13. Woche - Der Rosettennebel - ein schönes letztes Beispiel

 -  Astrofoto der Woche  - 

Zweimal wurde der Rosettennebel bereits vorgestellt. Heute folgt eine dritte Aufnahme, gefiltert im Licht der drei Emissionslinien Hα, [S II] und [O III]. Dieses Bild (Norden rechts, Osten oben) ermöglicht eine abrundende Betrachtung, so dass die Vorstellung des Rosettennebels zunächst einmal umfassend abgeschlossen werden kann.

Was ist zu sehen? Zunächst bringt das aktuelle AdW sehr gut zum Ausdruck, wie die ionisierten Elemente im Rosettennebel verteilt sind. Der innerste Bereich mit der höchsten Anregung erstrahlt blau in der [O III]-Emission. Dadurch wird die Lage der zentralen „Höhle“ regelrecht plastisch sichtbar. Zur Erinnerung: Der Rosettennebel sitzt in der „Rosetten-Molekülwolke“ (z.B. Cox 1990). Die zentrale Höhlung beweist, dass molekulare Materie und leichte Elemente wie Wasserstoff, aus denen der Nebel besteht und aus denen auch die Sterne entstanden, bereits in wenigen Millionen Jahren weit nach außen weg transportiert wurden (Dorland et al., 1986). Wer macht so etwas? Antwort: Die im Zentrum entstandenen jungen Sterne selbst, mit ihrem Strahlungsdruck und besonders mit ihrem kräftigen Sternwind.

Weiter außen ist die Zone der Hα-Emission erkennbar (grün). Ganz außen schließt sich die Emission von [S II] an (rot). Man erkennt deutlich die Grenzgebiete, in denen die zerstörerische UV-Strahlung von NGC 2244 auf die ursprüngliche Molekülwolke trifft und an den leuchtenden Rändern („bright rims“) eine starke Ionisation bewirkt. Hier entstehen „Sterne der 2. Generation“.

Gerhard Henning ist neu in unserem Kreis der AdW-Astrofotografen. Wir begrüßen ihn mit einem herzlichen „Willkommen“ und beglückwünschen ihn zu diesem Ergebnis. Am 2. März 2014 hat er in Wachtberg eine Atik383L+ mit einem 300-mm-Objektiv von Mamiya (bei Blende 5,6) auf NGC 2244 gerichtet und 8 x 20 min Hα belichtet, 5 x 20 min [O III], 5 x 20 min [S II] und 3 x 2 min RGB. Alles geschah ohne Binning, lediglich die [S II]-Belichtung wurde 2x2 gebinnt. An Software wurden PixInsight und PS4 benutzt. Kommentar des Autors: „Mit dieser Aufnahme konnte ich das neue 300er Objektiv einweihen!“


Objektkoordinaten (2000.0):
RA = 06 h 31 min 55 s, DEK = 04° 56’ 30”

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