12. Woche: Der Supernova-Überrest IC 443

 -  Astrofoto der Woche  - 

Im Sternbild Zwillinge liegt knapp 45° ostnordöstlich des Sterns Eta Geminorum ein Nebel mit sichelförmiger Gestalt. Er bildet mit schwächeren Anteilen südwestlich davon ein rundliches Gebilde, das an eine Qualle erinnert. Daher stammt auch der englische Name "Jellyfish Nebula" ("Quallen-Nebel"). Seine oben angegebenen Koordinaten (2000.0) beziehen sich auf das Zentrum der Wolke, Katalogangaben beziehen sich oftmals nur auf die helle Nordostschale. Bei IC 443 handelt es sich um eine expandierende Gaswolke, das Überbleibsel einer Supernova-Explosion. Eine Entfernung von 4900 Lj scheint am besten zu passen. Das Alter ist unbestimmt.

Wie alle Gasnebel, so senden auch Supernova-Überreste (SNR) im sichtbaren Spektralbereich die Balmerlinien des ionisierten Wasserstoffs aus: H-Alpha = 656,3 nm (rot), H-Beta = 486,1 nm (blau), usw. Daneben ist noch das "verbotene" Emissions-Doublett des zweifach ionisierten Sauerstoffs stark vertreten: [O III] = 495,9/500,7 nm. Die [O III]-Linie ist von ihrer Intensität durchaus mit der H-Alpha-Linie vergleichbar. Im dunkelroten Bereich gibt es noch eine sehr auffällige Emission des ionisierten Schwefels [S II] = 671,7/673,1 nm.

Das AdW zeigt Norden links. Oben im Bild ist Eta Geminorum zu sehen. Bildautor Dr. Jürgen Stein setzte als Aufnahmeoptik einen Pentax 75 SDHF bei f = 500 mm auf Losmandy G11 ein. Als Kamera fungierte eine SBIG ST-2000XM, ausgestattet mit Astronomik-Filtern. Die Belichtung erfolgte ohne Binning an zwei Nächten, kürzlich in diesem Monat: H-Alpha: 28 x 10 min, RGB: 9 x 10 min / 5 x 10 min / 5 x 10 min (insgesamt 7 h 50 min). Die Aufnahmen wurden als H-Alpha-(R+H-Alpha)GB-Komposit verarbeitet.

RA = 06 h 16 min 36 s, DEK = +22° 33´

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