Redshift 7

Titel: Redshift 7
Verlag: United Soft Media (USM)
ISBN: 978-3-8032-1776-9
Preis: 79,90 EUR

Alle Jahre wieder...

... erscheint eine neue Version der vielen Astronomie-Begeisterten wohl gut bekannten Planetariumssoftware Redshift. Auch im Jahr 2008 ist es wieder soweit, diesmal erscheint das Programm in der Version 7. Vielen Hobby-Astronomen stellt sich nun einmal mehr die Frage, ob sich die Anschaffung der neuen Version lohnt, oder ob die gegebenenfalls noch vorhandene, ältere Version nicht genau denselben Umfang bietet. Doch auch Neulinge auf dem Gebiet der Planetariumssoftware liebäugeln eventuell mit dem Kauf von Redshift. Um hier eine Hilfestellung zu bieten, soll die folgende Rezension über den Umfang und die Funktionen von Redshift 7, aber vor allen Dingen auch über die Neuerungen gegenüber den Vorgängern Auskunft geben.

Redshift 7 als Planetariumssoftware

Benutzeroberfläche von Redshift 7

Das Programm selber wartet mit der gewohnten, schön gestalteten Benutzeroberfläche auf. Kernstück bleibt nach wie vor das gut zu bedienende Planetarium, mit dem sich dank seiner zahlreichen Funktionen ausgiebige Beobachtungsnächte im Vorfeld planen lassen. Um dieses jedoch nutzen zu können, ist es zuerst einmal notwenig, den eigenen Standort und die Lokalzeit festzulegen. Größere deutsche und zahlreiche Weltstädte stehen dabei mit Voreinstellungen zur Auswahl; falls man jedoch nicht in München oder Manila wohnt, müssen die Daten manuell eingegeben werden. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die sehr schöne Einbindung des Programms in das beliebte "Google Maps", das es auch unerfahrenen Benutzern ermöglicht, die Koordinaten des eigenen Standortes unkompliziert festzulegen.

Sind die Pre-Requisiten einmal erfüllt, so kann es auch gleich losgehen. Wer bereits mit einem der Vorgänger dieser Software gearbeitet hat, wird sich schnell zu Recht finden. Für Einsteiger hält Redshift 7 eine kurze Einführung in die wesentlichen Funktionen sowie einen durch Tonausgabe unterstützten Assistenten bereit, der eermöglicht, Zeit, Blickrichtung und Himmelausschnitt ohne weitere Probleme einzustellen. Um jedoch ganz in die Tiefen des Programms einzusteigen, ist ein Blick in das mit über 350 Seiten sicherlich etwas zu ausführliche geratene Handbuch von Nöten, das mit einem kurzen und schön geschriebenen Einführungs-Kapitel einen ersten Schritt in Richtung Einsteigerfreundlichkeit macht. Um es Neulingen jedoch wirklich leicht zu machen, hätte der Schwerpunkt mehr auf eine interaktive Heranführung an die Benutzeroberfläche gelegt werden müssen, so das sich das Erlernen der Funktionen als langwierig heraus stellt.

Das Planetarium an sich zeigt sich von einer besonders umfangreichen und zudem schönen Seite; dank Einbindung von 3D-Beschleunigung funktionieren Navigation und Zoom stufenlos und schnell. Zu allen gezeigten Objekten stehen dabei umfassende Informationen zur Verfügung. Zahlreiche Filter ermöglichen es zudem, die Anzeige von Objekten nach ihrem Typ (Stern, Galaxie, Planet, etc.) sowie nach Faktoren wie z.B. Helligkeit, Spektralklasse oder Galaxientyp einzustellen. Die Datenbank wurde im Vergleich zu den Vorgängern enorm erweitert; so wurden ganz zeitgemäß die Zwergplaneten als neue Objektklasse innerhalb des Sonnensystems eingeführt. Alle wesentlichen Kataloge wie der Hipparcos-Katalog oder der New General Catalogue (NGC) stehen dabei in vollem Umfang zur Verfügung. Besonders positiv hervorzuheben ist hier die Anbindung der Software an frei verfügbare Online-Datenbanken. So lässt sich die Datenbank jederzeit um aktuelle Objekte wie z.B. Kometen oder Raumsonden in der Erdumlaufbahn erweitern.

Professionelle Tools - Beobachtungsplaner und Teleskopsteuerung

Nützliches Tool - Der Beobachtungsplaner

Neben der eigentlichen Funktion als Datenbank und virtuelles Planetarium stellt Redshift 7 dem Benutzer einige Tools zur Verfügung, die die genaue Planung von Beobachtungsnächten und sogar die Steuerung des Teleskops bei der Durchführung Selbiger ermöglichen.

Eine äußerst nützliche Funktion ist dabei der Beobachtungsplaner. Kurz gefasst lässt sich mit diesem für eine beliebige Nacht ein übersichtlicher Beobachtungsplan erstellen, auf der die gewünschten Objekte anhand der für die Beobachtung wichtigsten Kriterien aufgelistet sind. So ermittelt der Beobachtungsplaner auf Basis des eingegebenen Standortes die Auf- und Untergangszeiten der gewünschten Himmelsobjekte, filtert sie wahlweise nach Helligkeit und Mindesthöhe und ermöglicht die Sortierung nach Faktoren wie dem Sternbild, Meridiandurchgang, Helligkeit etc. Zudem werden alle relevanten Informationen über die jeweiligen Objekte direkt angezeigt, so dass sich so mit wenigen Mausklicks ein individueller, ganz auf den Benutzer ausgerichteter Beobachtungsplan zusammenstellen lässt.

