
Rezensiert von Sven Ackermann
Titel: Redshift 3D
Verlag: United Soft Media (USM)
ISBN: 978-3-8032-1801-8
Preis: 19,90 EUR
... die Produktfamilie wird um ein weiteres Kind ergänzt - "Redshift 3D" -
Die Firma United Soft Media Verlag GmbH (USM) ergänzt die bekannte Planetarium Software Reihe mit der neuen Version "Redshift 3D". Hierbei liegt der Fokus auf der virtuellen Reise durch das Universum und der Darstellung der zu bereisenden Objekte.
Besonderer Wert wurde dabei auf die Detailtreue und Animation gelegt. Vom Vogelgezwitscher bis hin zu herunterladbaren Kometenbahnen bietet die Software einen großen Umfang, der individuell eingestellt und genutzt werden kann.
Schauen wir mal, was die Macher von USM da für uns gezaubert haben ...
Nach dem Programmstart werden wir mit einer an das Datum und die aktuelle Systemzeit angepassten Oberfläche begrüßt. Es gibt die Horizontlinie, einen entsprechenden Hintergrund und bereits erste Details am Firmament zu sehen.
In diesem Fall sehen wir den Sonneuntergang, begleitet von unserem Nachbarplaneten Venus. Die gesamte Oberfläche macht einen aufgeräumten Eindruck. In der Kopfleiste sind einige Symbole angeordnet und in der Fußleiste sehen wir das aktuelle Datum und die Uhrzeit. Mit einem Klick darauf öffnet sich ein kleines Menü, mit dem man die Zeit und das Datum verstellen kann.
Von hier aus beginnt die Reise ins und durch das Universum ...
Die Nachtansicht präsentiert sich schon deutlich detailreicher. Hier sind die Sterne, Planeten, Nebel, Galaxien und auf Wunsch sogar Raumsonden, Kometen und helle Asteroiden zu sehen. Die Letzteren lassen sich über einen eigenen Menüpunkt ständig aktualisiert herunterladen und anzeigen.
Im Allgemeinen findet man sich gut mit den Einstellungen und der Steuerung des Programms zurecht. Es gibt einige Filtermöglichkeiten, so kann zum Beispiel die Anzahl der sichtbaren Objekte differenziert eingestellt werden. Dies ist äußerst nützlich um den eigenen Erfahrungslevel an die Einstellungen anzupassen. Nicht jeder muss alle Sterne angezeigt bekommen und manchmal ist mit dem Minimum schon der maximale Erfolg garantiert.
Es gibt weiterhin die Möglichkeit sich die Orientierungshilfen wie die Ekliptik oder den Horizont einblenden zu lassen. Es gibt eine Telrad-Fadenkreuz-Ansicht um die entsprechende Ansicht zu simulieren. Sehr nützlich ist die Nachtansicht. Diese taucht nicht nur die Software in ein Adaptionsfreundliches rot, sondern legt einen Filter über den gesamten Monitor, sodass auch die umliegenden Fenster abgedunkelt werden.
Auch die Sternbilder lassen sich mit Ihren Grenzlinien, Namen, dazugehörigen Bebilderungen, Mustern und Beschriftungen einblenden. Dass Ganze funktioniert sogar animiert, was aber mehr Spielerei als nutzen ist. Sehr gut umgesetzt ist, dass nur das jeweils aktive Sternbild (je nach Blickrichtung) angezeigt wird. Zieht man mit der Maus dann weiter gen Westen (oder eine andere Himmelsrichtung) taucht das entsprechend nächste Sternbild auf. So wird vermieden, dass der gesamte Bildschirm mit Sternbilddarstellungen "überladen" wird.
Wer sich näher über ein markiertes Objekt informieren möchte, macht das am einfachsten über die am oberen Bildschirmrand eingeblendete Objektleiste. Hierüber kann der entsprechenden Wikipediartikel, die Informationen aus dem integrierten Astronomie-Lexikon und allgemeine Objektinformationen angezeigt werden.
Die Fülle an Informationen lässt so gut wie keine Wünsche offen und erspart die separate Suche über das Web. Der über Redshift 3D abrufbare Wikipediaartikel bietet die Möglichkeit auch andere Optionen zu nutzen. Es ist quasi das "echte" Wiki in Redshift 3D als Browsertab eingebunden.
