16. Woche: Die Galaxie NGC 2976

 -  Astrofoto der Woche  - 

Bruno Mattern schickte wieder einmal eine Galaxie, diesmal ein sehr selten gezeigtes Exemplar. Es gehört der Ursa-Major-Gruppe an, nämlich NGC 2976.

Die seltsame (= peculiäre) Galaxie befindet sich etwa 1,4° südsüdwestlich von M 81. Sie misst 5,9° x 2,7° bei einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 10,15 mag. NGC 2976 wird zwar als Spirale vom Typ SAc pec typisiert, besitzt aber weder einen Bulge noch irgendeinen Kern. Auch fehlen jegliche Spiralarme. Die Galaxienfläche wird von zahlreichen hellen Sternenwolken und dunklen Staubflecken durchsetzt, so dass sie regelrecht gesprenkelt wirkt. Legt man eine Entfernung von 11,8 Millionen Lj wie bei M 81/82 zugrunde, so ergibt sich aus dem scheinbaren Durchmesser ein wahrer Durchmesser von nur 20.000 Lj. Damit ist NGC 2976 von der Größe her um 33% kleiner als die Große Magellansche Wolke, kann deshalb auch keine echte Spiralgalaxie sein, denn die Arme können sich nur bei großen Spiralen ausbilden. Wir können also besser von einer Zwerggalaxie reden, die allerdings mit ihrer symmetrischen Scheibe einen "dicken Zwerg" darstellt.

Nach einer wissenschaftlichen Arbeit von Bronkalla, Notni und Mutter (1992) verfügt NGC 2976 über die äußere Form einer sphäroiden Zwerggalaxie, die später von einem Gasstrom durchdrungen wurde, so dass wieder eine Sternentstehung angefacht (= getriggert) werden konnte. Dies wäre recht einzigartig in der Welt der Zwerggalaxien. Tatsächlich zeigen radioastronomische Untersuchungen, dass ein intergalaktischer Gezeitenarm aus neutralem Wasserstoff M 81 mit NGC 2976 verbindet (Boyce et al., 2001).

NGC 2976 wurde am 4., 6. und 9.3.2010 in der Lüneburger Heide mit einem 12"-ACF, Giant Easy Guider f/6.5 bei 2000 mm Brennweite aufgenommen. Mit einer Canon EOS 20 Da (modif.) wurden 27 Aufnahmen zu 8 min und 1 Aufnahme zu 10 min belichtet (plus Autodark). Die Nachführung wurde mit einer ST-2000XM (Imager chip) über den GEG ausgeführt. Die Durchsicht war an den Tagen sehr gut, SQM-L Wert: 21,5 mag. Bruno schreibt mit klammen Fingern: "Kalt war es! Alles lief soweit gut, nur hat sich ein Laptop wahrscheinlich wegen Unterkühlung verabschiedet, der wird nun bei ähnlichen Temperaturen mit einer Terrarium-Heizmatte bei Laune gehalten."

Bearbeitet wurden die Aufnahmen mit: DSS, Fitswork und PS-CS4. Plugins: Astronomy Tools, GradientXterm. und Neat-Image.

RA = 09 h 47 min 15 s, DEK = +67° 54´ 59´´

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