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Astronomie.de
der Treffpunkt für Astronomie |
Teleskoptechnik
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| Kleine Filterkunde |
| © Astronomie.de/Alexander Kerste |
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Gefiltertes Licht |
Okularfilter versprechen bessere, kontrastreichere Bilder und manchmal sogar das Ende der Lichtverschmutzung. Um einschätzen zu können, was ein Filter wirklich leistet, ist es wichtig, die Funktionsweise der verschiedenen Filter zu verstehen. Denn eigentlich ist es ja widersinnig: Einerseits wird versucht, ein möglichst großes Teleskop zu kaufen, das so viel Licht wie möglich sammelt, und dann wird ein Filter in das Okular geschraubt, der viel Licht einfach ausblendet. Um die Logik dahinter zu verstehen, müssen wir uns das
Licht der Sterne und Nebel einmal genauer ansehen. Physiker verwenden
dazu Spektroskope, die das Licht in seine Farben zerlegen. Dazu dient entweder ein Prisma
oder ein optisches Gitter, das weißes Licht in seine Regenbogenfarben aufspaltet. Das können Sie
an einem sonnigen Tag unter anderem bei geschliffenem Glasschmuck oder
Wassergläsern beobachten, die wie ein Prisma wirken, oder bei
einer CD-ROM, die wie ein optisches Gitter wirkt. Wenn wir damit das Licht einer Glühbirne oder eines Sterns untersuchen, erhalten wir alle Regenbogenfarben: Beide leuchten, da ihre Oberfläche glühend heiß ist. Je nachdem, wie heiß die Oberfläche ist, variiert die Farbe, die am hellsten strahlt, aber es kommen letztlich alle Farben vor. [Genau genommen gibt es im Spektrum von Sternen zahlreiche dunkle Linien, die sogenannten Fraunhofer-Linien. Sie entstehen, da kühlere Gase in der Sternatmosphäre oder im interstellaren Raum einzelne Farben bzw. Wellenlängen absorbieren.] Wenn
wir stattdessen eine Leuchstoffröhre oder einen
Emissionsnebel untersuchen, sehen wir kein durchgehendes Spektrum,
sondern nur einzelne helle Linien. Beide leuchten nämlich kalt: UV-Strahlung regt
bestimmte Gase oder Atome zum Fluoreszieren an. Besonders interessant
sind dabei die H-Alpha-Linie im tiefroten Teil des Spektrums, bei 656,3
Nanometern, und die H-Beta-Linie bei 486,1 Nanometern im
blau-grünen. In
diesen Farben leuchten die großen Wasserstoffwolken in
Sternentstehungsgebieten wie dem Orionnebel und dem Nordamerikanebel.
"Sternleichen" wie Planetarische Nebel oder Supernovaüberreste,
die neben Wasserstoff und Helium noch weitere Elemente enthalten,
leuchten außerdem in einigen weiteren Farben. [Etwas physikalischer: Elektronen werden auf
ein höheres Energieniveau angehoben, wenn sie z. B. UV-Strahlung
absorbieren. Wenn sie wieder auf ihr ursprüngliches Energieniveau
abfallen, gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn sie sofort auf das alte
Niveau fallen, geben sie die UV-Strahlung wieder in der selben
Wellenlänge ab, die sie auch absorbiert haben. Wenn sie die
aufgenommene Energie in mehreren Schritten abgeben, geben sie Licht
