Sterne und Weltraum 3 / 2019

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Können Sie sich eine Strecke von 6,6 Milliarden Kilometern Länge vorstellen? So weit war der winzige Himmelskörper 2014 MU69 von der Erde entfernt, als die Sonde New Horizons am 1. Januar an ihm vorbeiflog. Licht benötigt mehr als sechs Stunden, um diese Distanz zurückzulegen. Nun ist die Lichtgeschwindigkeit für unsere Alltagsvorstellung kein vernünftiges Maß. Versuchen wir es also mal so: Wenn Sie mit Ihrem Auto mit Tempo 100 unterwegs sind – wie lange müssten Sie dann fahren, bis sie an besagtem Ziel ankämen? Na ja, 66 Millionen Stunden, werden Sie sagen. Das war ja noch einfach zu rechnen. Und wie viel ist das in Jahren? Schon etwas schwieriger. Das Ergebnis: rund 7500. Das Auto hätte also bereits in der europäischen Mittelsteinzeit losfahren müssen, um heute dort anzukommen. Die Raumsonde New Horizons schaffte das immerhin in 13 Jahren.

Asteroidenforschung: Premiere in den Tiefen des Kuipergürtels Können Sie sich eine Strecke von 6,6 Milliarden Kilometern Länge vorstellen? So weit war der winzige Himmelskörper 2014 MU69 von der Erde entfernt, als die Sonde New Horizons am 1. Januar an ihm vorbeiflog. Licht benötigt mehr als sechs Stunden, um diese Distanz zurückzulegen. Die Raumsonde New Horizons schaffte das immerhin in 13 Jahren. Das ist kurz genug, um – inklusive Planung, Entwicklung und Bau einer Sonde – in eine Wissenschaftlerkarriere hineinzupassen. Das Team der Mission New Horizons hatte allen Grund zur Freude: Nachdem die Sonde im Jahr 2015 bereits spektakuläre Aufnahmen vom Zwergplaneten Pluto zur Erde gesandt hatte, folgte nun ein präziser Vorbeiflug an einem noch weiter entfernten Himmelskörper – eben 2014 MU69, von den Teammitgliedern passend »Ultima Thule« genannt. Ultima Thule ist das erste kleine Mitglied des Kuipergürtels, das von einer Raumsonde aus der Nähe untersucht wurde. Das Objekt ist ein Kontaktdoppelkörper und ein de facto unverändertes Relikt aus der Entstehungszeit des Sonnensystems. Die Übertragung der Daten von New Horizons hat gerade erst begonnen und wird rund 20 Monate benötigen. Wir haben alles Wichtige für Sie zusammengefasst (siehe ab Seite 28).

Teleskoptechnik: Der Stoff, aus dem die Spiegel sind: Zerodur Die Glaskeramik Zerodur erlaubt die Herstellung hochpräziser Teleskopspiegel. Dieses Lithium-Aluminium-Silikat besitzt eine verschwindend geringe thermische Ausdehnung und ist damit seit 50 Jahren für den Teleskopbau prädestiniert. Bei heutigen Großteleskopen garantieren die besonderen Materialeigenschaften eine gleich bleibend hohe Bildqualität. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: Auch für die kommende Generation extrem großer Teleskope bleibt Zerodur bestimmend: Die Spiegelträger des für 2025 geplanten Extremely Large Telescope (ELT) mit 39 Meter Durchmesser bestehen aus Zerodur. Dies ist eine gute Gelegenheit, um auf diese Erfolgsgeschichte zurückzublicken und einen Blick auf das in Planung befindliche ELT-Projekt der ESO zu werfen (ab Seite 42).

 

Lesen Sie außerdem alles zu den Themen:

  • Blick in die Forschung
    • SuW im Bild Die Dreiecksgalaxie M 33
    • Nachrichten Chang’e-4: China landet auf der Rückseite des Mondes • Eine Kollision im Asteroidengürtel? • Weiße Zwerge kristallisieren • Marsonde InSight kommt gut voran • Der farbige Hauch eines sterbenden Sterns • Mondfinsternis mit Einschlag • Gustav A. Tammann (1932 – 2019)
    • Kurzberichte Eine Ellipse und zwei Löcher • Mit 30 Prozent der Lichtgeschwindigkeit ums galaktische Zentrum • Vom Galaxienwind verweht

 

  • Welt der Wissenschaft Infografik: Kleine Körper im Sonnensystem • Asteroidenforschung: Ultima Thule und New Horizons - Ein Überblick • The world at night: Sternstrichspuren über El Hierro
    • Aktuelles am Sternenhimmel Monatsthema: • Feldstechertipp:
    • Der Himmel im Überblick Bühne frei für die hellen Planeten • Astronomische Ereignisse • Abend- und Morgenhimmel
    • Das Sonnensystem Die Planeten: Früh aufstehen lautet die Devise • Fernglastipp: Mars besucht die Plejaden • Sternbedeckungen durch den Mond im März 2019 • Sonne aktuell: Im Minimum angekommen? • Kleinplaneten: (92) Undina besucht NGC 3193 • Meteore: Der Monat der Sporadischen • Kometen: 46P/Wirtanen entschwindet</li></ul>
    • Objekte des Monats NGC 4725: Helle Balkenspirale im Haar der Berenike • Der Veränderliche des Monats: Delta Cephe

 

  • Astronomie und Praxis
    • Monatsthema Astronomietag 2019: Wie dunkel ist mein Nachthimmel
    • Beobachtungen Besuch beim Supernovajäger
    • Wunder des Weltalls Mondfinsternis am 21. Januar 2019
    • Astroszene Die BoHeTa 2018 im Zeichen der Fernastronomie
    • Leserreise Kanaren: der Astrourlaub am Meer und/oder in den Bergen

Und viele Surftipps, Nachrichten, Termine, Leserbriefe, Neuerscheinungen, Nachdenklichem, Kreuzworträtsel, Kleinanzeigen, Autoren, Glossar.

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