16. Woche: M 82, die interessante Nachbarin von M 81

 -  Astrofoto der Woche  - 

M 82 ist eine irreguläre Galaxie, die auch als "amorph" (= strukturlos) typisiert wird. Sie gleicht in ihrer Form einer Zigarre und ist in ausgedehnte Staub- und Gasmassen eingehüllt, die das amorphe Aussehen unterstreichen. Durch diese Materie wird das Licht der enthaltenen Sterne gestreut, was wiederum für eine hohe Flächenhelligkeit und damit auch für leichte Beobachtbarkeit sorgt. Einige markante, rotleuchtende H-Alpha-Filamente erstrecken sich vom Zentrum bis weit in den Außenbereich. Sie zeigen an, dass sich im Inneren der Galaxie eine heftige Sternentstehung abgespielt hat. Angetrieben von Supernova-Explosionen, expandieren diese Wasserstoff-Fetzen mit hoher Geschwindigkeit. Weitere Indizien für den Sternentstehungsausbruch (= starburst) sind die zahlreichen jungen "Supersternhaufen". Ferner gibt es viele dunkle Staubwolken, die das Aussehen von M 82 prägen.

Die Galaxie M 82 hat eine Ausdehnung von 11.2´ x 4.6´. Ihre scheinbare visuelle Helligkeit beträgt 8.4 mag. Geht man von einer Entfernung von 12 Millionen Lj aus - wie bei der "großen Schwester" M 81 - so kommt M 82 lediglich auf eine wahre Ausdehnung von 40.000 Lj. Damit ist sie nur etwa doppelt so groß wie die Große Magellansche Wolke.

Die detailreiche und wirkungsvolle Aufnahme stammt vom Astro-Team "50°10°" (benannt nach den Koordinaten ihrer Sternwarte in Lindelbach bei Würzburg). Gundbert Banik, Ralf Mündlein und Reinhard Nürnberger setzten dazu am 15. Januar 2005 ein 35-cm-Teleskop vom Typ Ritchey-Chrétien ein. Mit einer SBIG ST-10 XME wurde fokal (d.h. bei 3654 mm Brennweite) ein LRGB-Bild von insgesamt 3 h 15 min hergestellt. Sicher wäre diese Zeit auch kürzer zu halten gewesen, doch dank des hohen Signal/Rausch-Verhältnisses treten nun viele zarte Objektfeinheiten zutage.

M 82: RA = 09 h 55 min 52 s, DEK = +69° 40´ 49´´

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