Kurzbeschreibung
Die Venus ist nach Merkur der zweite
Planet in unserem Sonnensystem und besitzt wie dieser keinen Mond. Sie
umläuft die Sonne in einer Entfernung von 0,7 Astronomischen Einheiten und
ist nur unwesentlich kleiner als die Erde. Ebenso sind die mittlere Dichte und
die Schwerkraft auf der Venus fast identisch den entsprechenden Werten der
Erde. Deshalb wird die Venus gerne als Schwesterplanet der Erde
bezeichnet.
Die Venus benötigt knapp 225 Tage
für einen Umlauf um die Sonne und rotiert in 243 Tagen retrograd um die
eigene Achse. Die Venus wird wie die Erde von einer Atmosphäre umgeben.
Allerdings sind die physikalischen und chemischen Eckdaten der
Venusatmosphäre völlig verschieden von denen der Erde. Zum Beispiel
ist die Venusatmosphäre so dicht, dass kein sichtbares Licht sie
durchdringen kann und es deshalb unmöglich ist, einen Blick auf die
Oberfläche zu werfen. Allerdings gelang es den russischen Venera-Sonden
auf der Venus zu landen, um dort ein paar Bilder einer sehr trockenen,
steinigen und roten Oberfläche aufzunehmen. Die Magellan-Sonde kartierte
die Oberfläche mit Radarstrahlen ab, da Radarstrahlen die Atmosphäre
durchdringen können.
Die Venusoberfläche ist wenig
einladend bis lebensfeindlich. Die angesprochenen hohen
Atmosphärendrücke erreichen 90 bar. Die Temperaturen betragen
merkurähnliche 470°C. Ein sehr hoher Anteil von Kohlendioxid in der
Atmosphäre sorgt für einen kräftigen Treibhauseffekt, der die
Temperaturen in diese Höhen schnellen lässt.
Über die Geologie der
Venus wird noch heftig gestritten. Einige Planetologen meinen Anzeichen
für einen heute noch aktiven Vulkanismus gefunden zu haben. Von unserer
Erde ist bekannt, dass ihre Festland- und Tiefseeschollen nicht ortsfest sind,
sondern gemächlich über die Erde dahin gleiten. Anzeichen für
eine solche Plattentektonik gibt es auch auf der Venus. Die vorher
erwähnten Radarkartierungen erlaubten eine planetenweite
Höhenerfassung der Oberfläche. Danach gibt es ausgedehnte
Hochländer, vergleichbar unseren Kontinenten. Daneben weite Becken,
ähnlich unseren Meeren (jedoch trocken). Es sind auch ausgedehnte
Gebirgszüge und Verwerfungen erkennbar, wie sie typisch für die
irdische Plattentektonik sind. Man ist sich allerdings weitgehend einig, dass
diese plattentektonischen Aktivitäten auf der Venus schon vor etwa
500-1000 Millionen Jahren zum Erliegen kamen. Die möglichen Vulkane sind
vielleicht ein letztes Husten dieser einstmaligen Venus-Tektonik
erstellt von:
Dominik Hezel
Bildcopyright: Nasa
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