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Unser Sonnensystem: Die Erde



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Forschung
Zwei Prozesse formen das Aussehen der Erde: exogene und endogene Prozesse. Die exogenen Kräfte umfassen die Verwitterung, Erosion und Sedimentation. Oberflächengestein verwittert durch chemische und physikalische Prozesse. Bei der chemischen Verwitterung korrodieren zirkulierende Wässer das Gestein oder Pflanzen, die auf Felsen wachsen, zersetzen diese. Bei der physikalischen Verwitterung sprengt in Spalten und Klüften vorhandenes Wasser das Gestein. In Wüstengegenden reichen auch schon die extremen, tageszeitlichen Temperaturschwankungen, um Gesteine zu zermürben 
und zu verwittern. Auf chemischem oder physikalischem Weg entstandene Gesteinstrümmer und –bruchstücke werden durch Wasser und Wind abtransportiert und an einem anderen Ort wieder sedimentiert (s. Abbildung 1). Auf diese Weise können gewaltige Gesteinsmassen von einer Stell an eine andere verlagert werden. Dabei entstehen am Ablagerungsort Hundert- bis Kilometer mächtige Gesteinspakete, so genannte Sedimente. Zu diesen gehören zum Beispiel die Sandsteine. Eine andere, große Gruppe von Sedimenten entsteht bei der chemischen Ausfällung von Kalk in Flachmeeren. Dabei werden riesige Karbonatplattformen gebildet. Die Untersuchung all dieser exogenen Prozesse ist die klassische Domäne der Geologie. Diese Wissenschaft versucht zu rekonstruieren, wann welche Sedimente wo abgelagert wurden, wie lange ein Sedimentationszyklus andauerte und wie sich die Oberfläche der Erde in den letzten 4,56 Milliarden Jahren – so alt ist die Erde – gewandelt hat. Abbildung 1: Der Yangtse sedimentiert seine Schwemmfracht vor die Küste in das Ost-Chinesische Meer.
copyright: NASA Bildinformation
Die endogenen Prozesse finden unterhalb der Erdkruste, also ab einer Tiefe von 10-60 Kilometer, statt. Das Verständnis dieser unzugänglichen Bereiche der Erde fällt sehr viel schwerer, als das Verständnis der exogenen Prozesse. Zu den endogenen Prozessen gehören die Bewegungen des Erdmantels, welche für die Verschiebungen der Kontinente und Meere – die so genannte Plattentektonik – verantwortlich sind (s. Abbildung 2). Dort, wo zwei Erdplatten aufeinander stoßen und dabei entweder eine unter die andere abtaucht (s. Abbildung 3) oder sie gemeinsam riesige Gebirge auftürmen, laufen in den Gesteinen Mineralreaktionen ab. Dabei sei gesagt, dass Minerale die Bestandteile darstellen, aus denen Gesteine aufgebaut sind. Die Mineralreaktionen sind abhängig vom herrschend Druck und von der herrschenden Temperatur. Taucht eine Platte unter die andere ab, nehmen mit zunehmender Tiefe der Druck und die Temperatur zu. Die Minerale in den Gesteinen der abtauchenden Platte reagieren dabei chemisch miteinander zu neuen Mineralen. Da diese Reaktionen tief in der Erde ablaufen, können sie niemals direkt beobachtet werden. Jedoch 


Abbildung 2:
 Plattenmosaik der Erdkruste und der zikumpazifische "ring of fire".
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copyright: USGS
kommen Gesteine tief aus dem Erdmantel immer wieder zurück an die Erdoberfläche. In diesen Gesteinen sind reliktisch Minerale enthalten, die während des Abtauchens gebildet wurden. Diese geben Aufschluss über die Mineralreaktionen, die während des Abtauchens der Platte stattfanden. Eine experminentelle Möglichkeit, Mineralreaktionen auf die Spur zu kommen, bieten gewaltige, tonnenschwere Pressen. In diesen werden Gesteinsproben Drücken und Temperaturen ausgesetzt, wie sie in mehreren hundert Kilometern Tiefe herrschen. Zu den weltweit größten Pressen dieser Art gehören zum Beispiel die im Geoforschungszentrum Bayreuth.

Abbildung 3: In diesem Bild sind die verschiedenen Plattengrenzen dargestellt. Erdplatten gleiten aneinander vorbei, driften auseinander oder stoßen zusammen. Entlang der divergenten und konvergenten Plattengrenzen entstehen lang gestreckte Vulkanketten. Eine Sonderform des Vulkanismus ist Hawai'i. Die Inseln befinden sich nicht oberhalb einer Plattengrenze, sondern mitten in der Pazifischen Platte. Diese Art von Vulkanismus nennt man "Hot-Spots". Zum  weltweiten Vulkanismus tragen die Hot-Spots nur ein paar Prozent bei.
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copyright: USGS; Bildinformation

Ein weiterer, endogener Prozess an Plattengrenzen ist die Schmelzbildung im Erdmantel und deren Folge, der Vulkanismus (s. Abbildung 4). Rund um den Pazifik beispielsweise, tauchen Platten unter die Westküste von Nord- und Südamerika, unter die Kurilen und die ostasiatischen Küsten. Entlang dieser Abtauchzonen entstehen Vulkanketten. Der zirkumpazifische Raum ist deshalb als „ring of fire“ – der Feuerring – bekannt. Die Schmelzbildung und die Prozesse beim Aufstieg von Schmelzen aus dem Erdmantel an die Oberfläche, sind Inhalt intensiver Forschung. Denn immer noch sterben Tausende von Menschen in Folge von Vulkanausbrüchen. Erst wenn die Prozesse verstanden sind, wie Schmelzen entstehen und Vulkaneruptionen ausgelöst werden, können verlässliche Vorhersagen über bevor stehende Ausbrüche gegeben werden. Das Erdmagnetfeld (s. Abbildung 5) ist ein weiteres, schwieriges Thema der endogenen,  Abbildung 4: Bei der gewaltigen Eruption des Mount St. Helens am 18. Mai 1980, wurde dessen gesamte Bergspitze weg gesprengt.
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copyright: USGS
Abbildung 5: Das Erdmagnetfeld. Der Sonnenwind presst die ihr zugewandte Seite des Erdmagnetfeldes zusammen. Auf der Sonnen abgewandten Seite entseht komplementär eine Magnetfeldschleppe.
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copyright:NASA;
Bild von: Steele Hill
wissenschaftlichen Diskussion. Bis heute ist nicht richtig verstanden, wie das Erdmagnetfeld entsteht. Das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass Computermodelle das Erdmagnetfeld schon sehr realistisch simulieren können. Nach allem heutigen Wissen wird das Magnetfeld der Erde im eisenreichen Erdkern gebildet. Der äußere Kern ist im Gegensatz zum inneren zähflüssig. Durch Konvektionsbewegungen im äußeren, zähflüssigen Kern wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Erdmagnetfeld erzeugt. Zu guter Letzt gibt es noch des Menschen liebste Disziplin: die Meteorologie. Die großräumigen Klimazonen und Jahresklimate sind mittlerweile sehr gut untersucht und verstanden. Aber wie viel Forschungsarbeit trotzdem noch in der Meteorologie zu leisten ist, mag jeder selbst beurteilen, der sich täglich den Wetterbericht des nächsten Tages anschaut.

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