20. Woche: Die Spiralgalaxie Messier 101

 -  Astrofoto der Woche  - 

Beherrschendes Sternbild im mitternächtlichen Zenit ist derzeit der Große Bär. Ein Teil davon ist der Große Wagen. Bildet man ein etwa gleichseitiges Dreieck über den Deichselsternen Zeta und Eta, so stößt man auf die bekannte "face-on"-Galaxie M 101. Sie ist das Hauptobjekt in einer Gruppe weiterer, kleiner Galaxien, von denen NGC 5474 die auffälligste ist (nicht im Bild).

Die 27´ messende und 7.7 mag helle Sc-Spiralgalaxie M 101 besitzt - wie unser AdW zeigt - in ihren Armen einige knotenförmige Gebilde, in denen Sternentstehung stattfindet. Die hellsten dieser Knoten tragen eigene NGC-Nummern. Einige fallen durch ihre rote Färbung auf, hier liegen HII-Regionen vor. Mit größeren Teleskopen ab etwa 400 mm Öffnung können Einzelsterne in M 101 aufgelöst werden. Die hellsten roten Überriesen haben etwa 20.3 mag, was bei einer absoluten Helligkeit von -8 Mag auf eine ungefähre Entfernung von 15 Millionen Lichtjahren schließen lässt. Damit hätte M 101 einen echten Durchmesser von 120000 Lichtjahren.

Das linke Bild wurde am 14.03.2007 von Thomas Wimmer aufgenommen. Er nutzte eine Canon 350 Da an einem 8"-Newton f/6 und belichtete 9 x 10 min bei ISO 400 (ohne Flats, Darks, Bias usw.). Nachgeführt wurde an einem 4"-Fraunhofer auf Selbstbaumontierung (Anmerkung des AdW-Teams: Toll, dass es so etwas noch gibt!). Die Bildbearbeitung erfolgte mit Fitswork und Photoshop. Thomas Wimmer merkt an: "Trotz des nicht ganz einfachen Objekts sehen Sie, dass es nicht immer teueres Equipment (14"-RC mit SBIG ST-10 oder ähnliches) braucht, um brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Aufgrund der Ausstattung, mit der ich diese Galaxie abgelichtet habe, bin ich schon erstaunt, was so machbar ist." Da hat der Thomas Wimmer natürlich Recht!

Das rechte Bild stammt vom VdS-Fachgruppenmitglied Oliver Schneider. Am 15. und 20.03.2007 setzte er einen 12"-Newton (AOM) ein, der mit einem Paracorr-Komakorrektor auf effektiv 1440 mm Brennweite kam. Als Kamera diente ebenfalls eine Canon EOS 350D. Die Belichtungszeit betrug 30 x 10 min bei ISO 400. Nachgeführt wurde mit einer Mintron-Kamera (Ex View) an einem Refraktor 80 mm / 1300 mm. Alles saß auf einer Montierung Gemini 40 aus Ungarn. "Um meinen lichtverschmutzten Vorstadthimmel von Bielefeld zu dämpfen, habe ich einen Idas-Filter LPS P 2 im Einsatz", schreibt der Autor. Das Bild wurde mit Fitswork, Astroart 3.0 und Photoshop sowie dem Programm PixInsight LE bearbeitet.

Wir wollen beide Bildautoren hier im Kreis der AdW-Aktiven als Neulinge herzlich begrüßen. Bleibt bitte so fleißig und erfolgreich in Eurer Astrofotografie!

RA = 14 h 03.2 min, DEK = +54° 21´

nach oben

Anzeige

Sonnenfinsternis in der Antarktis