

Ein Protuberanzenansatz lässt nur das
H-Alpha-Licht passieren und blendet die
Sonne aus, sodass die Protuberanzen
deutlich sichtbar werden. Bild: A. Kerste
Ein recht neues Gebiet der Sonnenbeobachtung für Amateure ist die H-Alpha-Beobachtung. Professionelle Astronomen studieren die Sonne zwar schon lange im Licht der H-Alpha-Linie, allerdings sind H-Alpha-Filter erst seit einigen Jahren auch für Amateure bezahlbar geworden. Aber auch heute sind H-Alpha-Teleskope sehr aufwendig zu konstruieren, da sie nur Licht der Wellenlänge 656,3 Nanometer durchlassen – das Durchlassfenster ist dabei weit unter einen Nanometer breit. Die H-Alpha-Filter, die für die Deep-Sky-Beobachtung ausgelegt sind, haben ein Durchlassfenster von etwa zehn oder sogar noch mehr Nanometern und sind für die Sonnenbeobachtung ungeeignet. Selbst, wenn sie dicht genug wären, um die Sonnenstrahlung auf ein ungefährliches Maß abzudämpfen, würden die Strukturen auf der Sonnenoberfläche vom dem Licht überstrahlt werden, das eine leicht andere Wellenlänge als die H-Alpha-Linie hat.
H-Alpha-Filter für die Sonnenbeobachtung sind daher eine komplexe Sache und sehr teuer. Vor das Objektiv kommt ein Energieschutzfilter, der nur das rote Licht passieren lässt und so verhindert, dass der aus Kostengründen sehr kleine eigentliche H-Alpha-Filter zu heiß wird. Dazu kommen noch weitere Schutzfilter, die das übrige störende Licht ausblenden. Da sich der Durchlass des H-Alpha-Filters verändert, wenn er sich durch das Sonnenlicht erwärmt, muss er kippbar gelagert sein, sodass die H-Alpha-Linie immer exakt eingstellt werden kann.
Eine besondere Form des H-Alpha-Filters ist der Protuberanzenansatz. Hier wird die Sonne durch einen Kegel ausgeblendet, und durch einen etwas breitbandigeren und günstigeren H-Alpha-Filter können die Protuberanzen am Sonnenrand beobachtet werden. Die Sonnenoberfläche bleibt so jedoch unbeobachtbar.
In den letzten Jahren sind mehrere Teleskope auf den Markt gekommen, die eine vergleichsweise günstige Sonnenbeobachtung ermöglichen. Bei diesen Geräten sind die Filter fest eingebaut, was eine sichere Beobachtung garantiert.
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