bzw. Strahlung in anderen, weniger energiereichen Wellenlängen ab
– darunter können auch Farben sein, die wir mit unseren Augen
wahrnehmen können. Diese Farben bzw. Linien entsprechen
übrigens den oben erwähnten Absorptionslinien – die Gase
fluoreszieren also in den selben Wellenlängen, bei denen sie auch
Licht absorbieren.] Die
Aufgabe eines Filters ist nun in der Regel, nur die
Wellenlängen durch zu lassen, die uns interessieren. Wer nicht
das Glück hat, von einem besonders dunklen Standort aus zu
beobachten, wird von der Lichtverschmutzung in Form von Streulicht oder
einem aufgehellten Himmel geplagt werden. Ein Deep-Sky-Filter
lässt im Idealfall nur das Licht eines Gasnebels durch und blendet
das meiste Streulicht aus. Das funktioniert allerdings nur bei
fluoreszierenden Nebeln. Glühende Sterne, die in allen Farben
leuchten, werden dabei ebenfalls abgedunkelt, genau wie
Reflexionsnebel, die das Sternlicht wiederspiegeln. Daher gibt es auch
keine
Filter, mit denen Sie speziell Galaxien oder Sternhaufen besser sehen
können – diese leuchten genau wie Glühbirnen in allen Farben des Spektrums. Wenn Sie Glück haben, besteht zumindest die Straßenbeleuchtung in Ihrer Umgebung aus Leuchtstoffröhren, die Sie dann gezielt mit einem "Light-Pollution-Filter" ausblenden können. Ob und wie gut das funktioniert, hängt allerdings von der Beleuchtung in Ihrer Umgebung ab. Wunder können diese Filter nicht vollbringen, eine Fahrt zu einem dunklen Standort bringt mehr. Ganz dunkel wird es aber auch fern der Zivilisation nicht: Tagsüber spaltet die Sonnenstrahlung Moleküle in der Erdatmosphäre auf, die bei Nacht wieder rekombinieren und dabei Licht abgeben. Dieses "Airglow" tritt bei Wellenlängen zwischen etwa 540 und 630 Nanometer auf, also im grünen bis roten Bereich des Spektrums. Schauen wir uns die verschiedenen Filter einmal näher an. Die wichtigsten sind
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Die günstigsten Filter sind einfache Graufilter. Diese
dämpfen das Licht, sodass Sie helle Objekte wie den Mond oder
einige Planeten beobachten können, ohne geblendet zu werden. Diese
Blendung ist nicht nur unangenehm, sondern führt auch dazu, dass
Sie zarte Details nicht bemerken. Einfache Graufilter liegen bereits vielen Einsteigerteleskopen bei. Teilweise gibt es als Mondfilter auch Grünfilter. Diese färben das Bild zwar ungewohnt grün ein, haben bei einfachen Linsenteleskopen aber der Vorteil, dass der Farbfehler ausgeblendet wird und das Bild so schärfer wird. Bei einem farbreinen Linsenteleskop oder einem Spiegelteleskop empfiehlt sich der Griff zu einem Graufilter, der ein farbechtes, natürliches Bild liefert. Graufilter gibt es in verschiedenen Stärken. Welchen Filter Sie benötigen, hängt einerseits von der Bildhelligkeit ab (Stichwort Austrittspupille; bei höherer Vergrößerung wird das Bild außerdem dunkler als bei niedriger) und andererseits von Ihrer persönlichen Empfindlichkeit. Polarisationsfilter Sehr angenehm sind variable Polarisationsfilter.
