19. Woche: NGC 3372, der Eta-Carinae-Nebel

 -  Astrofoto der Woche  - 

NGC 3372, der Eta-Carinae-Nebel (nicht: Eta-Carina-Nebel!), befindet sich im Carina-Arm unserer Milchstraße und ist ca. 8000 Lj entfernt. Der Nebel zählt zu den hellsten und ästhetischsten Emissionsnebeln des gesamten Himmels. Die chaotische Struktur des 2,5° ausgedehnten Objekts mit eingelagerten Dunkelwolken ist bereits in kleineren Teleskopen deutlich erkennbar. Bei diesen Abmaßen kommt der Eta-Carinae-Nebel auf einen wahren Durchmesser von 350 Lj. Dagegen ist der Orion-Nebel mit seinen 40 Lj Ausdehnung ein Zwerg! Einige Sternhaufen im Nebelinneren liefern die Energie zur Anregung der Gase. Im hellsten Bereich der V-förmigen, nördlichen Nebelzone sitzt der „Schlüsselloch-Nebel“, der sich in den letzten hundert Jahren in seiner Morphologie beträchtlich verändert hat. Wir erkennen ihn im aktuellen AdW an seinen hell leuchtenden Rändern. Knapp 2´ östlich davon befindet sich der 6,2-mag-Stern Eta Carinae, dem der Nebel seinen Namen verdankt. Er hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Im Jahre 1843 erreichte er in einem Ausbruch eine scheinbare Helligkeit von -0.8 mag und besaß damit eine dreimillionenmal höhere Leuchtkraft als die Sonne! In den nächsten 25 Jahren ging diese Helligkeit kräftig abwärts bis auf 8 mag zur folgenden Jahrhundertwende. Seitdem steigt sie allmählich wieder an. Um Eta Carinae herum hat sich nach diesem Ausbruch ein kleiner Nebel aus Auswurfmaterial des Sterns gebildet – der expandierende Homunculus-Nebel. Eta Carinae ist absolut kein ruhiger Stern, sondern in höchstem Maße instabil.

Vier Jahre ist es her, dass dieses Objekt zum letzten Male als AdW der Woche 23/2005 vorgestellt wurde, damals als konventionelle Aufnahme mit einem 150-mm-Refraktor 1:7,5. Das heutige AdW (Norden rechts) entstand an einem erheblich größeren Teleskop mit wesentlich längerer Brennweite und dazu in Digitaltechnik. Walter Gröning setzte am 3. Januar dieses Jahres auf dem IAS Observatory (Farm Hakos, Namibia) einen 500-mm-Cassegrainreflektor bei 1500 mm Brennweite ein. Als Kamera diente eine SBIG STL 11000 M mit Astrodon-Filtern (RGB und H-Alpha 6 nm). Belichtet wurde insgesamt 40 Minuten (H-Alpha: 3 x 7 min, RGB jeweils 1 x 6 min).

RA = 10 h 43.8 min, DEK = -59° 52´

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