10. Woche - Die Milchtraße über der Nordsee

 -  Astrofoto der Woche

Weitwinkelige Aufnahmen haben etwas für sich! Und ein Milchtraßenpanorama hat immer seinen eigenen Reiz. Fachgruppenmitglied Klaus Völler gelang am 13.10.2020 in Hörnum auf Sylt dieser prachtvolle Anblick nach Westen, hinaus auf die Nordsee. Darüber erhebt sich die Milchstraße, hier als Panorama aus drei Einzelbildern zusammengesetzt. Aufnahmeoptik war ein Sigma Art 20 mm f/2, dazu als Kamera eine astromodifizierte Canon 6D. Bei ISO 6400 entstanden die drei Bilder mit jeweils 6 x 13 Sekunden Belichtungszeit. In PixInsight erfolgte eine Bildebnung und ein leichtes Entrauschen. Die Zusammenführung geschah mit Photoshop und der Funktion Photomerge.

Direkt über dem Horizont liegen dichte Kumuluswolken, man könnte sie glatt mit der Silhouette einer Stadt verwechseln – aber da ist ja nichts dergleichen. Am Horizont dürfte eine der kleinen Lichterglocken vom Leuchtturm der Nordseeinsel Helgoland stammen. Über der Schicht aus Kumuluswolken befinden sich leichte Schichtwolken. Am Fußpunkt der Milchstraße im Sternbild Schütze lassen sich die roten Gasnebel M 16 und M 17 bei den Pixelkoordinaten (2543/5755) bzw. (2464/5860) ausmachen. Dazu bitte das Originalbild herunterladen, sonst sieht man diese kleinen Details nicht. Halblinks in den Wolken schimmert Jupiter bei (1574/5898) durch, knapp links darüber am Wolkenrand Saturn. Hoch ragt die Sommermilchstraße über die Sternbilder Schild, Adler und Schwan bis in den Cepheus empor. Das Sommerdreieck besteht aus den Sternen Atair, Wega und Deneb. Bei Deneb zeichnet sich der Nordamerikanebel ab. Im Sommerdreieck liegt kontrastreich die hellste Partie der nördlichen Milchstraße im Sternbild Schwan. Das Bild macht auch deutlich, wie das „Cygnus Rift“ als Staubband ab dem Nordamerikanebel abwärts die Milchstraße in zwei Hälften aufteilt, dann bis zum Centaurus als „Great Rift“ bezeichnet. Etwas oberhalb von Deneb, bei (2493/1101) ist der Cepheusnebel IC 1396 schwach, aber deutlich zu sehen.

Anmerkungen: Solche Weitwinkelaufnahmen vermitteln – so wie die früheren Weitwinkelfotos auf Diafilm – ein unmittelbares Naturerlebnis. Man kann sich als Betrachter des Motivs gut vorstellen, welche Eindrücke der Bildautor bei diesem prachtvollen Anblick empfunden hat. Das Bild ist vom natürlichen Anblick her ein Hochformat, deswegen soll es hier auch so gezeigt werden. Der Aufnahmezeitpunkt ist gut gewählt: Senkrecht steht die Milchstraße über der See.

Der Bildautor hat mit diesem Panorama ein Bildfeld von rund 83° Breite und 113° Höhe erfasst. Das ist nicht nur weitwinkelig, sondern schon superweitwinkelig. Darüber darf man getrost das Rauschen und in den Ecken die optisch bedingte Verzeichnung der Sterne vergessen. Hier zählt allein der Gesamteindruck!

Klaus Völler ein dickes Dankeschön für das eingereichte Motiv! Und wir gratulieren herzlich zum Astrofoto der Woche!

 

Peter Riepe
Bildautor: Klaus Völler

 

 

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