16. Woche - IC 1613, eine Zwerggalaxie der lokalen Gruppe

 -  Astrofoto der Woche  - 

Rein von der Anzahl her besitzt die „Lokale Galaxiengruppe“ mehr Zwerggalaxien als große Mitglieder. Die großen drei Spiralen sind unsere Milchstraße, der Andromedanebel und die Dreiecksgalaxie Messier 33. Zur Schar der Kleinen gehört unter Anderem IC 1613, ein Zwerg des Typs IBm, also eine „Magellansche Zwerggalaxie“. Das Objekt trägt auch die Katalog-Nr. DDO 8 und ist prinzipiell ähnlich strukturiert wie die Große Magellansche Wolke, daher der Typus.
Das Wochenobjekt hat immerhin eine Ausdehnung von 16,2´ x 14,5´. Die scheinbare visuelle Helligkeit beträgt 9,9 mag. Im hellsten Teil wird eine maximale Flächenhelligkeit von 22,8 mag pro Quadratbogensekunde erreicht, damit ist IC 1613 unter besten Bedingungen auch visuell wahrzunehmen – allerdings als ein „harter Knochen“. Fotografisch sind im Nordostbereich einige H II-Regionen nachweisbar, die schon ein wenig älter sind, keine größeren Mengen an Staub umfassen und von daher typisch rot leuchten. Der Galaxienkörper ist in Einzelsterne aufgelöst, wobei farblich eine gute Trennung der roten und blauen Sterne gelungen ist. Der helle orangefarbene Stern nördlich der Zwerggalaxie ist HD 6375, ein 7,2 mag heller Riese vom Spektraltyp K0 und einem Farbindex B-V = 1,21 mag.
Günter Kerschhuber gelang diese tief belichtete Aufnahme im Oktober 2011 an der Sternwarte Gahberg. Er schreibt: „Bei dieser Aufnahme war mein Ziel, den vollen Farbumfang einzufangen und umzusetzen. Vielleicht wirkt das etwas zu ´amerikanisch´, hat aber mit den vielen Hintergrundobjekten für mich eine sehr räumliche Wirkung.“ Aufnahmeteleskop war ein ASA N10 bei 950 mm Brennweite, kombiniert mit einer SBIG ST-10 XME für die Aufnahmen im Luminanzkanal. Hier wurde insgesamt 7,8 Stunden belichtet. Dazu kamen die Farbaufnahmen, angefertigt mit einem ASK8 bei 540 mm Brennweite, einer Starlight SXV-H9 und Filtern von Baader, mit der Belichtungszeit von 2,7 Stunden (R), 2,4 Stunden (G) und 2,7 Stunden (B). Das macht zusammen 16 Stunden. Beide Teleskope wurden gemeinsam auf einer Montierung Gemini G42 nachgeführt. Die Vorteile dieses „Teleskop-Binnings“ sind unverkennbar: In relativ kurzer Zeit lässt sich erheblich mehr an Belichtungszeit abdecken! Benutzte Software: MaxIm, Astroart, PSP CS2, Fits Liberator sowie Regim zur Farbkalibration in B-V.

RA = 01 h 04 min 47 s, DEK = +02° 07´ 02´´

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