20. Woche - Messier 81, immer wieder gern ein astrofotografisches Ziel

 -  Astrofoto der Woche

Bildautor: Jürgen Beisser

Messier 81 im Großen Bären dürfte neben dem Andromedanebel eine der meistfotografierten Galaxien sein. Das heutige AdW stammt von Jürgen Beisser. Norden ist oben, Osten links bei einer Bildfeldgröße von 37,3' x 27,9'. Die Aufnahme entstand am 24., 25., 26. und 27.02.2019 in Lilienthal bei Bremen mit einem achtzölligen Meade ACF und einer Kamera des Typs QSI 583 wsg. Die Öffnung von 203 mm ergibt mit der von 2000 auf 1600 mm reduzierten Brennweite ein Öffnungsverhältnis von 1:7,9. Belichtet wurde wie folgt: 35 x 600 s (L), je 10 x 600 s für R und G, dazu 11 x 600 s für B. Insgesamt waren das 11 Stunden. Bildbearbeitung mit PixInsight (PI) und Photoshop CC; Farbkalibration anhand von Feldsternen mittels "Photometric Calibration" in PI. LRGB-Filtersatz von Astrodon. Die Halbwertsbreite des R-Filters ist mit 60 nm verhältnismäßig schmal, sodass i.d.R. bei Galaxien keine Hα-Aufnahmen eingemischt werden müssen, um die HII-Regionen darzustellen.

Für Astronomie-Interessierte jetzt die gewohnten Informationen über das Aufnahmeobjekt und seine Umgebung. M 81 ist eine der wenigen nahegelegenen, großen Galaxien außerhalb der Lokalen Gruppe. Ihr scheinbarer Durchmesser wird üblicherweise mit 26,9' x 14,1' angegeben. Das entspricht einem wahren Durchmesser von ca. 90.000 Lichtjahren. M 81 ist rund 11,8 Mio. Lj entfernt, gehört also zum „local volume“. Darunter versteht man den extragalaktischen Bereich von rund 35 Mio. Lj Radius um unsere Milchstraße. M 81 hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 6,9 mag. Sie repräsentiert den Typus SA(s)ab, besticht also durch einen hellen gelben Kern in einem ausgedehnten Bulge. Um ihn herum erkennt man verhältnismäßig symmetrisch angeordnete dünne Spiralarme mit bläulicher Eigenfarbe. Das zeigt bereits, dass hier aktive Sternentstehung stattfindet. Belegt wird dies durch zahlreiche kleine diffuse Flächenobjekte. Es handelt sich um blaue Sternassoziationen, die oft von rot leuchtenden HII-Regionen begleitet werden. Zwischen Bulge und den Spiralarmen befinden sich ausgedehnte Komplexe von Dunkelwolken.

Ebenso wie die Milchstraße und der Andromedanebel von kleinen Begleitgalaxien umgeben sind, so steckt auch M 81 (zusammen mit der Partnergalaxie M 82) in einer großen Menge aus rund 60 Einzelgalaxien. Diese so genannte M81-Gruppe, die überwiegend aus Zwerggalaxien besteht, ist das Ziel ständiger astronomischer Forschungsarbeiten. Zwei Zwerggalaxien sind hier im AdW zu sehen. Das ist erst einmal die irreguläre Holmberg IX bei den Pixelkoordinaten (695/1293). Und wer genauer hinschaut, bemerkt sogar ein wesentliches Fetail von Holmberg IX: die HII-Region [MH94a] Ho IX 9/10. Entdeckt wurde diese HII-Region zusammen mit wweiteren im Jahr 1994 von Miller und Hodge, daher diese seltsam anmutende Bezeichnung. Ein zweiter winziger Zwerg (ebenfalls irregulär) sitzt auf der Westseite von M 81 bei den Pixelkoordinaten (2423/1706). Dieses extrem unscheinbare Wölkchen heißt K68 3N, entdeckt 1968 von der russischen Astronomin Karachentseva. Das Objekt wird auch als LEDA 28529 katalogisiert.

Der Bildautor merkt an: „Die Fragestellung war, ob trotz des kleinen Öffnungsverhältnisses und mit einer schon etwas älteren CCD-Kamera (KAF-8300 Sensor) bei mäßigem Himmel eine gute Tiefe erreicht werden kann. Zu meinem Erstaunen sind hellere Teile des galaktischen Zirrus bereits sichtbar, ebenfalls z.B. die HII-Regionen Ho IX MH9 und MH10. Die Sternabbildung heller Sterne ist systembedingt (modifizierte SC-Optik mit Restkoma) nicht optimal, auf kosmetische Verschönerung der Sternabbildung wurde aber bewusst verzichtet.

Wir bedanken uns für das interessante Bild und gratulieren herzlich zum AdW.

Peter Riepe

 

Koordinaten von M 81 (J2000.0):
RA = 09 h 55 min 33 s, DE = +69° 03' 55"

 

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