19. Woche - NGC 3079 im Großen Bären

 -  Astrofoto der Woche  - 

Die Galaxie NGC 3079 im Großen Bären ist eine Balkenspirale, die nahezu von der Kante her zu sehen ist (edge-on). Gleichzeitig zählt sie zu den Seyfert-Galaxien (Typ 2). Charakteristisch für diese ist ein helles Kontinuum im nahen UV-Spektrum. Noch einige Jahre zuvor ging man davon aus, dass es sich hierbei um kurzwelliges, gestreutes Licht vom Seyfert-Kern der Galaxie handelt, der im Staub verborgen ist. Heute weiß man aber, dass im Kerngebiet aller Seyfert-Galaxien eine starke Sternentstehung stattfindet. NGC 3079 steckt in der Anfangsphase eines solchen „Starbursts“.

Die Galaxie hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 10,6 mag. Sie misst 8,5' x 1,3' (wenn man vom aktuellen AdW ausgeht). Ihre Entfernung wurde 1985 von einer französischen Astronomengruppe zu 12,8 Mpc (ca. 42 Mio. Lj) bestimmt. Das ist nahe im Vergleich zu den weiteren Objekten, die noch im Bild zu erwähnen sind. Dort gibt es zwei helle Quasare. Der als „Doppelquasar“ bekannte QSO B0957+561 (roter Kringel am oberen Bildrand) in 9 Milliarden Lj Entfernung war der erste, an dem der Gravitationslinseneffekt bestätigt wurde. Seine beiden Komponenten sind jeweils 17 mag hell und haben eine Distanz von 6". Diese Aufspaltung in zwei Komponenten wird von einem massiven Objekt bewirkt, welches in der Sichtlinie zum Quasar liegt. Mit 3,5 Milliarden Lj Entfernung befindet sich dieses Objekt klar im Vordergrund und steht nur 1" von der südlichen Komponente des Quasars weg. Der zweite Quasar im Bild (grüner Kringel) trägt die Katalognummer QSO B0958+559. Er ist ca. 18,4 mag hell und liegt knapp östlich von NGC 3079. Seine Entfernung ist noch größer als die des Doppelquasars. Im Bild liegen noch zwei kleinere Galaxien: NGC 3073 mit 13,4 mag und MCG+09-17-009, die etwa 0,5 mag schwächer ist. Ihre Radialgeschwindigkeiten sind ähnlich der von NGC 3079, so dass auf eine gleiche Entfernung und damit auf den Status als Begleitgalaxien geschlossen werden kann.

Fachgruppenmitglied Markus Blauensteiner nahm dieses Motiv am 6. und 28. Februar 2014 an der Sternwarte Gahberg auf. Für die Luminanzaufnahmen wurde ein 250-mm-Newton f/4 verwendet, dazu eine CCD-Kamera SBIG ST-2000XM. So kamen 33 Aufnahmen zu je 10 min Belichtungszeit zustande. Die Farbinformationen wurden gleichzeitig mit einem 130-mm-Newton (Skywatcher f/5) und einer Starlight SXV-H9 gesammelt. In R, G und B wurde je 13 x 10 min belichtet. Insgesamt macht das 12 Stunden - respektabel!

Objektkoordinaten (2000.0):
RA = 10 h 01 min 58 s, DEK = +55° 40´ 47“

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