Hier haben Sie zwei Filter, die gegeneinander verdreht werden
können, wobei sich der Lichtdurchlass ändert. Besonders
komfortabel wird es, wenn Sie einen Filter vor den Zenitspiegel
schrauben und den zweiten in das Reduzierstück oder das Okular –
so können Sie die Bildhelligkeit ändern, indem Sie das Okular
bzw. Reduzierstück drehen. Damit dabei keine störenden
Reflexe auftreten, sollten Sie allerdings hochwertige Filter mit
planoptisch polierter Oberfläche verwenden. Einige Polfilter
können bei maximaler Dämpfung das Bild auch leicht
einfärben. Genau
wie Polfilter sollten auch einfache Graufilter sollten eine gute
optische Qualität haben, damit es keine störenden Reflexionen
im Bild gibt. Achtung Sonne! Bei der Sonnenbeobachtung ist immer Vorsicht angebracht: Ein Blick durch ein Teleskop, das keinen oder einen unzureichenden Filter hat, kann Sie das Augenlicht kosten. Schäden im Augen heilen nicht, daher: Schauen Sie niemals ohne einen geeigneten Filter in die Sonne
Ein guter Sonnenfilter ist von einem Spiegel nicht zu unterscheiden. Lassen Sie die Finger von so genannten "Sonnenfiltern", die in das Okular geschraubt werden – diese sitzen annähernd im Brennpunkt des Teleskops, können sehr heiß werden und platzen. Wenn in diesem Moment durch das Teleskop schauen, haben Sie keine Chance mehr, rechtzeitig wegzuschauen – eine Brandspur auf der Netzhaut ist Ihnen sicher. Falls Sie so einen Okularsonnenfilter besitzen, nehmen Sie einen Hammer, schlagen Sie damit auf den Filter und entsorgen Sie ihn anschließend in der Mülltonne. Ein Sonnenfilter gehört immer vor das
Objektiv Ihres Teleskops, so wird die Sonnenstrahlung schon
entschärft, bevor sie in das Teleskop gerät und gebündelt wird. Sichern Sie die
Filterfassung möglichst am Tubus, damit sie nicht herunterfallen
kann – sei es mit Schrauben oder Klebeband. Vergessen Sie
dabei auch nicht, den Sucher abzudecken oder abzubauen. Sie
müssen für die Sonnenbeobachtung nicht unbedingt die
komplette Teleskopöffnung nutzen, allerdings muss der Filter samt
(lichtundurchlässiger!) Fassung die komplette Öffnung
abdecken. Benutzer von
"offenen" Teleskopen wie Gitterrohr-Dobsons müssen den
Strahlengang außerdem mit einer lichtundurchlässigen
Abdeckung abschotten.
Ansonsten vermindert nicht nur das Streulicht den Kontrast enorm – wenn
der Spiegel ungünstig steht, kann das Sonne an dem Objektivfilter
vorbei auf den Spiegel gelangen, sodass Sie oder jemand anders aus
Versehen geblendet werden kann. Besonders gefährliche
Situationen können bei Gitterrohr-Teleskopen entstehen, wenn das
Teleskop nicht direkt auf die Sonne gerichtet ist und der Spiegel das
Licht unberechenbar in die Landschaft spiegelt – dann ist jeder
gefährdet, der den funkelnden Spiegel bemerkt, auch wenn er nicht in unmittelbarer Nähe steht. Am
weitesten verbreitet sind Filter aus AstroSolar-Folie von
Baader Planetarium. Eine ähnliche Folie wird auch für
Sonnenfinsternisbrillen verwendet. Sie bietet ein sehr gutes
Preis-Leistungsverhältnis. Überprüfen Sie die Folie aber
vor jedem Einsatz auf Beschädigungen. Als zusätzlicher Schutz
vor unsichtbarer UV- oder Infrarotstrahlung wird dabei häufig zum
Einsatz eines UV/IR-Sperrfilters geraten. Alternativ gibt es auch Objektivsonnenfilter aus Glas. Gute Qualität ist hier allerdings sehr teuer – der Filter ist so groß wie die Öffnung Ihres Teleskops, und an seine Qualität werden die selben Ansprüche gestellt wie an die übrige Teleskopoptik. Besitzer von Refraktor-Teleskopen können anstatt eines
Objektivfilters auch einen Herschelkeil einsetzen, benötigen dann
aber noch weitere Graufilter, um das Licht auf ein ungefährliches
Maß abzudunkeln – beachten Sie dabei unbedingt die
Gebrauchsanleitung. |
Nur in Kombination mit einem Objektivsonnenfilter oder hinter einem
Herschelkeil können Sie einen Solar-Continuum-Filter für die Sonnenbeobachtung einsetzen.
