| Astronomie.de der Treffpunkt für Astronomie |
Astronomie und Astrologie - ein schwieriges Verhältnis |
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Unter Astronomie wird jener Zweig der Naturwissenschaften verstanden, der sich mit der Erforschung des Weltraums beschäftigt. Unter Astrologie versteht man hingegen die Praxis des Deutens von Horoskopen. Heutige Astronomen lehnen die Astrologie quasi durchgehend ab. Dennoch hat Astronomie.de auch zum Thema Astrologie einen eigenen Homepagebereich eingerichtet, um in sachlicher Weise über die unterschiedlichen Argumente und Auffassungen zur Astrologie zu informieren und auch eine entsprechende Diskussionsmöglichkeit anzubieten. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: -- Umfragen zufolge können gut 40 % der Besucher deutscher Volkssternwarten und Planetarien nicht sicher zwischen den beiden Begriffen „Astronomie“ und „Astrologie“ unterscheiden (siehe E. Wunder 1995: Regiomontanusbote 3/1995, S. 3-14; E. Wunder & D.B.Herrmann 1998: Sterne und Weltraum 8-9/1998, S. 732-735). Noch größer dürfte die entsprechende Unkenntnis in der allgemeinen Bevölkerung sein. Schon allein aufgrund der Ähnlichkeit der beiden Begriffe kommt es immer wieder vor, dass astronomische Institutionen auch Anfragen zur Astrologie erhalten – so auch Astronomie.de. Eine Auskunfts- und Diskussionsverweigerung würde populäre Stereotype über engstirnige, dogmatische Wissenschaftler nur bekräftigen. Dieser Homepagebereich von Astronomie.de stellt deshalb einige Informationen zur Astrologie zur Verfügung. -- Astrologische Vorstellungen sind heute in der Bevölkerung in mancherlei Hinsicht weiter verbreitet als astronomisches Wissen. Den erwähnten Umfragen zufolge kennen beispielsweise 98 % der Besucher von Volkssternwarten und Planetarien ihr astrologisches Tierkreiszeichen. Aber zwei Drittel der Befragten hielten den Polarstern fälschlicherweise für „den hellsten Fixstern am Firmament“ – sie können also den Polarstern noch nie bewusst am Himmel gesehen haben. Als weit verbreitetes soziales Phänomen der heutigen Zeit verdient die Astrologie Aufmerksamkeit, es besteht ein entsprechender Informationsbedarf. -- Wie bei jedem beliebigen Thema, so gilt auch hier: Fundierte Urteile erfordern fundiertes Wissen. Wer Astrologie auf seriöse Weise beurteilen möchte, der muss sich genaue Kenntnisse darüber aneignen, (a) was heutige Astrologen eigentlich annehmen oder praktizieren, (b) welche methodisch angemessenen Studien es dazu gibt, um diese Annahmen zu überprüfen, sowie (c) auch Wissen aus verschiedenen Bereichen, die für solche Prüfungen hilfreich oder sogar unablässig sind (z.B. Psychologie, Statistik, Astronomie u.a.m.). Ohne derartiges fundiertes Wissen wird man nicht nur dem Thema nicht gerecht, sondern auch nicht den Vertretern bestimmter Thesen. Aus Unkenntnis heraus getroffene Urteile schrecken besser Informierte nur ab. Das gilt für Anhänger wie Kritiker der Astrologie gleichermaßen. Astronomie.de will mit diesem Homepagebereich dazu beitragen, die Verbreitung dieses zur Beurteilung notwendigen Wissens zu fördern. -- Die Astronomie ist dabei in zweierlei Hinsicht angesprochen: Einerseits waren Astronomie und Astrologie über einen sehr langen historischen Zeitraum hinweg eng miteinander verflochten. Erst im 17. Jahrhundert trennten sich ihre Wege endgültig. Andererseits wird behauptet, Horoskope hätten eine astronomische Grundlage. Indem die Astrologie traditionell von der Vorstellung ausgeht, es bestünde eine wie auch immer geartete Beziehung zwischen der „Welt der Gestirne“ und der „Welt der Menschen“, drängt sich zwangsläufig die Frage auf, was denn jene Wissenschaft, die die „Welt der Gestirne“ zum Gegenstand hat – also die Astronomie –, zu all dem zu sagen hat. -- Die Astronomie ist aber sicherlich nicht die einzige – ja nicht einmal die wichtigste – wissenschaftliche Disziplin, die zu einer angemessenen Beurteilung der Astrologie heranzuziehen ist. Dazu sind auch Erkenntnisse und Methoden z.B. der Psychologie, der Soziologie, der Religionswissenschaft, von Geschichtswissenschaften wie beispielsweise der Assyriologie, der Statistik, Physik und vieler anderer Disziplinen zu bedenken. Nur eine solche interdisziplinäre Perspektive kann der Astrologie wirklich gerecht