Lichtjahren von der Erde. Astronomen gehen davon aus, dass der Stern eine bewegte Vergangenheit hat: Vermutlich befand er sich ursprünglich in einem Doppelsternsystem und wurde...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1147/ _blank>05.Dezember 2011</link>
Ein internationales Astronomenteam hat mit dem Very Large Telescope  der ESO am Paranal-Observatorium in Chile eine Durchmusterung des  Tarantelnebels (eso1117)  in der Großen Magellanschen Wolke durchgeführt. Ziel der Suche waren  die leuchtkräftigsten und massereichsten Sterne  des Nebels. Unter den  vielen hellen Kandidaten fiel den Wissenschaftlern insbesondere der  Stern mit der Bezeichnung  VFTS 102 [1] auf: Messungen zeigen, dass er mit einer enormen Geschwindigkeit  rotiert – die Äquatorregionen der Oberfläche laufen dabei mit mehr als 2  Millionen km/h um das Sternzentrum. Das entspricht mehr als der  300fachen Rotationsgeschwindigkeit unserer Sonne [2].  Der Stern ist demnach kurz davor, durch starke Zentrifugalkräfte  zerrissen zu werden. VFTS 102 ist ist der am schnellsten rotierende  bekannte Stern [3].
Die Astronomen haben zudem herausgefunden, dass sich die  Geschwindigkeit des Sterns, der etwa die 25fache Sonnenmasse hat und  rund 100 mal heller als die Sonne ist, deutlich von den Geschwindigkeit  der Sterne in seiner näheren Umgebung unterscheidet [4].
"Die auffällig hohe Rotationsgeschwindigkeit und die ungewöhnliche  Bewegung verglichen mit seiner Umgebung haben uns aufmerken lassen. Wir  wurden argwöhnisch und haben uns gefragt, ob der Stern eventuell eine  besondere Vorgeschichte hatte", erklärt Philip Dufton von der Queen's  University in Belfast (Nordirland), der Erstautor des Fachartikels,  indem die Untersuchungsergebnisse präsentiert werden.
Die Geschwindigkeitsdifferenz von VFTS 102 zu seinen Nachbarsternen  deutet darauf hin, dass er ein Ausreißer ist, der aus einem  Doppelsternsystem herauskatapultiert wurde. Das dürfte geschehen sein,  als sein Partnerstern als Supernova explodierte. Diese These wird durch  zwei weitere Indizien unterstützt: In der Nähe befinden sich in der Tat  ein Supernovaüberrest und ein Pulsar [5].
Auf diesen Befund gestützt hat das Team eine mögliche Vorgeschichte  für den Stern entworfen: Als Mitglied eines Doppelsternsystems, dessen  beide Sterne  sehr eng umeinander Kreisen, wäre der Stern in einer  Situation gewesen, in der sehr schnell Materie von einem Stern zum  anderen übertragen werden kann. Durch diesen Massentransfer wäre die  Rotation des Sterns schneller und schneller geworden. So ließe sich die  extrem hohe Rotationsgeschwindigkeit erklären. Nach einer kurzen  Lebensdauer von nur 10 Millionen Jahren wäre der massereiche Begleiter  dann als Supernova explodiert.S Die Reste seiner herausgeschleuderten  Gashülle bilden den nahe gelegenen Supernovaüberrest. Die Explosion  hätte gleichzeitig auch zum Herausschleudern des Sterns geführt und kann  damit seine dritte Besonderheit erklären: die große Abweichung seiner  Geschwindigkeit  von den Geschwindigkeiten der anderen Sterne in seiner  Umgebung. Durch den Kollaps des Partnersterns, der zur  Supernovaexplosion geführt hätte, wäre aus dem massereichen Begleiter  der beobachtete Pulsar geworden, und damit  das letzte Puzzlestück des  astronomischen Szenarios.
Die Astronomen können nicht sicher sein, dass sich alles wirklich so  abgespielt hat. "Dieses Szenario würde sehr gut zu all den  ungewöhnlichen Eigenschaften des Sterns und seiner Umgebung passen. Auf  jeden Fall zeigen unsere Beobachtungen uns auch die unerwartete Seite  des kurzen, aber dramatischen Lebens der massereichsten Sterne",  schließt Dufton.
<strong>Endnoten</strong>
[1] Die Bezeichnung VFTS102 für den  Stern leitet sich vom Namen der Durchmusterung ab, dem VLT-FLAMES  Tarantula Survey, die mit dem Fibre Large Array Multi Element  Spectrograph (FLAMES) am Very Large Telescope der ESO durchgeführt  wurde.
[2] Ein Flugzeug mit dieser Geschwindigkeit würde die Erde entlang des Äquators innerhalb einer Minute umrunden.
[3] Viele Sterne beenden ihr Leben als so genannte kompakte Objekte, beispielsweise als Pulsare (man vergleiche dazu auch [5]),  die noch schneller als VFTS 102 rotieren. Solche Objekte sind  allerdings viel kleiner und dichter. Außerdem gewinnen sie ihre Energie  nicht länger aus Fusionsreaktionen wie normale Sterne.
[4] VFTS 102 bewegt sich mit einer Geschwindigkeit  von etwa 228 Kilometern pro Sekunde durch den Raum. Das istrund 40  Kilometer pro Sekunde  als die typische Bewegung anderer Sterne in  dieser Gegend.