Dabei handelt es sich um einen engen Grünfilter, der grünes
Licht im Bereich von 540 nm passieren lässt. Bei dieser Farbe sind
die meisten Refraktoren am besten farbkorrigiert, auch das Auge ist
dort sehr empfindlich (deshalb sind die Teleskope schließlich auf
diese Wellenlänge hin optimiert). Bei farbreinen Apochromaten oder
Reflektoren hat ein normaler Grünfilter einen ähnlichen, wenn
auch weniger ausgeprägten Effekt. Mit dem Filter können Sonnenflecken und die Granulation deutlicher
sichtbar werden, allerdings schwanken die Ergebnisse von Teleskop zu
Teleskop und sind auch nicht bei allen Vergrößerungen gleich
auffällig. Am besten bestellen Sie ihn zur Ansicht und gehen davon
aus, dass Sie ihn wahrscheinlich behalten werden. Die grüne Sonne
ist zwar gewöhnungsbeürftig, aber nicht weiter störend.
Protuberanzen sind mit diesem Filter jedoch nicht sichtbar, dafür
benötigen Sie einen H-Alpha-Sonnenfilter. |
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H-Alpha-Filter für die Sonnenbeobachtung – nicht zu verwechseln mit H-Alpha-Filtern für Deep Sky |
Ein recht neues Gebiet der Sonnenbeobachtung für Amateure ist
die H-Alpha-Beobachtung. Professionelle
Astronomen studieren die Sonne zwar schon lange im Licht der
H-Alpha-Linie, allerdings sind H-Alpha-Filter erst seit einigen
Jahren auch für Amateure bezahlbar geworden. Aber auch heute sind
H-Alpha-Teleskope sehr aufwendig zu konstruieren, da sie nur Licht der Wellenlänge
656,3 Nanometer durchlassen – das Durchlassfenster ist dabei weit
unter einen Nanometer breit. Die H-Alpha-Filter, die für die
Deep-Sky-Beobachtung ausgelegt sind, haben ein Durchlassfenster von
etwa zehn oder sogar noch mehr Nanometern und sind für die
Sonnenbeobachtung ungeeignet. Selbst, wenn sie dicht genug wären,
um die Sonnenstrahlung auf ein ungefährliches Maß
abzudämpfen, würden die Strukturen auf der
Sonnenoberfläche vom dem Licht überstrahlt werden, das eine
leicht andere Wellenlänge als die H-Alpha-Linie hat. H-Alpha-Filter für die Sonnenbeobachtung sind daher eine komplexe Sache und sehr teuer. Vor das Objektiv kommt ein Energieschutzfilter, der nur das rote Licht passieren lässt und so verhindert, dass der aus Kostengründen sehr kleine eigentliche H-Alpha-Filter zu heiß wird. Dazu kommen noch weitere Schutzfilter, die das übrige störende Licht ausblenden. Da sich der Durchlass des H-Alpha-Filters verändert, wenn er sich durch das Sonnenlicht erwärmt, muss er kippbar gelagert sein, sodass die H-Alpha-Linie immer exakt eingstellt werden kann. Eine besondere Form des H-Alpha-Filters ist der
Protuberanzenansatz. Hier wird die Sonne durch einen Kegel
ausgeblendet, und durch einen etwas breitbandigeren und
günstigeren H-Alpha-Filter können die Protuberanzen am
Sonnenrand beobachtet werden. Die Sonnenoberfläche bleibt so jedoch
unbeobachtbar. In den letzten Jahren sind mehrere Teleskope auf den Markt
gekommen, die eine vergleichsweise günstige Sonnenbeobachtung
ermöglichen. Bei diesen Geräten sind die Filter fest
eingebaut, was eine sichere Beobachtung garantiert. |
UHC steht für Ultra High Contrast. Diese Filter
sind die universellsten Nebelfilter und liefern auch an kleineren
Geräten (besser gesagt: bei kleiner Austrittspupille) helle
Bilder, bei denen nicht nur der Nebel sichtbar bleibt, sondern auch die
Sterne in der Umgebung. UHC-Filter werden häufig als erster
Nebelfilter empfohlen, da sie auch in kleineren Teleskopen genug
Sternlicht durchlassen, sodass Sie nicht nur den Nebel sehen, sondern auch
die Sterne in seiner Umgebung. Außerdem sind sie breitbandiger
als OIII-Filter, sodass das gesamte Bild heller ist. Als "Allzweck-Nebelfilter" lassen sie