werden. Diskussionen um Astrologie können deshalb auch als eine gute Übung angesehen werden, über den rein astronomischen Tellerrand hinaus zu blicken und zu lernen, sich einem Untersuchungsgegenstand interdisziplinär zu nähern, soweit es notwendig ist. -- Eine kritische Beschäftigung mit der Astrologie wirft auch interessante Fragen nach den Grundlagen und Grenzen wissenschaftlicher Zugriffs- und Aussagemöglichkeiten auf. Beispielsweise ist sowohl die Position, etwas sei grundsätzlich „unmöglich“, als auch die Meinung, Astrologie sei bloße „Glaubenssache“ (d.h. man könne hier mit wissenschaftlichen Methoden gar nichts prüfen) bei genauerem Hinsehen kaum haltbar. Diskussionen um Astrologie können in sinnvoller Weise dazu anregen, über allgemeine wissenschaftsphilosophische Probleme nachzudenken. -- Zweifelsohne existieren einige gut belegte Einflüsse kosmischer Faktoren auf irdisches Geschehen (z.B. Gezeiten, Polarlichter). Manche andere behauptete Einflüsse existieren hingegen lediglich im Reich menschlicher Fantasie, wie verschiedene gut belegte Studien zeigen (z.B. werden bei Vollmond nachweislich nicht mehr Kinder geboren als zu anderen Mondphasen auch). Dazwischen gibt es eine Grauzone von Behauptungen, deren Realitätsstatus bis auf weiteres unklar ist. Dies scheint für viele Menschen auch die Annahmen der Astrologie plausibel zu machen. Auch sollte nicht alles, was nicht in unser gegenwärtiges wissenschaftliches Weltbild zu passen scheint, per se als „Unsinn“ verdammt werden. Angesagt ist deshalb eine nüchterne, differenzierte Betrachtung der jeweiligen Behauptungen. -- Für manche Menschen ist Astrologie ein „Reizthema“, das zu heftigen Emotionsausbrüchen, Versuchen der Lächerlichmachung Andersdenkender und anderen Unsachlichkeiten führt. Das Thema Astrologie eignet sich deshalb hervorragend (im Sinne einer Herausforderung), um ziviles, undogmatisches und faires Argumentieren zu üben und sich sachlicher Kritik und Forderungen nach Belegen zu stellen, wie es den Spielregeln im Wissenschaftsbetrieb entspricht. -- Die öffentliche Debatte um Astrologie ist durch viele unzutreffende Stereotype geprägt, die oft nicht als solche erkannt werden. Es ist hilf- und aufschlussreich, solche Vorurteile zu identifizieren und somit das Niveau der Kontroverse um die Astrologie zu erhöhen. -- Schließlich ist vielen Menschen nicht bewusst, dass die Astrologie schon Gegenstand zahlreicher empirischer Forschungsarbeiten war. Den entsprechenden Forschungsstand zu vermitteln, ist eine noch weitgehend unerfüllte Aufgabe der Popularisierung von Wissenschaft. Dies sind gute Gründe, warum es sinnvoll ist, im Rahmen von Astronomie.de einen eigenen Bereich zur Astrologie einzurichten. Erstaunlicherweise führt dies zuweilen aber auch zu Missverständnissen. Die häufigsten davon sind: -- Sind die Personen, die für diesen Homepagebereich verantwortlich sind, Astrologiegläubige? – Nein, sie stehen der Astrologie kritisch gegenüber. -- Soll mit diesem Homepagebereich die Astrologie bekämpft werden? – Nein, es geht schlicht darum, ein Informationsstand zu einem zweifelsohne kontroversen Themenfeld zu etablieren, auf der Grundlage des heutigen Forschungsstandes. -- Werden damit Astronomie und Astrologie in einen Topf geworfen? – Nein, ganz im Gegenteil: die Unterschiede zwischen diesen beiden Bereichen sollen besser herausgearbeitet und vermittelt werden, aber ohne Berührungsängste und Tabuisierungen. -- Soll damit unterstellt werden, die Astrologie sei ein Thema, mit dem sich jeder astronomisch Interessierte auseinandersetzen sollte? – Keineswegs, sie ist lediglich eines von vielen speziellen Gebieten, das man, wenn man möchte, aus astronomischer bzw. interdisziplinärer Perspektive behandeln kann.
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Der Homepagebereich wurde im Jahr 2001 von Michael Risch gegründet und wird seit August 2004 von Edgar Wunder betreut. Er besteht zur Zeit aus:
-- Der vorliegenden Startseite, die der Erklärung der Motive dient, warum es diesen Homepagebereich gibt und in welcher Weise die Thematik hier behandelt werden soll. -- Einer Informationsseite Argumente von Anhängern der Astrologie -- Einer Informationsseite Argumente von Kritikern der Astrologie |
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