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Die Mondfinsternis am 21.01.2000

von Michael Risch
 

Das Ereignis am 21.01.

Nach der verregneten totalen Sonnenfinsternis von August haben wir am 21. Januar die Chance eine totale Mondfinsternis zu erleben. Um 3 Uhr morgens wird man, gutes Wetter vorausgesetzt, das Ereignis von Europa, Afrika, Amerika aus beobachten können. Um 4.00 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde, ab jetzt "sieht man etwas"! Gegen 5.00 Uhr ist der Mond total verfinstert, was bis 6.20 Uhr anhält. Kurz vor Monduntergang, gegen 7.20 Uhr ist der Spuk vorrüber, der Mond tritt aus dem Kernschatten aus.

Wie entsteht die Mondfinsternis?

Im Gegensatz zur totalen Sonnenfinsternis, die in einem nur etwa 50-100 km breiten und mehrere tausend Kilometer langen Streifen auf der Erdoberfläche zu beobachten ist, kann die totale Mondfinsternis sozusagen von der halben Erde aus gesehen werden. An jedem Punkt der Erde, an dem der Mond zur Zeit der Mondfinsternis über dem Horizont steht, ist die Finsternis zu beobachten.

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond in den Schatten der Erde eintritt. Das kann nur zur Vollmondzeit passieren, nur dann stehen Sonne, Erde und Mond in exakt einer Linie, die Erde kann ihren Schatten auf den Mond werfen. Diese Stellung nehmen die Planeten zwar jeden Monat einmal ein, aber die Mondbahn ist leicht gegen die Ebene der Erdbahn um die Sonne geneigt. In den meisten Monaten läuft deshalb der Mond über oder unter dem Erdschatten vorbei. Nur etwa einmal pro Jahr oder einmal alle zwei Jahre trifft der Erdschatten den Mond.

Eigentlich sollte man meinen, daß der Mond völlig schwarz werden sollte, wenn er plötzlich des Sonnenlichtes beraubt wird. Doch dem ist nicht so.

 
 

Kurz vor der Totalität sieht man hier den Mond im Kernschatten der Erde rötlich leuchten. Der überbelichtete Teil des Mondes rechts unten wurde vom Kernschatten noch nicht verdunkelt. (Amateuraufnahme)

Der rote Mond

Der Mond erscheint uns während der etwa einstündigen totalen Mondfinsternis rötlich. Die Erdatmosphäre bricht den roten Anteil des Sonnenlichtes in den Erdschatten hinein. Von der Mondoberfläche aus wäre noch ein roter Ring um die Erde zu beobachten, wenn die Sonne hinter der Erde steht. Doch die Farbtönung kann variieren. Besonders wenn sehr viele Staubpartikel und Schadstoffe in der Atmosphäre der Erde enthalten sind, fallen Mondfinsternisse sehr dunkel aus, der Mond wird dunkelrot bis braun. So war es z.B. in den Jahren nach dem Ausbruchs des Vulkans Pinantubo auf den Phillipinen.

Bedeutung für die Forschung

So können durch Mondfinsternisse Aussagen über den Zustand der Erdatmosphäre getroffen werden. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten wissenschaftlicher Forschung im Rahmen der Mondfinsternis. Dadurch, daß der Mond wesentlich dunkler ist als normal, wird es möglich, auch schwächere Sterne um ihn herum wahrzunehmen, ihre Bedeckung durch den Mond zu beobachten und damit die Mondbahn genauer zu vermessen.

 
 
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