zahlreiche Linien durch: H-Alpha, H-Beta (beides fluoreszierender
Wasserstoff), OIII (Sauerstoff, zum Beispiel in planetarischen Nebeln)
sowie weite Teile des roten und grünen Spektrums, während zum
Beispiel das Licht von Natrium- und Quecksilberdampflampen geblockt
wird. Die
H-Alpha-Linie ist dabei für visuelle Beobachtungen uninteressant,
da die bei Nacht aktiven Sinneszellen des Auges für diese
Wellenlänge blind sind. Für den fotografischen Einsatz ist
dieses Durchlassfenster aber wieder interessant. Bei einigen Sternen führen UHC-Filter zu einem
Farbstich, da gelbes und blaues Licht weitgehend ausgeblendet wird. Bei
Galaxien, Stern(hauf)en und Reflexionsnebeln sind UHC-Filter sinnlos,
da diese in allen Farben leuchten. Nicht jeder Nebel reagiert gleich
gut auf jeden UHC-Filter, aber einen Versuch ist es allemal wert. So
auffällig wie auf langbelichteten Astro-Aufnahmen kann Ihnen
jedoch kein Nebelfilter die Deep-Sky-Objekte zeigen. Neben "echten" UHC-Filtern gibt es auch breitbandigere UHC-Filter, die günstiger in der Herstellung sind und meist Beinamen wie UHC-S oder UHC-E tragen. Ihre Filterwirkung ist deutlich dezenter, sodass sie bei der visuellen Beobachtung weniger leistungsstark sind. Fotografisch können sie sich dennoch rentieren, ob sie sich visuell an Ihrem Gerät und Ihrem Standort lohnen, müssen Sie am besten selbst ausprobieren. Die UHC-Filter der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich
in ihren Eigenschaften, sodass es auf das Zusammenspiel von Teleskop,
Beobachtungsziel, Standort und Filter ankommt – kein Filter kann
für jede Kombination ideal sein. |
OIII-Filter sind etwas weniger verbreitet als UHC-Filter, aber ähnlich wichtig. Sie lassen vor allem das Licht von
ionisiertem Sauerstoff durch und blenden andere Linien aus, sodass das
Bild im Vergleich zum UHC dunkler wird. Sie lohnen sich vor allem an
größeren Teleskopen, genauer gesagt bei einer
größeren Austrittspupille. Die Paradeobjekte für
OIII-Filter sind Planetarische Nebel und Supernovaüberreste, auch
hier spricht jedoch nicht jeder Nebel gleich gut auf den Filter an.
Außerdem unterscheiden sich die Modelle der einzelnen Hersteller zum Teil
deutlich in ihrer Durchlass-Charakteristik. Achten Sie bei Erfahrungsberichten zum Beispiel im Forum
auch auf das Baujahr der Filter: Die Hersteller optimieren ihre Filter
gelegentlich, sodass ein älterer Filter nicht unbedingt das selbe
Ergebnis wie ein aktuelles Modell liefert. In den meisten Okularkoffern gesellt sich früher oder später ein OIII-Filter zu dem UHC-Filter. |
H-Beta-Filter gehören zu den seltensten Filtern
und sind für die Deep-Sky-Beobachtung gedacht. Ähnlich wie
die H-Alpha-Filter für die Sonnenbeobachtung lassen sie nur eine
Farbe durch: Die der H-Beta-Linie. Es gibt nur sehr wenige Gasnebel,
bei denen diese Filter sich lohnen, daher werden sie gelegentlich auch als Pferdekopf-Filter bezeichnet –
der Pferdekopfnebel gehört zu dem knappen Dutzend Nebeln, bei
denen ein H-Beta-Filter etwas bringt. Allerdings dunkelt er das Bild so
sehr ab, dass er sich nur bei sehr großen, lichtstarken
Teleskopen lohnt. Unter
einem sehr guten Himmel und bei niedriger Vergrößerung
(genauer gesagt, bei Austrittspupillen zwischen 5 und 7 mm) bereits in
kleineren Geräten ab 200 mm Öffnung einen Versuch wert. Sie
dürfen aber auch in großen Teleskopen mit weit über 400
mm Öffnung keine Wunder erwarten. Die meisten Beobachter können daher auf einen
H-Beta-Filter verzichten, auch fotografisch hält sich sein Nutzen
in Grenzen. Falls Sie jedoch unbedingt einmal den Pferdekopf- oder
California-Nebel sehen wollen, kann er Ihre einzige Chance sein. |
Lichtverschmutzungsfilter bergen das größte Potential
für Enttäuschungen.