Es gibt auch eine Kalenderfunktion die Sonnen- und Mondfinsternisse und allgemeine Himmelereignisse ankündigt und anzeigt. Erreichbar ist diese ebenfalls über die Navigation am oberen Bildschrimrand. Sehr nützlich ist die Funktion "nur vom Standort aus sichtbare Finsternisse". Das kürzt die Liste zwar deutlich ein, erspart aber auch das lästige Suchen nach einer geeigneten Finsternis.
Redshift 3D bietet zwei Arten, um durch das Universum zu reisen. Eine normale 2D Ansicht und die 3D Variante. Bei der normalen Reise wird das Objekt, welches vorher aus einer sehr umfassenden Liste ausgewählt werden kann, im 2D Modus angesteuert und eingezoomt. Über die bekannte Optionsleiste können auch wieder viele Informationen zum Objekt abgerufen werden. Hier am Beispiel des Pferdekopfnebels.
Die zweite Alternative ist der 3D Raumflug. Die Liste der auszuwählenden Objekte ist ungleich kleiner. Hier wählen wir Jupiters Mond Ganymed aus. Ähnlich wie man es vom Bildschirmschoner von Windows kennt, reist man durch die Sterne. Der 3D Effekt suggeriert eine große Tiefe und so gleitet man vorbei an Sternen, Nebeln und Planeten hin auf dem Weg zu Ganymed.
Hat man das Ziel seiner Wahl erreicht, beginnt das Programm mit der Rotation um das Objekt. Diese lässt sich aber auch unterbrechen, bzw. ein- und ausschalten und bei Bedarf auch wiederholen.
Auch hier sind über die Menüpunkte zusätzliche Informationen zum Objekt abrufbar. Mit einem Klick auf den Knopf "Flug zum Ausgangsstandort" geht es zurück. Alternativ kann man aber auch ein neues Ziel anwählen und einen weiteren Sprung durchs Universum machen.
Redshift 3D ist eine gelungene Erweiterung zur weitaus umfassenderen Hauptversion des Programmes (in der aktuellen Version Redshift 7). Der Schwerpunkt liegt hier auf der Darstellung und der Reise durch unser Universum, hin zu fernen Planeten, Galaxien und anderer Sterne.
Die Umsetzung in 3D (kein echtes, daher ohne Brille nutzbar) ist gut gelungen und zeigt hervorragende Bilder und Details der ausgewählten Objekte. Ein schöner Zusatz sind die herunterladbaren Daten für Raumsonden, sichtbare Kometen und helle Asteroiden. Inwieweit diese aktualisiert, bzw. um Neue ergänzt werden lässt sich allerdings nicht auf Anhieb erkennen.
Die bekannten Gimmicks wie veränderbare Panoramen (Feld, Meer, Berge, etc.) und die stimmungsvollen Geräuschkulissen (Kosmos, Wald, Sumpf, etc.) sind ebenfalls vorhanden. Die Verwendung muss an dieser Stelle jeder für sich selbst entscheiden, es ist aber mehr Spielerei als echter Nutzen dabei.
Redshift 3D lässt sich prima nutzen, um die Dinge im Universum anschaulich zu machen, Zusammenhänge zu erklären, Sternzeichen und deren Sichtbarkeiten zu erläutern, etc. Dabei wird das Auge mit tollen Darstellungen und virtuellen Flügen durchs Weltall belohnt.
Neben den frei erhältlichen planetarischen Darstellungsprogrammen ist dies eine etwas aufwendigere umgesetzte Software, die in der Reihe der Redshift-Sammlungen nicht fehlen sollte.
Betriebssystem: Win XP mit Service Pack 2/Vista/Win 7
CPU-Typ: Athlon/Pentium 2 GHz
Arbeitsspeicher: 1 GB
Grafikauflösung: 1024 x 768, OpenGL-kompatibel
Farbtiefe: True Color (32 Bit)
CD-ROM-Geschwindigkeit: 24-fach
Festplattenspeicher: 500 MB
Audio: 16 Bit
Sonstiges: Internetzugang für Online-Angebote, Internet Explorer 8 oder höher für korrekte Darstellung des Astronomie-Lexikons
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