Die Klassifikation von Sonnenflecken
Klassifikation und Entwicklung von
Sonnenflecken und Fleckengruppen unterscheiden sich durch das Vorhandensein von
Penumbren, dem Vorhandensein einer Bipolarität, Grösse und Form der
Flecken. Auf diesen Merkmale hat Max Waldmeier (Eidgenössische Sternwarte,
Zürich) seine Klassifikation der Fleckengruppen aufgebaut.
| A |
Ein einzelner
Fleck, oder eine Gruppe von Flecken, ohne Penumbra und ohne bipolare
Struktur. |
| B |
Gruppe von
Flecken ohne Penumbra, aber in bipolarer Anordnung. |
| C |
Bipolare
Fleckengruppe, deren einer Hauptfleck von einer Penumbra umgeben ist. |
| D |
Bipolare Gruppe,
deren beide Hauptflecken eine Penumbra besitzen. Ein Hauptfleck ist einfach und
der andere meistens, aber nicht immer, etwas komplizierter aufgebaut. |
| E |
Grosse bipolare
Gruppe, deren Hauptflecken Penumbren besitzen. Beide zeigen im allgemeinen eine
komplizierte Struktur. Zwischen den Hauptflecken zahlreiche kleinere Flecken.
Die Gruppe hat eine Länge von mindestens 10 Grad auf der Sonne. |
| F |
Sehr grosse
bipolare Gruppe oder komplexe Sonnenfleckengruppe. Länge mindestens 15
Grad (sonst wie E). |
| G |
Grosse bipolare
Gruppe ohne kleine Flecken zwischen den Hauptflecken. Die Länge
beträgt mindestens 10 Grad. |
| H |
Unipolarer Fleck
mit Penumbra. Durchmesser grösser als 2,5 Grad. |
| J |
Unipolarer Fleck
mit Penumbra. Durchmesser kleiner als 2,5 Grad. |
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| Die Waldmeier
Klassifikation, grafisch dargestellt |
Grosse E-, F- und G-Gruppen sind vergleichsweise
selten. Wegen ihrer Grösse werden aber gerade sie häufig in der
Literatur abgebildet. Man lasse sich nicht täuschen. Wichtig sind deshalb
die Längen - und Durchmesserangaben in der Definition der einzelnen
Fleckenklassen. Besonders am Anfang überschätzt man leicht die
Grösse einer Fleckengruppe. Schwierigkeiten bereitet auch die
perspektivische Verzerrung am Sonnenrand. Mit etwas Routine und Anschauung
durch ein Gradnetz sind solche Probleme leicht zu überwinden.
Grundsätzlich kann eine Fleckengruppe während einer
vollständigen Entwicklung alle Klassen von A bis J durchlaufen, aber nur
die wenigsten Gruppen entwickeln sich bis zu den sehr grossen Klassen E, F, und
G. Entwicklungswege können die grossen Gruppenklassen überspringen.
Der Weg A-B-A ist sicherlich der häufigste, nach dem einfachsten Fall,
dass eine A-Gruppe nach 1 bis 2 Tagen wieder verschwindet. Typische
Entwicklungswege grösserer Fleckengruppen können auch
A-B-C-D-E-G-H-J-A, oder A-B-C-G-C-J-A sein. J-Flecken sind immer Endstadien der
Gruppenentwicklung, aber die frühen'' Gruppenklassen C und D werden beim
Überschreiten des Aktivitätsmaximums einer Gruppe (Klassen E, F und
G) auf dem Weg zu H- und J- Flecken erneut ausgebildet.
Die Relativzahlbestimmung und der
Sonnenfleckenzyklus
März 2001, H. Hillbrecht und W.
Paech |
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