Im Idealfall blenden sie das gesamte künstliche Streulicht aus,
sodass nur noch der Sternenhimel übrig bleibt. In der Praxis
hängt das aber stark von den eingesetzten Leuchtmitteln ein.
CLS-Filter können zwar wirklich gezielt das Licht einiger
Leuchtstoffröhren ausblenden, allerdings hilft das nichts, wenn
diese Lampen in der Umgebung nicht eingesetzt werden. Gegen
Glühbirnen und ähnliche Leuchtkörper helfen Sie
praktisch überhaupt nichts, da diese – genau wie Sterne – ohnehin
in allen Farben des Spektrums leuchten. Sterne und Lichtverschmutzung
werden also beide dunkler, während der Effekt auf die
Nebelsichtbarkeit immer noch dezent bleibt. Außerdem sorgen sie
für ziemlich bunte Sterne. Vorteilhaft ist, dass diese so
genannten Breitbandfilter viel Licht durchlassen und so auch an kleinen
Geräten nicht zu viel Licht schlucken. Sie können sogar bei
einigen Reflexionsnebeln und Galaxien positive Effekte zeigen, allerdings nur,
wenn der Himmel ohnehin schon recht gut ist. Auch unter sehr guten
Bedingungen sind sie einen Versuch wert: Sie dämpfen die Sterne
kaum ab, können die Nebel aber noch etwas besser hervortreten
lassen.
Generell liefern UHC- und OIII-Filter bei Nebeln deutlich bessere
Ergebnisse, während für Sterne und Galaxien eine höhere
Vergrößerung effektiver ist, da dadurch der
Himmelshintergrund dunkler und der Kontrast besser wird. Ein eher ungewöhnlicher Einsatzzweck sind Planeten,
obwohl diese sich gegen die Lichtverschmutzung ohnehin gut durchsetzen
können. Gerade Jupiter gefällt mir durch einen CLS-Filter
überraschend gut, da so die Wolkenbänder detailreicher
erscheinen. Auch bei Mars soll sich der Einsatz lohnen. Der Grund
dafür liegt teilweise auch in der Dämpfung von
überschüssigem Licht, sodass man bei der Beobachtung nicht
geblendet wird. Für diese beiden Planeten ist auch der Baader Neodym Moon & Skyglow Filter interessant. CLS-Filter
gehen auch gegen die "himmlische
Lichtverschmutzung" vor: Bei Nacht Tag werden durch die Sonnenstrahlung
Ozon-Moleküle in der Erdatmosphäre gespalten, um bei Nacht
wieder zu rekombinieren – dabei entsteht Licht, dass diese Filter
ausblenden. Dabei wird ein größerer
Bereich des Spektrums abgedämpft (etwa zwischen 540 und 630 nm,
also Grün, Gelb und Orange), sodass die Vorteile bei der
Deep-Sky-Beobachtung eher dezent sind. Die Bezeichnungen der verschiedenen Hersteller variieren zum Teil,
sodass Sie sich die Durchlasskurven der Filter genau ansehen sollten
oder auf Erfahrungen (z.B. im Forum)
zurückgreifen sollten. Die als Skyglow bezeichneten Filter von
Baader Planetarium und von Orion unterscheiden sich zum Beispiel
deutlich voneinander. |
Linsenteleskope mit einem zu schnellen Öffnungsverhältnis
zeigen einen blauen Farbsaum um helle Objekte. Vor allem kurzbauende
Refraktoren, die eigentlich als Richfield-Teleskope oder Kometensucher
ausgelegt, leiden darunter. Ein Filter, der blaue Licht einfach
ausblendet, sorgt dafür, dass auch bei höheren
Vergrößerungen scharfe Sterne möglich sind. Dabei geht
zwar die Information verloren, die im blauen Licht enthalten ist,