[5] Pulsare entstehen als „Sternleichen" bei  Supernovaexplosionen. Der Kern eines massereichen Sterns fällt dabei in  sich zusammen und bildet einen so genannten Neutronenstern von nur  wenigen Kilometern Durchmesser. Neutronensterne rotieren sehr schnell.  Da sie gleichzeitig energiereiche Strahlenbündel aussenden, sieht man  sie von der Erde aus leuchtturmartig aufblitzen. Dieser Lichtpuls gibt  der Objektklasse ihren Namen. Der Supernovaüberrest dagegen ist eine Art  Explosionswolke, die entsteht, weil die äußeren Schichten des  sterbenden Sterns durch die Schockwellen des Kollapses des Sternkerns  zum Neutronenstern nach Außen getrieben werden.]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 12:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Asteroid Lutetia: Ein seltener Zeuge der Geburtsstunde der Erde</title>
			<link>http://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/eso-news/detailansicht/?tx_ttnews%5Byear%5D=2011&#38;tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=801&#38;cHash=203e68cc5f9448bc2e9e01c2eeabc677</link>
			<description>Der Asteroid Lutetia dürfte ein Überbleibsel aus demselben Material sein, aus dem einst Erde, Venus und Merkur entstanden sind – das ist ein Schlüsselergebnis neuer Beobachtungen der Raumsonde Rosetta der ESA, des New Technology Telescope der ESO und von Teleskopen der NASA. Wie diese Beobachtungen zeigen, stimmen die Eigenschaften des Asteroiden mit denen einer seltenen Meteoritenart überein, die sich nach heutiger Vorstellung in den innersten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Eso-Pressemitteilung vom <link http://www.eso.org/public/germany/news/eso1144/>11.November 2011</link>
Ein Team von Astronomen von französischen und nordamerikanischen  Universitäten hat den ungewöhnlichen Asteroiden Lutetia detailliert über  einen großen Wellenlängenbereich hinweg untersucht, um seine Zusammensetzung zu bestimmen. Daten der OSIRIS-Kamera auf der Raumsonde Rosetta der ESA,  des New Technology Telescope (NTT) am La Silla Observatorium der ESO in  Chile, der Infrared Telescope Facility der NASA auf Hawaii und des  Spitzer Space Telescope wurden dazu zum umfassendsten Spektrum  kombiniert, das jemals von einem Asteroiden gewonnen wurde.
Das Lutetia-Spektrum wurde dann mit den Spektren verschiedener  Meteoriten verglichen, die man auf der Erde gefunden und ausführlich im  Labor untersucht hat. Nur ein einziger Meteoritentyp, die so genannten  Enstatit-Chondriten, stimmte über den gesamten Spektralbereich mit  Lutetia überein.
Enstatit-Chondriten bestehen aus Material aus der Entstehungszeit des  Sonnensystems. Man geht davon aus, dass sie nahe der jungen Sonne  entstanden sind, und dass diese Sorte von Objekt eine der Hauptzutaten  für die Entstehung  der Gesteinsplaneten waren, insbesondere für Erde, Venus und Merkur.  Auch Lutetia dürfte demnach nicht aus dem Asteroidenhauptgürtel  stammen, wo sie sich jetzt befindet, sondern aus einem Bereich viel  näher an der Sonne.
"Aber wie ist Lutetia aus dem inneren Sonnensystem entkommen und in  den Asteroidengürtel gelangt?" fragt sich Pierre Vernazza von der ESO,  der Erstautor des Fachartikels, in dem die neuen Ergebnisse präsentiert  werden.
Astronomen haben abgeschätzt, dass weniger als 2% der Objekte, die  aus dem Bereich stammen, in dem sich die Erde gebildet hat, in den  Asteroidengürtel gewandert sind. Der Großteil dieser Körper aus dem  inneren Sonnensystem wurden innerhalb weniger Millionen Jahre von den in  Entstehung befindlichen jungen Planeten eingefangen. Einige der  größeren Objekte mit Durchmessern von 100 Kilometern oder mehr dürften  allerdings herausgeschleudert worden sein und fanden sich langfristig  auf sichereren Umlaufbahnen weiter weg von der Sonne wieder.
Auch Lutetia, die knapp 100 Kilometer Durchmesser besitzt, könnte  durch den Vorbeiflug an einem der Gesteinsplaneten aus ihrer  ursprünglichen Umlaufbahn und damit aus den inneren Bereichen des  Sonnensystems gerissen worden sein.  Eine Begegnung mit dem jungen Jupiter während dessen Migration an seine  jetzige Position könnte Lutetias Umlaufbahn ebenfalls maßgeblich  beeinflusst haben.
"Wir gehen davon aus, dass Lutetia eine solche Bahnänderung  durchgemacht hat. Sie kam als Eindringling im Asteroidenhauptgürtel an  und wurde dort für vier Milliarden Jahre konserviert", erläutert  Vernazza.
Vorangegangene Studien ihrer Farbe und Oberflächenstruktur haben  gezeigt, dass Lutetia und äußerst ungewöhnliches Mitglied des  Asteroidengürtels ist, das den Astronomen noch einige Rätsel aufgibt.  Durchmusterungen haben ergeben, dass vergleichbare Asteroiden selten  sind und weniger als 1% des Asteroidenhauptgürtels ausmachen. Die neuen  Ergebnisse erklären nun, warum Lutetia so anders ist – sie ist eine der  seltenen „Überlebenden" der Ursprungsmaterials, aus dem sich die  Gesteinsplaneten gebildet haben.
"Lutetia dürfte die größte Ansammlung dieser Art urtümlichen  Materials darstellen. Damit ist sie das ideale Ziel für zukünftige  Missionen, die Gesteinsproben zur Erde bringen könnten. Anhand dieses  Materials könnte man die Entstehung der Gesteinsplaneten wie unserer  Erde im Detail untersuchen", schließt Vernazza.]]></content:encoded>
			<category>Eso / News</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 21:54:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
	</channel>
</rss>