Eine weitere neue, eher auf den professionellen Anwender zugeschnittene Funktion von Redshift 7 ist die Teleskopsteuerung. Mit dieser lässt sich die Software direkt mit einem geeigneten Teleskop verbinden. Auf diese Weise kann das Fernrohr direkt aus der Software selbst gesteuert und auf das gewünschte Himmelobjekt ausgerichtet werden. Alternativ kann Redshift dem Teleskop folgen und dem Anwender den gerade durch das Okular fokussierten Himmelausschnitt inklusive aller potentiell sichtbaren Objekte auf dem Bildschirm darstellen. Für die Benutzung dieser Funktion ist jedoch die Installation einer weiteren, nicht im Lieferumfang von Redshift 7 enthaltenen Software notwendig. Dieses Tool konnte daher nicht getestet werden, scheint jedoch für den geneigten Nutzer vielversprechend zu sein.

Extras - von Animationen bis hin zu plätschernden Seen

Der "Digitized Sky Survery"

Zusätzlich zu den Funktionen, die eher auf den beobachtenden Hobby-Astronomen ausgerichtet sind, verfügt Redshift 7 noch über weitere Extras, die zusammengefasst eine kleine Einführung in die Astronomie an sich vermitteln sollen.

So ist ein virtueller Flug zu den einzelnen Planeten oder sogar durch die Milchstraße möglich, der sich jedoch in seinem Umfang und Informationsgehalt eher spärlich ausnimmt.

Weiterhin bietet die Software eine Reihe recht schön gemachter Filme und Animationen, deren Themenvielfalt von dunkler Materie bis hin zu interaktiven Führungen zu den Grundlagen der Astronomie, den Sternen, Planeten und Kometen reicht. Auch hier hält sich der Informationsgehalt jedoch eher in Grenzen; für den bereits mit der Astronomie vertrauten Anwender stellen diese Funktionen sicherlich ein nettes Extra dar, wer jedoch einen umfassenden Überblick über Astronomie als Wissenschaft sucht, wird hier wohl nicht fündig werden.

Erfahrene Anwender finden den bereits aus älteren Versionen bekannten Himmelskalender wieder, der die wichtigsten astronomischen Ereignisse wie z.B. Sonnen- und Mondfinsternisse oder eventuelle Sternschnuppenströmen neuerdings auch in einer Monatsübersicht darstellt. Interessant ist aber auch die neu hinzugekommene Funktion des "Digitized Sky Survey". Diese stellt eine direkte Anbindung der Software an verschiedene, über das Internet verfügbare Kataloge dar, über welche sich der aktuell gewählte Himmelausschnitt z.B. durch die Linse eines 2,5 m Teleskops beobachten lässt, wobei es sich natürlich um ältere Aufnahmen handelt.

Zuletzt sei noch die Funktion "Geräuschkulisse" zu nennen, mit der sich vom plätschernden See bis hin zu Fröschen und Grillen im Morgengrauen verschiedene Geräusche in Schleife abspielen lassen, ein Tool, das wohl mehr als witzige Beigabe gedacht ist und für wohlige Gefühle während kalter Beobachtungsnächte sorgen soll.

Fazit

Redshift 7 präsentiert sich als das, wofür schon seine Vorgänger bekannt waren: als umfangreiche Planetariums-Software, die sich leicht bedienen lässt und mit einer enormen Datenbank aufwartet. Das Programm bietet dem Benutzer neben dem eigentlichen Planetarium zusätzlich zahlreiche Funktionen, die zur Planung einer erfolgreichen Beobachtungsnacht äußerst nützlich sind.

Ein Manko stellt jedoch die Einsteigerfreundlichkeit dar; wenig zahlreich und zu kurz gehalten ist die programmeigene Einführungen in die Benutzeroberfläche und die wichtigsten Programmfunktionen, so das das Handbuch immer wieder zu Rate gezogen werden muss. Ein stärkeres Maß an Interaktivität hätte dem Programm hier sicher gut getan.

Besonders positiv hervorzuheben ist im Gegenzug die stärkere Anbindung an Online-Ressourcen wie Google Maps oder Sterndatenbanken. Neben der reinen Möglichkeit zum Download neuer Informationen ist registrierten Benutzer auch der Upload eigener Beobachtungspläne oder "Führungen" möglich, die andere Benutzer wiederum verwenden können, was das Programm einem realen Planetarium ein wenig näher bringt. Auch der mit Sicherheit für jeden praktizierenden Hobby-Astronomen sehr nützliche Beobachtungsplaner stellt ein weiteres Highlight der Software dar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, das Redshift 7 trotz einiger kleinerer Mankos (ein Stichwortverzeichnis für das Benutzerhandbuch wäre praktisch gewesen) eine solide und gut ausgearbeitete Planetariumssoftware ist. Wer eine eher grundlegende Einführung in die Astronomie sucht, wäre sicherlich mit einem anderen Programm wie z.B. Redshift Sternenkunde besser beraten. Der Hobby-Astronom jedoch, der Beobachtungsnächte planen will und Zugriff auf eine umfassende Datenbank zu nahezu allen sichtbaren Himmelsobjekten haben möchte wird sich schwer tun, eine bessere Software als diese zu finden.

Systemanforderung

Betriebssy stem PC mit Windows XP/Vista
CPU Athlon/Pentium, 1,5 GHz
Arbeitsspeicher 512 MB
Grafikauflösung 1024 x 768
Farbtiefe High Color (16 Bit)
Audio 16 Bit
Festplattenspeicher 450 MB

Hinweis : Für die Installation wird ein DVD-Laufwerk benötigt.

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