allerdings werden so höhere Vergrößerungen
möglich. Diese Filter kaschieren also die Design-Fehler zu kurzer
Achromate. An Apochromaten und Spiegelteleskopen sind sie
überflüssig. |
Ein UV/IR-Filter wirkt wie ein Klarglas und hat für die visuelle Beobachtung keinen Effekt. Das Einsatzgebiet dieser Filter ist die Fotografie: Linsenteleskope sind im ultravioletten und infraroten Bereich des Farbenspektrums nicht farbkorrigiert, während Kameras dort noch empfindlich sind. Ohne UV/IR-Sperrfilter können Kameras somit unscharfe Bilder liefern, selbst wenn Sie perfekt fokussiert haben. Gelegentlich
werden diese Filter auch als zusätzliche
Filter für die Sonnenbeobachtung empfohlen: Wenn Sie sich nicht
sicher sind, dass Ihr Objektivfilter unsichtbare Strahlung wirklich komplett
ausblendet,
können Sie zusätzlich einen UV/IR-Sperrfilter einsetzen –
selbst wenn
er bei Ihrer Teleskop-Filter-Kombination nicht nötig ist, schadet
er auf keinen Fall. Sicher ist sicher – UV- und IR-Strahlung nehmen wir
nicht
wahr, sondern wir merken die Schäden, die sie anrichten, erst im Nachhinein. Daher wird
häufig zur Kombination von Sonnenfilterfolie mit einem
UV/IR-Filter geraten. |
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Ein U-Filter ist das genaue Gegenteil eines UV/IR-Sperrfilters. Er lässt nur die ultraviolette Strahlung durch, jedoch kein sichtbares Licht. Damit ist er ebenfalls für die Fotografie ausgelegt, allerdings möglichst mit Spiegelteleskopen, da die Linsen eines Refraktors UV-Strahlung teilweise schlucken und das Bild zu dunkel wird. Sinnvoll ist dieser Filter für die Fotografie der Venus, deren Wolkendecke im UV Details zeigt. In der Kamera darf dann aber auch kein weiterer UV-Sperrfilter vorhanden sein. |
Farbfilter liegen zwar vielen Okularkoffern bei, sind jedoch vor allem etwas für ambitionierte Planetenbeobachter. Falls Sie nicht wissen, was Violett Clearing auf Mars ist, benötigen Sie höchstwahrscheinlich auch keine Farbfilter... Die Effekte diese Filter sind eher dezent. Sie helfen dabei,
schwache Details etwas besser wahrnehmbar zu machen. Um sie ausreizen
zu können, sollten Sie bereits etwas Beobachtungserfahrung gesammelt
haben. Vor allem gilt: Die Filter sind vor allem für ernsthafte Planetenbeobachter
sinnvoll. Falls Sie nur gelegentlich einen Blick auf die Planeten
werfen, benötigen Sie sie in der Regel nicht. Teilweise hilft auch ein Grau-
oder Polfilter bei der Planetenbeobachtung: Helle Planeten können
gerade bei niedrigeren Vergrößerungen blenden, sodass Sie
nicht alle Details erkennen können. Ein leichter Graufilter kann
hier helfen – vor allem, wenn Sie nicht so hoch vergrößern können, dass der Planet dunkel genug wird. Im Detail können die Filter für die folgenden Zwecke eingesetzt werden: Rot Orange Gelb, Dunkelgelb Gelb/Grün Grün Blau Auch mit Filter bleiben diese Details aber anspruchsvolle Ziele, die
häufig am Rande der Wahrnehmbarkeit liegen können. |
Der Griff zu den kleineren 1,25"-Filtern ist schon aus
Kostengründen naheliegend, aber nicht immer sinnvoll. Es hat schon
seinen Grund, warum auf dem Gebrauchtmarkt immer wieder 1,25"-Filter
auftauchen, aber so gut wie nie 2"-Filter. Lediglich, wenn Ihr Teleskop
nur eine 1,25"-Okularaufnahme hat, brauchen Sie sich darüber keine
Gedanken zu machen. Nebelfilter (UHC, OIII) machen auch bei niedrigen Vergrößerungen und großen Gesichtsfeldern Spaß, also in Kombination mit 2"-Okularen. Viele Nebel sind ohnehin sehr ausgedehnt oder wirken besser, wenn Sie noch ein paar Sterne in der Umgebung sehen. Wenn möglich, kaufen Sie daher gleich die 2"-Variante der Nebelfilter. Gute Reduzierstücke von 2" auf 1,25" haben auch ein Filtergewinde, sodass Sie den Filter beim Okularwechsel nicht umschrauben müssen. Auch "Allzweck-Filter" wie Anti-Lichtverschmutzungsfilter oder
Filter zur Unterdrückung des Farbfilters werden Sie bei allen
Vergrößerungen verwenden wollen (abhängig von der
Stärke des Farbfehlers natürlich), hier lohnt sich der Griff
zum größeren Exemplar daher ebenfalls. Farbfilter kommen an Planeten bei hoher
Vergrößerung zum Einsatz, hier ist eine 2"-Variante in den
meisten Fällen sinnlos – 1,25" langen völlig. |
Einfache Farbfilter gibt es für eine Handvoll Euro, während spezielle H-Alpha- oder OIII-Filter rasch ein paar hundert Euro kosten können. Der Grund liegt in der Herstellung, bzw. in der speziellen Funktionsweise. Ein einfacher Farbfilter oder Breitbandfilter blockt ab einer
bestimmten Wellenlänge alles ab, wobei die Kante mehr oder weniger
abrupt verlaufen kann. Im Prinzip ist so ein Filter nichts anderes als
farbiges Glas, das plan geschliffen und poliert wurde. Er lässt sich
durch die Zugabe von Mineralien recht günstig herstellen, das Glas
schluckt oder reflektiert dabei einfach die unerwünschten Farben. Nebelfilter sind dagegen Linienfilter, die nur eine spezielle
Wellenlänge (oder mehrere ausgewählte Wellenlängen)
durchlassen sollen. Sie basieren nicht auf der Absorption oder
Reflexion aller anderen Farben, sondern auf Interferenz: Das Licht
besteht einem physikalischen Modell zufolge aus Wellen. Diese werden
zwischen den Oberflächen des Filters hin- und hergeworfen und
können sich gegenseitig auslöschen, wenn das Filterglas die
richtige Dicke hat. Dieser Vorgang heißt Interferenz, durch
geschickte Wahl der Glassorte und perfekten Dünnschliff lassen
sich so Filter herstellen, die nur die gewünschten
Wellenlängen passieren lassen. In der Herstellung sind sie
natürlich viel aufwändiger als einfache Farbfilter und somit
auch teurer. Die besonders engbandigen H-Alpha-Filter für die
Sonnenbeobachtung sind häufig kippbar gelagert, sodass die
Lichtstrecke im Glas so eingestellt werden kann, dass nur die
gewünschte Wellenlänge passieren kann, während alle
anderen ausgelöscht werden. Das ist schon deshalb nötig, da
die Dicke des Filters sich ändert, wenn er warm wird, und sich damit das Durchlassfenster ändert. Für einige
Sonnenfilter gibt es daher Heizungen für die Temperaturkontrolle –
nur so kann bei ihnen sicher gestellt werden, dass sie immer nur die
H-Alpha-Linie passieren lassen. |
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